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Immer mehr Beschwerden über Drogen - Gibt es bald eine Fixerstube am Hauptbahnhof?

Lösung für ein Problem

Immer mehr Beschwerden über Drogen - Gibt es bald eine Fixerstube am Hauptbahnhof?

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Fixerbestecke liegen in Hauseingängen rum - am Münchner Hauptbahnhof sind Drogen ein Thema. Die Münchner CSU will Fixerstube in der Innenstadt. Doch es gibt ein Problem.

München - Auf Antrag der CSU wird das Referat für Gesundheit und Umwelt ein Konzept ausarbeiten. Ob das auch umgesetzt werden kann, ist noch offen. Denn der Freistaat müsste die gesetzliche Grundlage schaffen.

Das bedeutet zunächst, dass die Münchner CSU parteiintern noch Überzeugungsarbeit zu leisten hat. Denn Ministerpräsident Markus Söder hatte vor Kurzem beim Streitgespräch mit Grünen-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann in unserer Zeitung sogenannte Fixerstuben kategorisch ausgeschlossen. „Ganz klar: Ich bin gegen Fixerstuben, aber für Hilfe und medizinische Betreuung“, hatte er gesagt. Am Ende wird es vermutlich auf die Wortwahl ankommen.

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Modellprojekt Drogenkonsumraum 

Die CSU-Fraktion hatte im Sommer gefordert, als Modellprojekt im Umfeld des Hauptbahnhofs einen Drogenkonsumraum einzurichten. Das Referat für Gesundheit und Umwelt wird am kommenden Donnerstag eine Vorlage in den Stadtrat einbringen und vorschlagen, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten. Anlass der CSU-Forderung waren zunehmende Beschwerden aus der Bevölkerung, von Gewerbetreibenden und Anwohnern. 

„Es liegen Fixerbestecke in Hauseingängen oder auf Kinderspielplätzen“, sagt Initiator Hans Theiss. „Daher ist die Idee entstanden.“ Dass der Vorstoß ausgerechnet von der CSU kommt, überrascht. Schließlich waren es in der Vergangenheit nicht zuletzt CSU-Politiker wie Peter Gauweiler, die derartige Vorstöße der rot-grünen Stadtregierung verteufelten.

Diese Spritze fand unser Fotograf an der Paulskirche.

Drogentote in München auf hohem Niveau

Doch laut der CSU der Neuzeit sei weiter die Zahl der Drogentodesfälle in München ausschlaggebend. Die sei seit Jahren auf hohem Niveau. „Besorgniserregend ist auch der Anstieg des Mischkonsums, also der hochriskante Konsum verschiedener psychoaktiver Substanzen“, sagt Theiss. Speziell in München sei in den vergangenen Jahren durch den zusätzlichen Konsum neuer psychoaktiver Substanzen (NPS) eine weitere Hochrisikogruppe entstanden, die „in hohem Maße psychisch wie physisch gefährdet und belastet ist“.

Ein weiterer Grund für das Umdenken ist, dass Infektionskrankheiten, aber auch die Suizidrate neben dem Überdosisrisiko die Zahl der Todesfälle steigen lässt. Theiss: „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die hohe Sterblichkeit von drogenabhängigen Menschen durch entsprechende Therapieangebote reduziert werden kann. Drogenkonsumräume können die unmittelbaren Konsumrisiken reduzieren sowie die Implementierung stabilisierender und präventiver Strategien erleichtern.“

Das Referat schreibt, dass die Staatsregierung im Vorfeld die für das Erlaubnisverfahren nötige Rechtsverordnung erlassen müsste. Dafür soll sich nun der Oberbürgermeister einsetzen. Theiss selbst will ebenfalls auf die Parteikollegen einwirken. Denn schließlich geht es ja um Hilfe und Betreuung. 

Drogen, Gewalt, Straftaten: Der Hauptbahnhof ist schon länger ein Brennpunkt für die Polizei. Seit Januar greift die Polizei rund im Hauptbahnhofviertel durch.

Kurios: Die Idee eines Drogen-Schmugglers mag gut gewesen sein - geholfen hat ihm das originelle Versteck für sein Marihuana indes nicht.

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Sascha Karowski


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