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Künftiges Zentrum für Asyl: 2013 gab der Orden das Kapuzinerkloster auf.

Erzbistum entscheidet

Maxvorstadt: Flüchtlinge ziehen ins leere Kapuzinerkloster

München - Über zwei Jahre stand es leer, jetzt gibt es neue Pläne für das ehemalige Kapuzinerkloster in der Maxvorstadt: In den Räumen an der Tengstraße soll in den kommenden Jahren ein „Zentrum für Flucht, Asyl und Integration“.

Das hat das Erzbistum München und Freising auf einer Klausur der Ordinariatskonferenz vergangenen Dienstag entschieden.

„Das Erzbistum geht in seinen Planungen fest davon aus, dass die Betreuung und Integration von Flüchtlingen auf Jahre eine vordringliche gesellschaftliche und damit auch kirchliche Aufgabe sein wird“, teilte die Diözese über ihre Entscheidung mit.

Die Hauptaufgabe des Zentrums soll in der Koordination der ehrenamtlichen Helfer und der Angebote der kirchlichen Dienststellen bestehen. Noch wird die Flüchtlingsarbeit des Erzbistums zum großen Teil dezentral organisiert. In dem ehemaligen Kloster könnten in der Zukunft zum Beispiel Schulungen für Helfer durchgeführt und Konferenzen abgehalten werden. „Es soll ein Ort der Kommunikation, Begegnung und Information sein“, so das Erzbistum. Um eine bessere Vernetzung des katholischen Engagements für Flüchtlinge zu erreichen, sollen auch der Caritasverband und die in der Flüchtlingsarbeit aktiven katholischen Fachverbände im neuen Zentrum mit eingebunden werden und vorab Vorschläge zu seiner Nutzung machen können.

Auch für die Flüchtlinge selbst könnte es in dem neuen Zentrum Hilfsangebote geben. Angedacht sind zum Beispiel Räume für Beratung und Begegnungen einzurichten. Auch die Schaffung von Notschlafplätzen ist im Gespräch. „Wir müssen sehen, was das Gebäude hergibt und wie die Anforderungen zum Zeitpunkt der Eröffnung sind“, sagte ein Sprecher des Bistums unserer Zeitung.

Lesen Sie hier: Schwabing - Flüchtlinge ziehen ins Johanneskolleg - keine Flüchtlingsunterkunft an der Belgradstraße

Neben den Plänen für das Asylzentrum wurde auf der Klausur ebenfalls entschieden, das finanzielle Engagement des Bistums weiter auszubauen. Bereits 2015 hatte die Diözese ein Sonderbudget in Höhe von fünf Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung gestellt.

Über 100 Jahre lang lebten in dem an die Josephskirche angrenzende Klostergebäude Kapuzinermönche. 2013 gab der Orden das Kloster auf. Einen konkreten Zeitplan zur Eröffnung des neuen Zentrums gibt es noch nicht. Doch bereits im kommenden Jahr will das Erzbistum das Gebäude von den Kapuzinern übernehmen und bereit für seine neuen Aufgaben machen.

Annika Schall

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