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Betreiberin Alexandra Gmell ist im Gabriel Kino in der Dachauer Straße aufgewachsen. Was sie nach der Schließung macht, weiß sie noch nicht.

Lichtspiel-Aus!

Kinosterben in München: Ältestes Haus muss dicht machen - Betreiberin klagt

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Es ist beschlossene Sache: In Münchens ältestem Kino, gehen bald die Lichter für immer aus. Die Betreiberin erklärt warum.

München - Es hat 112 Jahre auf dem Buckel und ist das älteste durchgehend betriebene Lichtspielhaus der Welt. Doch bald wird von diesem Stück Kinokultur nichts mehr übrig sein außer Erinnerungen – denn das Gabriel Filmtheater an der Dachauer Straße 16 macht dicht! Der Grund: Das gesamte vierstöckige Haus, das im Besitz der Gmells ist, wird verkauft. „Das wird in den nächsten Monaten über die Bühne gehen“, sagt uns Betreiberin Alexandra Gmell. Der Hauptgrund: Das Kino lohnt sich nicht mehr. 

Das Gabriel Filmtheater unweit der Münchner Hauptbahnhofs gibt es schon seit 112 Jahren.

Netflix & Co. beschleunigen das Kinosterben

Besserung ist nicht in Sicht, weiß Gmell. „Das Freizeitangebot in München ist fantastisch, und die Leute gehen gerade bei heißem und schönem Wetter halt einfach nicht zu uns.“ Was natürlich auch am immer beliebteren Streaming-Angebot im TV liegt. Ob man das Kino nicht retten könnte, wenn man Kult-Serien aus dem Internet zeigen würde? Gmell winkt ab: „Das bringt alles nichts.“ Gmell wirkt so heiter und gelassen wie möglich, als sie vom Gabriel-Aus spricht. „Was soll ich machen? Natürlich tut mir die Entscheidung weh, das ist mein Hauptjob, und ich liebe den Kontakt mit unseren Besuchern.“ Die Entscheidung sei nicht „von heute auf morgen“ gefallen, sondern im Laufe von Monaten. „Papa ist 75 und wird auch nicht jünger. Er würde gerne weitermachen, aber mit Erfolg.“ Ein Happy End? Ausgeschlossen.

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München: Gabriel-Filmtheater: Wann der letze Vorhang fällt, steht noch nicht fest

Nun müssen Alexandra Gmell und der Bruder ihres Vaters, der selbst erwachsene Kinder hat und der Verwalter des Hauses ist, noch Überzeugungsarbeit leisten, dass „Papa“ Hans-Walter Büche die Entscheidung mitträgt. „Wir haben das alles bisher noch ein bisschen verdrängt. Und einen festen Zeitpunkt, wann wir die letzte Vorführung zeigen, gibt es noch nicht“, sagt Gmell, die „irgendwas im Bereich Kino weitermachen“ will. 

Verkaufserlös der Kino-Immobilie ist kein Trost

Die Lage am Hauptbahnhof ist Gold wert. „Sie hat einen Super-Anschluss, was nach dem Verkauf hier reinkommt, wissen wir nicht.“ Dass das Kino 1907 eröffnet wurde (s. Kasten rechts) und mittlerweile 112 Jahre alt ist, sei zwar schön – „aber davon können wir uns auch nichts kaufen“, formuliert es die Kinochefin. Dass sie mit dem Verkauf der Immobilie nie mehr arbeiten müsste, ist ihr egal. Sie ist die vierte Generation der Betreiber-Familie und täglich hier – und sie liebt dieses Stück Geschichte.

MB

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