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Süleyman D. am Montag beim Prozessauftakt.

Peiniger vor Gericht

Studentin auf Uni-Toilette vergewaltigt - „Ich dachte, jetzt muss ich sterben“

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Eine Studentin sucht in der Münchner Uni eine Toilette auf. Ein Mann stürmt in die Kabine, drückt die junge Frau nieder und vergewaltigt sie. Nun steht er vor Gericht.

München - Es geschah um kurz vor 16 Uhr, am helllichten Tag. Im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität. Hier wurde Maria D. (25, Name geändert) am 27. Januar brutal vergewaltigt und schwer verletzt. Doch niemand hörte ihre Schreie. Zehn Minuten lang war sie dem Täter ausgeliefert.

Seit Montag muss sich Süleyman D. (26) am Landgericht verantworten – für die angeklagte Tat sowie für einen weiteren Vergewaltigungsversuch. Er ist ein Mann wie ein Baum: groß gewachsen, breite Schultern, große Hände. Aber in seinem Kopf läuft etwas falsch. An die Vorfälle kann sich der Angeklagte nicht erinnern. Einem Gutachter hatte er erzählt, Stimmen hätten ihm befohlen, in die Uni zu gehen. Doch vor Gericht spricht er kaum ein Wort.

Dafür brachte Miriam D. den Mut auf und sagte gegen ihren Peiniger aus, dem sie am Montag erstmals wieder begegnete. Tapfer berichtete sie, was ihr an jenem Tag zugestoßen ist. Es war einer der seltenen Vergewaltigungsfälle, bei dem die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen wurde – weil Richter Philipp Stoll es für wichtig befand, dass jeder die Geschichte der Studentin hören sollte. Auch deshalb, weil sie es schaffte, den Täter am Ende zu überlisten und sich zu befreien.

„Ich griff reflexartig nach der Klinke und rief: Besetzt!“

Eingeschlossen in der Kabine: So war es Miriam D. am 27. Januar in dieser Uni-Toilette ergangen, die sie nach einer Vorlesung aufgesucht hatte.

Mit Perücke und Sonnenbrille betrat Miriam D. den Gerichtssaal, dazu band sie sich einen großen Schal um den Hals, der ihr spürbar ein Stück Schutz verlieh. Dann sprach die Studentin ganz offen über die Vergewaltigung. „Es war freitags. Ich hatte Vorlesung bis viertel vor vier, das Gebäude war schon leer. Danach hatte ich noch einen Termin bei meinem Dozenten und wollte kurz zur Toilette im zweiten Stock.“ Die linke Kabine ist besetzt, deshalb geht Miriam D. in die Kabine daneben. „Das war komisch, denn es war absolut still.“ Sekunden später beginnt der Horror. „Plötzlich riss jemand von außen die Tür auf. Ich griff reflexartig nach der Klinke und rief: Besetzt!“ Doch davon lässt sich der Täter nicht abhalten. „Er drückte sich zu mir in die Kabine. Ich realisierte sofort, was jetzt los ist, und begann laut zu schreien.“

Was der Vergewaltiger genau sagte, daran erinnert sich die Studentin nicht. Aber was er ihr antat, wird sie nie vergessen. „Es war sehr eng. Ich habe mich vehement gewehrt und versucht, ihn wegzudrücken, denn ich war noch entblößt untenrum. Er versuchte, mich zu berühren, hat mir den Mund zugedrückt und viele Haare ausgerissen.“

Kräftemäßig hatte die Studentin keine Chance

Kräftemäßig hat sie keine Chance. „Er drückte mich auf den Mülleimer, mein Arm lag auf dem Rand. Ich hörte, wie der Knochen brach und schrie laut auf. Doch er machte weiter.“ Und beginnt, sie zu begrapschen. „Ich hatte starke Schmerzen. Mein letzter Ausweg war, in seine Hand zu beißen. Aber er reagierte nicht, sondern keuchte nur.“ Brutal drückt der Täter Miriam D. auf den Boden und vergewaltigt sie. „Ich konnte mich nicht mehr bewegen und schrie um Hilfe. Da drückte er mir die Hand auf Mund und Nase. Ich bekam keine Luft mehr und dachte, ich muss sterben.“

Im Überlebenskampf trifft die Studentin eine richtige Entscheidung: Sie spricht Süleyman D. an und berührt ihn an der Wange. „Er wurde ruhiger und ließ von mir ab.“ Ein Gespräch entsteht. „Ich habe dich schon länger beobachtet“, habe D. gesagt – weil er sich nie traute, sie anzusprechen. Kurz darauf flieht er. Um 16.09 Uhr wählt Miriam D. den Notruf. Wenige Tage später nimmt die Polizei ihn in der Uni festbevor er wieder zuschlagen kann.

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