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Angeklagt: Dibba S. (25, l.) muss sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantwortenz

Opfer bricht vor Gericht in Tränen aus

Ist er der Vergewaltiger aus dem Alten Botanischen Garten?

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München - Im Alten Botanischen Garten wurde Sabrina K. vergewaltigt. Den mutmaßlichen Haupttäter traf sie Wochen später zufällig im Bahnhof wieder. Nun standen sich Täter und Opfer vor Gericht gegenüber.

Ihre Tränen kann Sabrina K. (36, Name geändert) vor Gericht nicht zurückhalten. Mit zittriger Stimme spricht sie über den Horror des 21. August 2015 – den Abend, als sie im Alten Botanischen Garten vergewaltigt wurde. „Ich war alleine unterwegs und rannte, weil ich spät dran war. Plötzlich rammte mich jemand von der Seite um. Es fühlte sich an, als wäre ich gegen eine Mauer gekracht.“

Laut Anklage war es aber Dibba S. (25), der sie im Dunkeln umriss, nachdem er aus einem Gebüsch gesprungen war. Zwei seiner Komplizen sollen Sabrina K. festgehalten haben, als er sich mutmaßlich an ihr verging. Zwei weitere standen Schmiere, um die Tat zu decken. „Es waren fünf Männer“, beteuert Sabrina K. „Ich kann das bis heute nicht fassen.“

Auf sie wirkte die Tat „wie organisiert. Es ging alles blitzschnell.“ Mit grober Gewalt habe Dibba S. sie zu Boden gedrückt. „Seine zehn Finger presste er in meinen Oberschenkel, dann riss er mir die Hose runter.“

Ein Schock für Sabrina K.! Aber sie konnte sich selbst befreien. „Ich biss ihn in die Hand. Als er kurz von mir abließ, schrie ich laut um Hilfe.“ Passanten eilten zu dem Vergewaltigungsopfer. Daraufhin verschwanden die Männer.

Opfer trifft Täter am Hauptbahnhof wieder

„Ich hatte Angst, sie anzuzeigen“, sagt Sabrina K. Vier Wochen später sieht sie Dibba S. aber durch Zufall am Hauptbahnhof wieder. „Das war, als hätte mich der Blitz getroffen. Aber er grinste nur dreckig. Ich wählte sofort den Notruf.“ Polizisten nehmen den mutmaßlichen Vergewaltiger fest – und Sabrina K. gleich mit. Denn sie hatte eine offene Geldstrafe nicht bezahlt. Vor dem Landgericht sahen sich beide am Mittwoch erstmals wieder.

„Mein Mandant bestreitet, an einer solchen Straftat beteiligt gewesen zu sein“, sagte Verteidiger Stefan Korn. Aus dem Senegal sei Dibba S. im Sommer über das Meer nach Italien geflüchtet. „Zuhause wurden mein Vater und meine Schwester vor meinen Augen getötet“, sagt Dibba S. Im Rahmen des Asylverfahrens sei er dann in eine Unterkunft nach Planegg gekommen.

Im Prozess streicht er sich immer wieder durch das dichte Haar und wischt sich die Augen. Unsicher schaut er zu Sabrina K., die seinen Blick kurz erwidert. Dann schaut sie weg und weint. „Die Tat verfolgt mich bis heute“, sagt sie. Am Montag wird der Prozess fortgesetzt. 

Andreas Thieme

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