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Der 67-jährige Georg D. vor Gericht. Der Mann hat kein Verständnis für das gegen ihn verhängte Hausverbot für die Staatsbibliothek. 

Er schläft, wo andere studieren

Trotz Verbots! Georg D. schleicht sich 130 Mal in die Uni – seine Rechtfertigung ist überraschend 

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Ein Arbeitsloser aus München widersetzt sich wiederholt dem Hausverbot für die Bayerische Staatsbibliothek und hat dafür eine ganz einfache Erklärung.

Nein, der Mann rechts vor Gericht ist mit Ex-Kommune-Chef Rainer Langhans nicht verwandt. Doch Georg D. dürfte unter den Studenten an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Staatsbibliothek (Stabi) so bekannt sein wie Langhans. Ganz sicher! Denn der 67-Jährige liest leidenschaftlich gerne tags – und besonders nachts – wissenschaftliche Werke in den Uni-Bibliotheken, bevorzugt in der juristischen Abteilung. Das wäre nicht weiter verwerflich. Im Gegenteil: D. ist gebildet. Der Haken an der Sache ist aber, dass dem Arbeitslosen und zeitweise auch Obdachlosen vom Amtsgericht ein unbefristetes Hausverbot erteilt wurde.

Stabi-Verbot für arbeitslosen Münchner: Er kam nicht nur zum Lesen

Ostlesesaal der Bayerischen Staatsbibliothek in Muenchen 

Der Grund: Der Angeklagte soll im Jahr 2010 aus den Schließfächern der Studenten vergessene Münzen mitgenommen und Pfandflaschen gesammelt haben. Zum Teil soll D. nach Schließung der Bibliotheken um 23 Uhr von Reinigungs- und Sicherheitskräften entdeckt worden sein, wie er sich unter der Treppe oder Nebenräumen verstecken wollte. Es wird vermutet, dass er in der Bibliothek übernachten wollte. Wegen Hausfriedensbruch in 130 Fällen, 57 Verstößen gegen die Führungsaufsicht und Körperverletzung wurde D. einst zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. 

Arbeitsloser hält Stabi-Hausverbot für ungerechtfertigt

Ein zu hohes Strafmaß? Das jedenfalls befand der damalige Pflichtverteidiger von D. und legte Berufung ein. Sowohl die 24. Strafkammer des Landgerichts als auch der Pflichtverteidiger konnten den Angeklagten nicht davon überzeugen, sich zu einigen. Und das, obwohl sich D. in diesem Jahr wieder verbotenerweise zweimal in die Uni-Bibliotheken geschlichen hatte. Er beharrt darauf, dass das Hausverbot nicht rechtmäßig sei. Schließlich handele es sich um einen öffentlichen Raum. D. fordert Freispruch! Am 6. November geht das Verfahren weiter.

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