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Szenen wie diese sind an der Brienner Straße keine Seltenheit: Radfahrer beanspruchen den Gehweg für sich, gefährden Fußgänger

Polizist angefahren

Radl-Krieg auf der Brienner Straße: „Wir sind fassungslos“

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An der Brienner Straße rasen immer mehr Radfahrer rücksichtslos über den Gehweg. Jetzt hat ein 62-Jähriger einen Polizisten gerammt. Geschäftsleute fordern ein härteres Durchgreifen.

München - „Eigentlich haben wir nichts gegen Radfahrer“, sagt Brigitte Meier, „aber es kann nicht sein, dass manche wie die Irren da durchrauschen.“ Zusammen mit ihrem Bruder Eduard betreibt die 54-Jährige als vormalig Königlich Bayerischer Hoflieferant das traditionsreiche Schuhgeschäft und die Gamsbar an der Brienner Straße. Seit Jahren haben die Meiers und ihre Angestellten Ärger mit rücksichtlosen Radl-Rambos, die den Gehweg für sich beanspruchen. Am Mittwoch rammt ein Radfahrer sogar einen Polizisten.

Es ist gegen 9.30 Uhr: Veronica Bräutigam (44), Verkäuferin in Meiers Schuhboutique, sitzt kurz vor Ladenöffnung mit Kollegen an einer Tischgruppe. Auf dem etwa zwei Meter breiten Gehweg dazwischen kontrolliert gleichzeitig ein Streifenpolizist in neuer blauer Uniform Radfahrer, die sich verbotswidrig an Fußgängern vorbeischlängeln oder mit hoher Geschwindigkeit an den Ladeneingängen vorbeibrausen – einen gesonderten Radweg gibt es an dieser Stelle der Brienner Straße nicht. 

„Die dreisten Radler klingeln sich hier den Weg frei“, sagt Veronica Bräutigam.

Radfahrer sollten vorschriftsmäßig auf der Straße unterwegs sein. Mehrere Falschfahrer werden ermahnt, halten brav an und lassen sich belehren – bis ein 62-Jähriger heranrauscht.

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Der Radfahrer rast in den Polizisten

Der Polizist stellt sich dem Ingenieur in den Weg, streckt seine Arme aus und signalisiert dem Mann eindeutig, dass er anhalten soll. Doch der Radfahrer denkt überhaupt nicht an Bremsen.

„Er trat kräftig in die Pedale“, erinnert sich Augenzeugin Bräutigam. „Der Mann hat den Polizisten mit Sicherheit erkannt, er wollte sich rechts an ihm vorbeidrücken.“ Doch der Beamte stellt sich dem Radfahrer weiter in den Weg. Weil keiner nachgibt, kommt es zum Zusammenstoß. „Plötzlich lagen der Polizist und der Radfahrer am Boden, das Fahrrad auf ihnen. Die waren beide erschrocken“, erzählt Bräutigam. Während der Beamte mit Schürfwunden und einer zerrissenen Hose davonkommt, hat es den Radfahrer schlimmer erwischt. Bei dem Sturz auf dem Gehweg brach er sich den Unterschenkel. Er kam mit einem Rettungsdienst ins Krankenhaus.

„Natürlich hat er ihn gesehen, er wollte nur nicht anhalten“

Laut Polizei gab der Unfallverursacher an, er habe den Polizisten nicht erkannt. Bräutigam kann da nur den Kopf schütteln: „Natürlich hat er ihn gesehen, er wollte nur nicht anhalten.“ Die Zustände an der Brienner Straße seien ohnehin seit Jahren eine Zumutung. Ladenchefin Brigitte Meier wünscht sich mehr Vernunft und Rücksicht bei den Radfahrern. Sie sagt: „Das Problem ist, dass sie meist nicht versichert sind und auch kein Nummernschild haben. Man sollte solche Leute leichter identifizieren können.“ Gegen den 62-Jährigen läuft jetzt ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Lesen Sie auch: Umfrage: Ist München wirklich so fahrradfreundlich, wie es tut? Außerdem: 7 Dinge müssen wir tun, um als Radler in München zu überleben

Auch Wolfgang Fischer, Geschäftsführer der Vereinigung der Innenstadthändler „City Partner München“, kennt das Problem: „Wir sind immer wieder fassungslos, mit welcher Rücksichtslosigkeit sich manche Radler in der Stadt bewegen.“ Laut Fischer gebe es mehrere solcher Stellen im Stadtgebiet.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Maxvorstadt – mein Viertel“.

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