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An der Kreuzung Dachauer/Marsstraße fuhr der Radler angeblich bei Rot über die Ampel.

Er muss 900 Euro Strafe zahlen

Polizist rammt Radler mit Streifenwagen: Entschuldigung vor Gericht

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München - In der Maxvorstadt rammte ein Polizeibeamter mit seinem Streifenwagen einen Radler um. Vor Gericht entschuldigte er sich bei dem Verletzten und muss nun zahlen.

Eigentlich wollte Johannes P. (Name geändert) einfach nur nach Hause radeln. Als er in die Dachauer Straße einbog, fand er sich aber kurz darauf am Boden wieder – vom Rad gerammt durch einen Streifenwagen. Und alles nur, weil er angeblich zu schnell gefahren war!

Durch den Sturz am 2. Oktober 2015 hatte er diverse Verletzungen davon getragen: unter anderem Prellungen am linken Arm und am Oberschenkel, ein Bluterguss am Auge und Schürfwunden am ganzen Körper. Gegen 23.55 Uhr hatten die Beamten angeblich versucht, den Radler anzuhalten, weil er eine rote Ampel überfahren hatte. Die Staatsanwaltschaft sah das aber anders: Sie wirft dem Polizisten am Steuer vor, „in einem äußerst knappen Abstand und einem sehr schrägen Winkel“ an Johannes P. vorbeigefahren zu sein. Er hätte „erkennen können und müssen“, dass es dem Beifahrer im Streifenwagen nicht mehr möglich war, seine Tür zu öffnen, „ohne den Geschädigten hierdurch zu Fall zu bringen“.

Weil Johannes P. in voller Fahrt gegen die Beifahrertür prallte und deshalb stürzte, stand der Fahrer gestern vor Gericht. Der Vorwurf: Er hatte den Radler durch seine Fahrweise so stark bedrängt, dass dieser gar nicht mehr ausweichen konnte. Die Anklage lautete deshalb auf Körperverletzung im Amt.

Polizist Johannes P. entschuldigte sich vor Gericht bei dem Radler. Er muss 900 Euro Strafe zahlen.

War der Unfall Absicht – oder nur ein Versehen? Gestern wurde der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt. „Mandant bedauert, dass durch seine Fahrweise jemand zu Schaden kam. Er hätte mehr Abstand halten müssen“, sagte Verteidiger Hartmut Wächtler in Namen vom Thomas B. Der Polizist selbst entschuldigte sich persönlich bei dem Radler: „Es war nicht meine Absicht, dass Sie stürzen“, sagt er. Und weiter: „Unsere Anhaltung war leider missglückt. Eigentlich wollte ich eher Schaden von Ihnen abhalten.“

Am Ende war’s egal: Thomas B. muss 900 Euro an sein Opfer zahlen, im Gegenzug stellte Amtsrichter Josef Bonkamp den Strafprozess gegen den Polizisten ein.

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