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Akrobatik vor historischer Kulisse: Andi betreibt die Trendsportart Parkour.

7. Münchner Sportfestival

Mit waschechten Olympiasiegern: Tausende Sporteln am Königsplatz

München - Beim 7. Münchner Sportfestival am Königsplatz trotzen Tausende der Hitze und lernen dabei auch viele exotische Disziplinen kennen.

Nicole Mika ist begeistert. Nur gut fünf Minuten hat es gedauert, dann konnte sie mit drei Bällen jonglieren. „Wie von Zauberhand“, sagt die 18-Jährige. Zusammen mit 200 anderen Menschen steht sie am Sonntag vor einer Bühne am Rande des Königsplatzes. Trotz großer Hitze sind Tausende zum 7. Münchner Sportfestival gekommen.

Olympiasieger Jonas Reckermann gibt ein fachmännisches Training im Beachvolleyball.

An der Bühne geht es um einen inoffiziellen Weltrekord-Versuch. Stephan Ehlers will möglichst vielen Menschen binnen zehn Minuten das Jonglieren beibringen. Er vollführt Übungen und doziert: „Die Bälle maximal auf Augenhöhe werfen.“ Er schult das Unterbewusstsein: „Wichtig ist, zu sagen: Ich kann das.“ Am Ende haben außer Nicole Mika 118 weitere Teilnehmer dieses Hochgeschwindigkeitskurses das Jonglieren erlernt. Notar Hans-Frieder Krauß beglaubigt das Ergebnis. Ehlers will nun beim Guinness-Buch der Rekorde vorstellig werden. Vor drei Jahren hatte er das vergeblich getan. Das Guinness-Buch reagierte nicht, als er mehr als 400 Leuten in 30 Minuten das Jonglieren beigebracht hatte.

Wenige Meter weiter hat sich an diesem Nachmittag ein waschechter Olympiasieger eingefunden. Jonas Reckermann gewann mit seinem Partner Julius Brink bei den Spielen 2012 in London Gold im Beachvolleyball. Beim „M-net Beachcamp“ trainiert er Interessierte in der Trendsportart. Wie offen und fachmännisch er das tut, davon ist Tobias Brückel aus München angetan: „Einfach super inspirierend, wenn so eine Koryphäe einem Dinge zeigt.“ Brückel spielt selbst seit 22 Jahren Volleyball und sagt, Reckermann sei ein „gutes Vorbild und ein cooler Typ“.

Nicole beteiligt sich an einem Weltrekord-Versuch im Jonglieren.

Insgesamt präsentieren sich etwa 90 Sportarten auf dem Festival: Von Schwertkampf über Slackline bis zum Beachsoccer, von Bogenschießen, Parkour, Poledance bis zum Tragerlklettern. Nichts, was es nicht gibt im Sammelsurium exotischer Sportarten. Eine Zuschauerin beobachtet einen jungen Mann vom Verein „Free Arts of Movement“, der die Trendsportart Parkour betreibt und akrobatisch Hindernisse überwindet. Sie staunt, schlägt die Hände vors Gesicht und sagt: „Der ist ja wahnsinnig.“ Doch auch traditionelle Sportarten wie Handball betreiben am Königsplatz Werbung in eigener Sache. Die deutschen Handballer sind amtierender Europameister und haben sich auch für Olympia in Rio einiges vorgenommen.

Nicole Mika will unterdessen das Jonglieren weiter in ihrer Freizeit pflegen. Sie lacht und sagt: „Ich werde es nun meinen Freunden zeigen.“

Klaus Vick

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