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Die Justizwachtmeister durchkämmten am gestrigen Montag noch einmal das siebenstöckige Gerichtsgebäude, nachdem alle Sitzungen beendet waren.

In den Sitzungssälen flackerten Deckenleuchten 

Siebenstöckiges Strafjustizgebäude komplett geräumt - das war der Grund

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Aufregung im Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße: Am späten Montagvormittag musste das siebenstöckige Gebäude komplett geräumt werden.

Maxvorstadt - Grund dafür waren Probleme mit der Stromversorgung. Nach dem teilweisen Stromausfall am Sonntagnachmittag in München war im Justizgebäude das Notstromaggregat angesprungen. Selbiges ließ sich gestern nicht mehr auf den Normalbetrieb umschalten – die Technik spielte verrückt.

Mahlzeiten blieben liegen

Michael Höhne, Vorsitzender des Schwurgerichts München I schleppte drei prall gefüllte Aktenordner aus dem Haus. Mit dem Arbeiten im Büro war es gestern Mittag vorbei. Höhne erinnerte sich an ähnliche Stromversorgungsprobleme 1993 bei der Staatsanwaltschaft. Seitdem war nie wieder etwas Derartiges vorgefallen. Der Vorsitzende Richter im NSU-Prozess, Manfred Götzl, kam noch gut gelaunt aus der Kantine. Dort hatte er mit seinem Senat als vermutlich einer der Letzten ein frühes Mittagessen genossen – danach musste auch er raus. Die restlichen Mahlzeiten blieben liegen.

Sitzungssaal für Sitzungssaal klapperten die Justizwachtmeister und anwesenden Polizisten auf Anweisung des OLG-Präsidenten Peter Küspert ab. Niemand durfte im Gebäude bleiben. Bei einem wirklichen Notfall hätte die Notwege-Beleuchtung nicht mehr funktioniert. Die inhaftierten Angeklagten wurden Schub für Schub wieder zurück ins Gefängnis gebracht. Anschließend durchkämmten die Wachtmeister noch einmal das Gebäude.

Richter und Verteidiger standen vor verschlossener Tiefgarage

Schon in der Früh waren die Richter und die Verteidiger vor einer verschlossenen Tiefgarage gestanden. Die Aufzüge funktionierten nicht. Auf den Gerichtsfluren herrschte tiefe Dunkelheit. Und in den Sitzungssälen flackerten die Deckenleuchten bedenklich.

Am heutigen Dienstag, 8. Mai, soll ein normaler Betrieb wieder möglich sein. Allerdings läuft die Stromversorgung immer noch nicht ganz rund. Mit Einschränkungen in der Garage wie bei den Aufzügen muss gerechnet werden. 

Angela Walser

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