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Löwenfans zeigen Flagge gegen Rechts.

Fanprojekt in München

Bayern und Löwen vereint gegen Rassisten: Rot und Blau gegen Braun

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Rot und Blau vereint – das gibt es selten. Eigentlich nie. Den FC Bayern und den TSV 1860 verbindet nur bittere Rivalität, auch wenn sich die ersten Fußball-Mannschaften ewig nicht mehr begegnet sind.

München - Das Fanprojekt München hat beide Klubs zusammengeführt: „In Farben getrennt – in Erinnerung vereint“, lautet die Kooperation. Es geht darum, Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Und es geht darum, die Geschichte beider Vereine während der Zeit des Nationalsozialismus zu beleuchten. Im Mittelpunkt des Projekts steht eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Auschwitz.

Im NS-Dokuzentrum wurde das neue Bündnis vorgestellt. Jochen Kaufmann, Leiter des Fanprojektes München, sagt: „Die Idee ist entstanden, weil beide Vereine sich gegen rechtsextreme Tendenzen engagieren wollten.“ Seit Jahren leisteten die Ultragruppierung des FC Bayern „Schickeria“ sowie die „Löwenfans gegen Rechts“ in dieser Hinsicht einen wertvollen Beitrag. Und seit Jahren betreibe das Fanprojekt München flankierend Sozialarbeit.

„Es ist wichtig, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen“

Fußballfans sind ja eher eine schwierige Klientel für Versöhnungspolitik. Doch das Gemeinschaftsprojekt soll ein Anfang sein. Zusammen reisen werden die Fans allerdings nicht: 16 Anhänger der Löwen sind im Februar in Auschwitz gewesen, doppelt so viele Anhänger der Bayern sind gestern aufgebrochen. Anton Löffelmeier, Autor des Buchs Die Löwen unterm Hakenkreuz, war mit dabei in Auschwitz. Kaufmann stellt ihn als „bekennenden und leidenden 60er-Fan“ vor. Löffelmeier spricht von einer „sehr bewegenden Fahrt“. In seinem Buch hat er die Verstrickungen des TSV 1860 mit den Nazi-Machthabern aufgearbeitet. „Es ist wichtig, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen“, sagt der 58-Jährige, der im Stadtarchiv arbeitet.

Löwenfan und Buchautor Anton Löffelmeier (l.) und Simon Müller vom Bayern-Fanclub Schickeria.

1860 hatte immer wieder Probleme mit Neonazis in der Fanszene. In der Allianz-Arena versammelten sie sich im Block 132. Der harte Kern ist zwar nicht verschwunden. Aber die Szene sei auch nicht gewachsen, wissen Insider. Christian Exner, ehemals Fanbeauftragter des TSV, sagt: „Je lauter die Stimme der Vernunft in der Kurve, desto unangenehmer wird es den Rechtsextremen gemacht.“ Dafür sorgt bei den Bayern der unbequeme Fanclub Schickeria. Wie die Löwenfans gegen Rechts hat die Gruppierung Preise vom DFB bekommen. Die Ultras haben in Gedenken an den jüdischen Präsidenten Kurt Landauer (1884 – 1961) eine Stiftung gegründet. Sie sammeln derzeit Geld, dass eine Statue auf dem Vereinsgelände errichtet werden kann.

Lesen Sie auch: Das sind die fiesen Maschen der Rechtsextremen in München

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