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Prägt das Stadtbild am Stiglmaierplatz: Der Löwenbräukeller mit seinem Turm. Welches Bier dort künftig ausgeschenkt wird, ist unklar.

Flaggschiff am Stiglmaierplatz

Das wäre kurios: Löwenbräukeller ohne Löwenbräu?

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    Sascha Karowski
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Die Marke Löwenbräu verschwindet immer mehr aus dem Stadtbild. Jetzt soll auch das Flaggschiff weichen.

München - Im Löwenbräukeller könnte schon bald anderes Bier ausgeschenkt werden. Neu-Wirt Edi Reinbold verhandelt offenbar mit Augustiner, König Ludwig und Tegernseer. Mit seinem markanten Turm ist der Löwenbräukeller das prägende Gebäude am Stiglmaierplatz. Zwischen 1882 und 1883 wurde das Gebäude nach den Plänen von Architekt Albert Schmidt gebaut, der unter anderem auch für die Kirche St. Lukas in Lehel verantwortlich war. Besitzer war Ludwig Brey, damals Brauer und Eigentümer der Löwenbrauerei. Der hatte die vorigen Gebäude erworben, um den Wirtsgarten der Löwenbräu von der Sandstraße zu seinem Brauereigelände zu verlegen. Der Löwenbräukeller war mithin schon immer untrennbar mit der Brauerei verbunden. Doch das könnte bald Geschichte sein.

„Das kann ich erst ab 1. April beantworten“

Informationen unserer Zeitung zufolge überlegt Neu-Wirt Edi Reinbold (75, „Zum Franziskaner“, „Schützen-Festzelt“), im Löwenbräukeller kein Löwenbräu mehr auszuschenken. Auf Anfrage sagte Reinbold: „Das kann ich erst ab 1. April beantworten.“ Dann übernimmt er das Lokal von Vorgänger Christian Schottenhamel (55). Der Wiesn-Wirt verköstigt nun am Nockherberg. Reinbold hat den Löwenbräukeller gekauft. Er müsse sich mit seinem Team jetzt erst einmal alles im Lokal anschauen. Einige Tage werde der Löwenbräukeller nach der Übernahme wohl schließen, die Küche etwa müsse erneuert werden. Sein jüngster Sohn Ludwig (30) soll das Lokal an der Ecke Dachauer-/Nymphenburger Straße leiten. Ludwig Reinbold betreut bis jetzt das Hotel „Drei Löwen“, das sodann eventuell an einen Hotelleiter übertragen werden könnte. Reinbolds ältester Sohn Mathias (31) ist für den Franziskaner in der Innenstadt zuständig. Dort endet der Pachtvertrag 2022. Der Gebäudekomplex soll umgebaut werden. Ob der Franziskaner bleiben darf, ist ebenso unklar wie die Zukunft als Gastrobetrieb. Kolportiert wird, dass der Eigentümer, die Nymphenburger Immobilien AG, mittelfristig aus der gastronomischen Nutzungen aussteigen und eine Einkaufspassage errichten möchte.

Mit anderen Brauereien spreche er bezüglich des Löwenbräukellers derzeit nicht, sagt Reinbold. Aber: „Die Verträge mit Löwenbräu laufen aus in diesem Jahr.“ Die Brauerei äußerte sich auf Merkur-Anfrage nicht zum Thema Löwenbräukeller.

Nach Recherchen unserer Zeitung soll Reinbold in Gesprächen mit Augustiner stehen. Auch die Namen Tegernseer und König Luitpold fallen immer wieder. Hintergrund könnte zum einen sein – so heißt es aus Gastrokreisen – dass sich Gespräche mit Löwenbräu immer schwieriger gestalten. Nach der Übernahme durch die weltgrößte Brauerei ABInBev (unter anderem Diebels, Becks, Corona) kümmere sich Löwenbräu nur noch spärlich um seine Wirte. Eine persönliche Verbundenheit sei kaum gegeben, die Zusammenarbeit schwierig. „Kaum ein Wirt nimmt freiwillig Löwenbräu, wenn er nicht irgendwelche Verpflichtungen hat“, sagt ein Insider.

Finanzielle Bedingungen aus Wirtesicht bei Augustiner besser

Zum anderen, so war weiter zu erfahren, seien die finanziellen Bedingungen aus Wirtesicht bei Augustiner besser. Der Gewinn sei größer, verrät ein anderer Insider. Denkbar sei aber auch, dass Edi Reinbold einfach nur pokert, um bei Löwenbräu etwas mehr rausschlagen zu können. Denn auch auf der Wiesn ist er mit Löwenbräu verbunden: Im Schützen-Festzelt schenkt er Löwenbräu aus. Das Zelt ist kein Brauereizelt, ein Wechsel wäre deswegen prinzipiell möglich. Jedoch sind die Reinbolds von den Betreibern des Zelts, dem Bayerischen Sportschützenbund, abhängig. Dieser setzt die Wirte ein. Die Stadt wiederum setzt auf ein ausgeglichenes Verhältnis der Brauereien auf dem Oktoberfest. Ein Kenner: „Einem Brauereiwechsel würde die Stadt wohl nicht zustimmen.“

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Sascha Karowski und Ramona Weise

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