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So schaute das Open-Air-Kino am Königsplatz 2016 aus.

Eigentlich sollte es im Juli stattfinden

Darum gibt es heuer kein Kino-Open-Air am Königsplatz

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Das Kino-Open-Air am Königsplatz fällt aus. Es fehlt der Hauptsponsor für das Spektakel. Unterdessen hat er ein neues Festival am Start: Beim „Marsmarkt“ auf dem ehemaligen Mahag-Gelände an der Karlstraße werden ebenfalls Filme gezeigt.

München - Es ist eine Entscheidung, die keinem der Verantwortlichen leicht gefallen ist. Mehrfach spricht Alexander Wolfrum, Geschäftsführer der Gral GmbH, von „Herzblutprojekt“, als er erklärt, warum es in diesem Sommer kein Kino-Open-Air auf dem Königsplatz geben wird. Seine Veranstaltungsagentur hat bis dato keinen Hauptsponsor gefunden, der bereit wäre, einen „niedrigen sechsstelligen Betrag“ für das siebentägige Festival zur Verfügung zu stellen. Wenn bis Mitte nächster Woche kein Geldgeber an Bord ist – und danach sieht es aktuell aus –, werden heuer keine Filme auf die Leinwand vor den Propyläen projiziert. Nach 22 Jahren, in denen Kinoklassiker, TV-Perlen und Blockbuster gezeigt wurden.

„Es wird uns ohne das Kino-Open-Air finanziell nichts fehlen. Uns fehlt aber das Königsplatzgefühl“

Eigentlich sollte das Open-Air vom 17. bis 25. Juli stattfinden. Jedoch: „Ohne Hauptsponsor müsste unser Zuschuss so hoch ausfallen, dass es betriebswirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist“, sagt Wolfrum. Das Bereitstellen der Infrastruktur auf dem Platz verschlingt den größten Teil des Budgets. Dazu kommt, dass die Münchner Agentur international gut gebucht ist – „der Gral GmbH geht es besser denn je“, erläutert Wolfrum. Derzeit betreut seine Firma nach eigenen Angaben weltweit 701 Projekte. Da sei es wenig sinnvoll, seine 28 Mitarbeiter an eine Veranstaltung zu binden, die sich nicht rechnet. „Es wird uns ohne das Kino-Open-Air finanziell nichts fehlen. Uns fehlt aber das Königsplatzgefühl.“

Auf dem Königsplatz hat Alexander Wolfrum von 1994 bis 2016 sein Kino-Open-Air veranstaltet. Heuer muss er aussetzen.

Mehr noch: Das siebentägige Film-Spektakel war im Jahr 1994 das Gründungsprojekt der Gral GmbH. „Ich bin bis heute dem damaligen Oberbürgermeister Christian Ude dankbar, dass er uns unterstützt hat.“ Zwischen 15.000 und 25.000 Menschen schauten sich jeden Sommer auf dem Königsplatz Filme an, in den vergangenen 22 Jahren waren es insgesamt rund 400 000 Besucher. „Wenn eine Komödie lief, und 6000 Menschen auf dem Platz lachten gemeinsam, war das ein tolles Gefühl“, erinnert sich Wolfrum. Karten kosteten zuletzt moderate 7,50 Euro auf dem Rasen und 9 Euro auf einem Stuhlplatz. Die Vorführungen starteten jeweils nach Sonnenuntergang gegen 21.30 Uhr – doch bereits vorher war mächtig Leben auf dem Platz. Bei schlechtem Wetter gab es Nachholtermine.

Nun plant Alexander Wolfrum eine „Hinterhofversion des Kino-Open-Airs“ im Rahmen des neuen, achtwöchigen Festivals „Marsmarkt“ auf dem ehemaligen Mahag-Gelände an der Karlstraße 77 (Ecke Denisstraße).

„Monaco Franze“ ist im Terminkalender gesetzt

Von Mitte Juni bis 15. August wird es dort unter anderem Flohmärkte sowie diverse Streetfoodmärkte geben, Partys werden gefeiert – zudem sollen Filme und Serien laufen: „Monaco Franze“ ist im Terminkalender gesetzt, denn die Helmut-Dietl-Serie war schließlich ein Klassiker auf dem Königsplatz. Im Programm finden sich auch Bud-Spencer-Streifen. Hier denken die Macher außerdem über eine „Bud-Spencer-Gedächtnis-Prügelei“ anlässlich des ersten Todestages des italienischen Schauspielers („Vier Fäuste für ein Halleluja“) am 27. Juni nach – eine Art der Trauerbewältigung, die bereits in anderen deutschen Städten großen Anklang bei den Fans von „Mücke“ gefunden hat.

Obwohl er heuer den Königsplatz nicht mit Filmen bespielen wird, ist sich Alexander Wolfrum sicher, dass „Kino als Event funktioniert“. Und aus diesem Grund will er 2018 einen neuen Anlauf mit dem Kino-Open-Air versuchen.

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