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Wegweiser im Geflecht der Museen: Stelen sollen Besuchern des Kunstareals künftig eine bessere Orientierung bieten.

Stelen als Orientierung

Museumsareal: Jetzt verlieren Sie nicht mehr die Übersicht

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München - Das Kunstareal gilt als einer der wichtigsten Kulturstandorte Europas. Nun gibt es endlich sowohl ein digitales als auch reales Begleitsystem.

Dass im Kunstareal alle Einrichtungen an einem Strang ziehen, galt lange nicht als selbstverständlich. So ganz ist das ja immer noch nicht so, außer wenn das gemeinsame Kunstareal-Fest zelebriert wird. 16 Museen, zwölf kulturelle Einrichtungen, sechs Hochschulen, 40 Galerien und zwei Kirchen befinden sich in einem relativ nahen Umgriff. „Weltweit bedeutend“ sei diese Fülle, waren sich Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und der Vorsitzende des Förderkreises Kunstareal, Guido Redlich, am Mittwoch in der Pinakothek der Moderne einig. Seit Herbst 2015 gibt es auch eine Kunstareal-Geschäftsstelle.

Im Prinzip ist es da nur logisch, dass es für den Touristenmagneten auch eine gemeinsame Plattform, eine funktionierende Vernetzung gibt. Und die wurde nun kraft des Begleitsystems geschaffen – wenngleich es ein langwieriger, seit 2009 andauernder Prozess war. Frei nach der Formel: „Kunst mal Kultur mal Wissen ist gleich Erlebnis hoch drei.“ Redlich sagte, das Kunstareal solle touristisch die gleiche Bedeutung wie etwa das Olympiagelände bekommen.

Schwarz-weiße Stele bietet Überblick

Ermöglicht wurde das Begleitsystem durch die Stiftung Pinakothek der Moderne, die Stadt und den Freistaat. Der Designer Nitzan Cohen hat eine schwarz-weiße Stele entwickelt, die dem Besucher Überblick, Orientierung und Informationen über 14 Museen und Ausstellungshäuser liefert. Sozusagen ein Leitfaden für Kunstliebhaber, der hilft, einen Ort in dem weitläufigen Areal gezielt anzusteuern oder sich einfach nur treiben zu lassen.

Die zylindrische Säule umfasst einen Lageplan, der den eigenen Standort und die Gehminuten zu den nächsten Museen angibt. Das Material der Säulen – der Verbundwerkstoff Corian – ist nach Auskunft des Designers robust und strapazierfähig. Im Inneren steckt ein Stahlkern.

Das Begleitsystem solle als integraler Bestandteil des Kunstareals verstanden werden, heißt es. Sieben der 21 Stelen sind bereits im Umgriff der Pinakothek der Moderne aufgestellt, die restlichen folgen in den nächsten zwei Wochen. Umgeben sind die Mini-Litfaßsäulen von jeweils drei bis vier T-Elementen, die als Sitzgelegenheiten dienen. Die städtische Planungsreferentin Elisabeth Merk bezeichnete das Begleitsystem als Meilenstein, der letztlich auch durch die Vorschläge in einem Bürgergutachten ins Rollen gekommen sei.

Spaenle und Merk versprechen bessere Verkehrsanbindung

Spaenle und Merk betonten zugleich, dass möglichst bald auch eine bessere Verkehrsanbindung von der Altstadt zum Kunstareal geschaffen werden soll. Überlegungen gibt es. Beispielsweise eine neue Gestaltung der Oberfläche im Zuge der Sanierung des Altstadtring-Tunnels. Im Gespräch ist auch eine elegant geschwungene Fußgängerbrücke vom Ausgang der neuen Siemenszentrale am Oskar-von-Miller-Ring bis zur St.-Markus-Kirche an der Gabelsbergerstraße – anstelle der viel kritisierten, schmuddeligen Unterführung. Spaenle und Merk konnten sich überdies vorstellen, die Barer Straße als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen. „Wir müssen solche Visionen haben“, erklärte Merk. Gleichwohl räumte die Planungsreferentin ein: „Verkehrsfragen bleiben mühsam. Diese Debatten sind im Stadtrat nach wie vor ideologisch gefärbt.“ Merk sicherte zu, dass die Stadt parallel zum neuen Begleitsystem daran arbeite, an exponierten Plätzen ebenfalls moderne Wegweiser für das Kunstareal zu entwickeln. Verknüpfungen könnten auch im Zuge des Hauptbahnhof-Umbaus hergestellt werden.

Eine oft aufgeworfene Frage ist, wann ein gemeinsames Besucherticket für die Museen des Kunstareals eingeführt wird. Spaenle sagte dazu: „Wir arbeiten daran.“ Das Ziel sei lohnenswert. Allerdings müssten die „zwei Player Stadt und Land“ unter einen Hut gebracht werden.

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