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Vor Gericht gesteht Alice S.

„Geht’s noch?“

Bürokauffrau wird zur Diebin - ihr Geständnis macht den Richter fassungslos

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Eine 24-jährige Bürokauffrau gesteht vor Gericht drei Einbrüche, die sie begangen haben will, weil ihr Freund kein Geld hatte. Den Richter bringt ihre Schilderung völlig aus der Fassung.

Lässig streicht sich Alice S. (24) durch die Haare, sie zupft ihre Bluse zurecht, dann setzt sie zur einer Erklärung an, die später selbst den Richter zum Lachen bringt. „Ich habe das getan, um einem Freund zu helfen“, sagt die Bürokauffrau. „Er hatte kein Geld. Also ging ich eben mit ihm mit.“ So begründet Alice S. die drei Einbrüche, die sie mit ihrem Komplizen in der Maxvorstadt begangen hat. Seit gestern wird ihr der Prozess am Landgericht gemacht.

Dort schüttelte Richter Gilbert Wolf nur ungläubig den Kopf. „Geht’s noch?“, fragte der Vorsitzende. „Ich kann das einfach nicht begreifen.“ Doch eine bessere Erklärung hatte die Bürokauffrau auch nicht parat – und verblüffte im Prozess. Sie ist jung, hübsch und gebildet. Und hatte rund 30 000 Euro angespart. „Warum muss eine Frau wie Sie dann zur Verbrecherin werden?“, wollte Richter Wolf wissen. „Der Freund war halt so nett“, antwortete die Angeklagte und zwinkerte nervös. Dass ihr eine Haftstrafe droht, hat sie offensichtlich noch nicht begriffen. „Ich gehöre da nicht hin“, sagte Alice S. nur lapidar. „Das sagen die anderen Insassen auch alle“, scherzte der Richter mit bissiger Ironie.

Ihm gegenüber gab Alice S. drei Taten zu. Am 15. August 2016 war sie mit ihrem Komplizen in ein Lokal in der Amalienstraße eingestiegen. Die Beute damals: 1980 Euro, dazu Schnaps, Zigaretten und ein Mischpult im Wert von rund 1200 Euro. Direkt danach brachen sie in eine Wohnung ein, fanden aber nichts. Zwei Tage später schlugen sie dann in einem Lokal in der Arcostraße zu und zogen anschließend mit 19 500 Euro wieder ab.

„Das Geld behielt mein Freund. Den Rest haben wir geteilt“, sagt Alice S., die sich entschuldigte. „Es tut mir leid, ich war enthemmt.“ Von Schnaps und Koks. Nun drohen Knast und Entzug. Das Urteil fällt am Donnerstag.

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