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Kurier-Treff: das neue Mikrodepot an der Bernhard-Wicki-Straße. 

 Päckchen-Lieferung auf zwei statt vier Rädern

Testlauf: Kommen jetzt die Lastenrad-Kuriere?

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Die Idee ist bestechend, besonders für die Großstadt: Päckchen kommen umweltfreundlich zum Kunden – per Lastenrad statt im lärmenden, die Luft verpestenden Transporter.

München - Doch dafür braucht es Übergabestationen, an denen die Ware für die vielzitierte letzte Meile vom Auto aufs Radl umgepackt wird. Ein erstes solches „Mikrodepot“ in München steht jetzt zur Erprobung an der Bernhard-Wicki-Straße am nordwestlichen Ende der Hackerbrücke. 

Zwei Firmen stellen der Stadt das Mikrodepot für eine auf sechs Monate angesetzte Testphase kostenlos zur Verfügung: Die Paul Wolff GmbH, ein Hersteller von Depotschränken, und die Paketin GmbH, ein Entwickler von IT-Schließsystemen. Erprobt wird das System in der Landeshauptstadt zunächst von der Rapid Kurierdienste KG, die sowohl Auto- als auch Fahrradkuriere einsetzt.

Durch den Internethandel hat der Lieferverkehr zugenommen, und mit ihm die Luftverschmutzung. Zudem stört die Flut der Lieferdienste insbesondere in dichten Innenstadtgebieten Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichermaßen.

Lastenräder können hier die Lösung sein. Die Mikrodepots helfen dabei, Lieferketten zu optimieren, da dort Autokuriere Waren an Fahrradkuriere übergeben können – und umgekehrt –, ohne sich persönlich treffen zu müssen.

Bis 2020 testet das europäische Projekt „Civitas Eccentric“ Lösungen für zukunftsorientierte und umweltfreundliche Mobilität. Mehr als 50 Maßnahmen sollen dabei in den Projektstädten München, Madrid (Spanien), Stockholm (Schweden), Ruse (Bulgarien) und Turku (Finnland) umgesetzt werden. In München ist nach Angaben der Stadt im kommenden Jahr ein weiterer Test mit verschiedenen Depots in Kooperation mit einem lokalen Lieferdienst geplant. Vier bis sechs Mikrodepots sollen dann am Innenstadtrand aufgestellt werden. Sie können so nach einer ersten Testphase flexibel an jeden anderen Standort transportiert werden, um die Lieferketten mit wachsender Erfahrung fortlaufend zu verbessern.

Die Technische Universität München, Professur für Siedlungsstruktur und Verkehrsplanung, begleitet das Projekt wissenschaftlich. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung ist eng eingebunden und koordiniert federführend die Abstimmung mit zwei thematisch verwandten Projekten. Denn auch der Logistiker UPS wird ein ähnliches System testen: Für dessen Projekt „City2Share“ soll es in Kürze in München zwei Depots geben. Von dort aus plane UPS die „Feinverteilung“ mit Sackkarre und Lastenfahrrad in einem Radius von 600 Metern, erklärt der Leiter der Abteilung Verkehrsplanung im Rathaus, Georg Dunkel.

Informationen zu den Münchner Projekten auf www.muenchen.de/eccentric

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