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Einer der Vorwürfe: In der Karlstraße sollen Animierdamen einer Bar Kunden die Kartendaten ausgespäht und zu viel Geld abgebucht haben.

Kunden die Konten leergeräumt

Skandal im Sperrbezirk: Vor Gericht weinte der Rotlicht-Boss

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Sie warben mit Spaß und fröhlichen Stunden - doch in Wahrheit war wohl alles nur Abzocke! Denn etlichen Kunden ihrer Bar räumten Vater und Sohn die Konten leer.

München - Aleksandar M. (51) und sein Sohn Kevin Z. (21), die seit Mittwoch vor Gericht stehen, sollen junge Frauen aus Osteuropa zur Prostitution gezwungen haben. Mitten in München! Diese Vorwürfe legt die Staatsanwaltschaft den Rotlicht-Bossen zur Last - und hat sie wegen Computerbetrugs, Zuhälterei, Menschenhandel und Beihilfe zur illegalen Prostitution angeklagt. 

Es ist ein Skandal im Sperrbezirk! Insgesamt 15 Opfer listet die Anklage für die Jahre 2013 bis 2015 auf. In der Karlstraße sollen die Animierdamen der Bar Kunden die Kartendaten ausgespäht und zu viel Geld abgebucht haben - bis der Kreditrahmen ausgeschöpft war. Oft merkten die Kunden das erst Tage später. Und verloren in Einzelfällen mehr als 7000 Euro. Laut Anklage handelten die Damen im Auftrag der Angeklagten: 

Ende 2015 sollen sie mit den gesammelten Kartendaten 178 Mal unberechtigt Geld abgehoben haben - und versuchten so an 224.263,03 Euro zu kommen. Nur 58 der Buchungen genehmigte die Bank. Trotzdem entstand ein Gesamtschaden in Höhe von 63.524,01 Euro. Weitere Fälle wurden nicht angezeigt - aus Scham. „Die Dunkelziffer ist hoch“, so die Staatsanwältin. 

Kriminelles Duo nutzte auch Prostituierte aus Osteuropa aus

Vor Gericht weinte Aleksandar M. „Ich kann es nicht rückgängig machen.“ Ein Geständnis lehnte er aber ab - obwohl Richter Stephan Kirchinger ihm im Gegenzug eine maximale Strafe von viereinhalb Jahren Haft in Aussicht gestellt hatte. Was angesichts der weiteren Vorwürfe milde erscheint. Denn laut Anklage warben M. und Kevin Z. zwischen 2011 und 2014 gezielt Frauen aus Osteuropa an - als Tänzerinnen in ihrem Nachtclub. Dort sollen die Betreiber sie aber auch zu Nacktaufnahmen und zur Prostitution gezwungen haben. Wer das ablehnte, müsse auf eigene Kosten zurückreisen - so die Drohung laut Anklage. 

In der Anklage steht: Etlichen Kunden ihrer Tabledance-Bar räumten Aleksandar M. (51) und sein Sohn Kevin Z. (21) die Konten leer.

In ihrer Not willigten die Frauen ein, und ihre Fotos wurden auf Sex-Portalen veröffentlicht. Per Telefon buchten die Freier - und trafen die Frauen in einer extra angemieten Wohnung in der Dachauer Straße - also mitten im Sperrbezirk. 150 Euro kostete laut Anklage eine Stunde Sex, 500 Euro die ganze Nacht. 

Das Geld mussten die Frauen wohl meist bei den Clubbesitzern abliefern. Rund 6000 Euro verdiente etwa Leyla P. (Namen der Zeuginnen geändert) im März und April 2016. 26 Freiertermine musste Sissi L. laut Anklage absolvieren - mitten in Schwabing oder in Wohnungen der Kunden. Bis zu 20 Termine waren es von Mai bis Dezember 2015 auch bei Mina K. Am 7. Februar wollen die Angeklagten aussagen - und wohl endlich auspacken. Kevin Z. kündigte ein Geständnis an. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Maxvorstadt - mein Viertel

Andreas Thieme

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