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Schlechte Nachricht für die Anwohner: Die Tröge müssen weg. 

Stadt bleibt hart

Sieg für Skater am Josephsplatz: Blumen-Blockade von Anwohnern muss weg

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Am Josephsplatz in der Maxvorstadt kommen die Blumentröge, die unerwünschte Skater fernhalten sollten, nun weg. Es ist ein Teilsieg für die Jugendlichen.

Update vom 3. November: Im Streit um die illegal aufgestellten Pflanzentröge am Josephsplatz ist ein Machtwort gesprochen. Der Bezirksausschuss Maxvorstadt hat beschlossen, dass die Kübel, mit denen sich die genervten Anwohner kurzerhand gegen laute Skater und Falschparker zur Wehr gesetzt haben, verschwinden sollen. Auf dieses Vorgehen hatte man sich, wie es vom Baureferat heißt, bereits bei einer Ortsbesichtigung im September geeinigt. Für bessere Zustände am Josephsplatz sollen künftig Bänke und Poller sorgen. Außerdem ist vorgesehen, dass das Allparteiliche Konfliktmanagement Akim zwischen den Nachbarn und jugendlichen Skatern vermittelt.

Nach Blumen-Blockade in München: Bezirksausschuss will Poller und Bänke aufzustellen

Es ist ein Teilsieg für die Jugendlichen, dass die bunt bepflanzten Kübel nun doch wie von der Stadtverwaltung gefordert wegkommen sollen. „Sie stehen an den besten Stellen, um das Skaten zu verhindern“, bedauerte Michael Kellner, einer der Vorsitzenden des Vereins „Skateboarding München“ gegenüber der Hallo München. Der Verein sei mit dem Problem am Josephsplatz gut vertraut.

Der angestrebte Dialog zwischen beiden Streit-Parteien ist die eine Seite der Medaille, das Maßnahmen-Paket der Stadt die andere. „An der West- und der Nordseite, sowie neben der Tiefgarageneinfahrt“, heißt es von Seiten des Baureferats zum Josephsplatz, „sollen Poller und Bänke aufgestellt werden“. Ziel ist es zu verhindern, dass die Brunnen-Flächen weiterhin zum Parken zweckentfremdet werden. Vorrangig würden hier Kleintransporter geparkt, berichten Anwohner.

Sie zeigten sich überrascht davon, dass ihr Anliegen auf der Tagesordnung im Bezirksausschuss stand. Genauso davon, dass es den Ortstermin im September gab. „Dies geschah ohne Ankündigung oder Bürgerbeteiligung.“ Aus der Sicht der Nachbarn hätte zu dem geforderten Dialog auch gehört, mit den Betroffenen direkt vor Ort zu sprechen. 

Unsere Erstmeldung vom 9. August 2019: Tröge gegen Skater: Blumen-Blockade darf bleiben

München - Die „Freunde vom Franziskusbrunnen am Josephsplatz“ bekommen genau mit, was in ihrer Nachbarschaft passiert. Und so ist der weiße Lieferwagen, der am Freitag um 10 Uhr am Brunnen geparkt hat, nicht unbemerkt geblieben. Auch weil der Fahrer zu den dort aufgestellten Blumentrögen gegangen ist und die Hinweisschilder der Stadt, die für großen Ärger bei den Anwohnern sorgten, entfernt hat. Auf Nachfrage erklärt das Baureferat: Es nimmt die Aufforderung zurück, die Kübel innerhalb von zwei Wochen zu entfernen. Gestern hatte unsere Zeitung über den Streit am Josephsplatz berichtet. Einen Tag später wird nicht mehr gedroht, sondern nach Lösungen gesucht.

„Das Baureferat hat mittlerweile mit dem zuständigen Bezirksausschuss Kontakt aufgenommen“, erklärt die Behörde. Demnach soll spätestens nach den Sommerferien ein Ortstermin in der Maxvorstadt stattfinden. Ziel: Einen Weg aus Kübelstreit finden, der für beide Seiten auf Dauer gangbar ist.

Kübel verderben Skateboardern den Spaß

„Das ist wunderbar“, sagt Richard Weiss, der mit seinem Café zur Nachbarschaft gehört. Er betont: Durch das Aufstellen der Tröge haben die „Freunde vom Franziskusbrunnen“ eine unkomplizierte Lösung für ihre Probleme gefunden.

Zu Letzteren gehörten die vielen Autos und Lastwagen, die auf den Flächen rund um das Wasserspiel illegal geparkt wurden. Und dann waren da noch die jungen Skateboarder, die sich den Platz zu eigen gemacht hatten. Die aufgestellten Kübel haben ihnen den Spaß gehörig verdorben. Deshalb war sich ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte, sicher: Müssen die Tröge, wie erst von der Stadt gefordert, weg, kommen die jungen Leute mit ihren rollenden Brettern zurück.

„Unerlaubte Sondernutzung“

„Diese Hintergründe waren dem Baureferat bisher nicht bekannt“, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde. Sie hatte am Dienstag die meisten der 14 Pflanzentröge mit den Hinweisschildern – verbunden mit der Drohung, den Platz am 3. September zu räumen – versehen. Denn bei den Holzkästen handelt es sich um „unerlaubte Sondernutzung auf öffentlichem Verkehrsgrund“. Um sie zu legalisieren, hat die Grünen-Fraktion im Stadtrat am Donnerstag zudem beschlossen, einen Dringlichkeitsantrag für den Ferien-Senat am 21. August zu stellen.

Am Antrag wollen die Grünen laut Weiss, der für die Partei im Bezirksausschuss sitzt, weiterhin festhalten. Auch wenn das Baureferat nun plötzlich die Räum-Drohung zurückgenommen hat. Diesen Schritt findet der Politiker absolut positiv. „Es ist toll, dass die Stadt sich so flexibel zeigt. Das muss man auch mal loben.“ 

nah

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