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Der aktuelle Entwurf zu dem Denkmal am Königsplatz.

Königsplatz

Ärger um geplanten  Standort für Bücherverbrennungs-Denkmal

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Der Direktor der Antikensammlungen sieht den geplanten Standort des Mahnmals zur Bücherverbrennung problematisch. Denn dadurch könnte der Zugang für die Kunst verbaut werden. 

München - Um die Situierung des Denkmals, das am Königsplatz an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten erinnern soll, gibt es Ärger. Florian Knauß, Direktor der Staatlichen Antikensammlungen und der Glyptothek, will den Standort nicht so nah am Eingangsbereich des Museums haben wie geplant. Knauß sagte unserer Zeitung, es werde künftig schwierig werden, große Objekte wie Skulpturen in die Antikensammlungen zu transportieren. Oft müsse dafür ein Kran vor der Freitreppe positioniert werden. „Sobald das Denkmal da ist, wird das problematisch. Wir haben keinen zweiten Eingang“, erklärte Knauß. Es bestehe die Gefahr, dass das neue Denkmal beschädigt werde. Zudem fänden auf der Freitreppe immer wieder Ausstellungseröffnungen statt.

Noch in diesem Jahr soll am Königsplatz ein Denkmal zur Bücherverbrennung entstehen. Der US-Künstler Arnold Dreyblatt gestaltet das Mahnmal. Sein Entwurf mit dem Titel „Die Schwarze Liste“ hat sich in einem Wettbewerbsverfahren durchgesetzt. Das Kunstwerk ist am mutmaßlichen Ort der nationalsozialistischen Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 auf der zentralen Kiesfläche vor den Staatlichen Antikensammlungen geplant. Die in den Boden eingelassene, begehbare Scheibe aus glasfaserverstärktem Kunststoff hat knapp acht Meter Durchmesser. Sie trägt eine Spirale aus 9600 Buchstaben – es sind 359 Buchtitel von im nationalsozialistischen Deutschland geächteten Autoren.

Jury lobt den Entwurf

Die Auswahl basiert auf der historischen „Schwarzen Liste“ des Berliner Bibliothekars Wolfgang Herrmann, die im Mai 1933 mehrfach veröffentlicht wurde und grundlegend bei der Auswahl der damals verbrannten Werke war. Die Spiralform nimmt Bezug auf die Spirale aus Rauch und brennenden Seiten, wie sie in historischen Aufnahmen von Bücherverbrennungen zu sehen ist. Die Jury lobte an Dreyblatts Entwurf, dass die geistige und kulturelle Leistung der Autoren im Mittelpunkt stehe und nicht der Akt des Verbrennens und Vernichtens.

Der 1953 in New York geborene Komponist und Medienkünstler Arnold Dreyblatt lebt und arbeitet seit 1984 in Berlin. Viele seiner Installationen im öffentlichen Raum beschäftigen sich mit erinnerungskulturellen Themen. Für den Wettbewerb und die Realisierung des Kunstwerks ist ein Budget von 120 000 Euro angesetzt. Neben dem Bodendenkmal wird es eine erklärende Hinweistafel und eine Webseite mit Hintergrundinformationen geben.

Wo das Denkmal noch positioniert werden könnte

Knauß schlägt vor, das Denkmal 20 Meter weiter nördlich nahe der Straße zu verwirklichen. Oder alternativ auf jener Rasenfläche am Königsplatz, wo der Münchner Künstler Wolfram Kastner in den vergangenen Jahren stets symbolisch zur Erinnerung einen Fleck ins Gras brannte. Weder historisch noch ästhetisch gesehen würde eine Verlegung ein Problem darstellen, so der Museumsdirektor. Denn der genaue Platz der Bücherverbrennung lasse sich ohnehin nicht bestimmen.

Bei der Stadt beißt Knauß mit seiner Forderung auf Granit. Man könne zwar noch über ein paar Meter hin oder her sprechen. Prinzipiell halte man aber an dem im Stadtrat beschlossenen Standort fest, sagte Jennifer Becker, Sprecherin des Kulturreferats. Der von Knauß geschilderte Konflikt werde sich lösen lassen, glaubt Becker. Auch Anke Hoffsten vom NS-Dokumentationszentrum, das bei dem Projekt federführend ist, sieht keinen Anlass, an den Plänen etwas zu ändern. „Wir setzen alles daran, dass die Realisierung noch heuer klappt“, hieß es. Man stehe in ständigem Kontakt mit dem Künstler Arnold Dreyblatt.

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Maxvorstadt – mein Viertel“.

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