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Mieten in München: Preise steigen weiter - die Zahlen für Ihr Viertel

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Von: Marc Kniepkamp

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Wohnungen in München
Wohnen in München wird immer teurer. © dpa

Für Münchens Mieter ist keine Entwarnung in Sicht. Der neue Marktbericht des Immobilienverbandes IVD zeigt, dass die Preise im vergangenen Halbjahr sogar noch rasanter gestiegen sind als in den Jahren zuvor.

München - Wie bei einer Bergtour: Erst beginnt Anstieg sanft, dann wird’s immer steiler. Genau so läuft das auch bei den Münchner Mieten. „Die Dynamik der Preissteigerung hat sogar noch zugenommen…“ Der IVD zeigt in seinem neuen Marktbericht die Entwicklung: Durch die Bank sind die Preise im vergangenen Halbjahr deutlich gestiegen – egal ob bei Altbauten oder Neubauten, bei Wohnungen oder Reihenhäusern. Beim Altbau hat der Preis die magische 17-Euro-Marke gesprengt, im Neubau sind 18 Euro fällig. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lage der Wert im Altbau noch bei 12 Euro und im Neubau bei 12,50 Euro. „Trotz der hohen Mieten ist die Nachfrage weiter hoch“, so Kippes. Nicht nur die vielen Interessenten, auch die steigenden Bodenpreise treiben die Mieten: „Die Grundstückspreise sind schon längst nicht mehr marktrealistisch.“

Das beklagt auch Volker Rastätter, Chef des Mietervereins: „Leider ist es Realität, dass auch der Neubau kaum bezahlbaren Wohnraum bringt. Um das zu ändern, müssten wir auch das Bodenrecht ändern, damit die Grundstückspreise gedeckelt werden können.“ Seine Prognose: „Die steigenden Mieten werden irgendwann nicht mal mehr für den Mittelstand bezahlbar sein.“ Also doch ein Unterschied zur Bergotur. Denn der Kraxler kommt irgendwann auf dem Gipfel an – die Mieten scheinbar nicht…

Mieten nach Stadtteilen (70-qm-Wohnung, guter Wohnwert, qm-Preis)
ViertelMiethöhe
Hasenbergl12,10 €
Neuperlach12,20 €
Riem12,50 €
Aubing-Lochhausen-Langwied12,60 €
Feldmoching12,60 €
Freimann12,90 €
Fürstenried13,00 €
Allach-Untermenzing13,00 €
Milbertshofen13,10 €
Ramersdorf13,20 €
Berg am Laim13,40 €
Parkstadt-Solln13,60 €
Waldperlach13,60 €
Forstenried13,70 €
Moosach13,70 €
Hadern13,80 €
Laim13,90 €
Pasing14,00 €
Trudering14,10 €
Obermenzing14,10 €
Obersendling14,20 €
Bogenhausen-Oberföhring14,30 €
Obergiesing14,30 €
Bogenhausen-Johanneskirchen14,40 €
Sendling14,40 €
Sendling-Westpark14,40 €
Untergiesing14,40 €
Bogenhausen-Denning14,60 €
Thalkirchen14,60 €
Alt-Solln14,90 €
Bogenhausen-Arabellapark15,00 €
Harlaching15,00 €
Waldtrudering15,00 €
Schwanthalerhöhe15,30 €
Neuhausen15,70 €
Schwabing-West16,70 €
Alt-Bogenhausen16,80 €
Au-Haidhausen16,80 €
Nymphenburg17,10 €
Schwabing17,20 €
Maxvorstadt17,70 €
Ludwigvorstadt-Isarvorstadt17,80 €
Altstadt-Lehel19,40 €

Quelle: IVD Süd

Rudolf Stürzer, Chef des Haus-und-Grundbesitzer-Vereins, stellt aber fest, dass in München immer noch viel Geld flüssig ist: „Das kann man auch daran sehen, dass die Münchner jedes Jahr mehr Wohnfläche pro Person in Anspruch nehmen.“ Der erwartete Zuzug werde die Preise weiter in die Höhe treiben. Stürzer: „Das Angebot kann nie mit der enormen Nachfrage Schritt halten.“

Altbau, Bestand, Neubau – was Häuser und Wohnungen jetzt kosten

Preisexplosion im Jahr 2017: Münchens Mieter müssen noch mal deutlich tiefer in die Tasche greifen

einfacher Wohnwertmittlerer Wohnwertguter Wohnwertsehr guter Wohwert
ObjektartHerbst 2017Frühjahr 2017Herbst 2017Frühjahr 2017Herbst 2017Frühjahr 2017Herbst 2017Frühjahr 2017
Wohnung/Altbau (vor 1950)11,30 €/qm11 €/qm14,50 €/qm14 €/qm17 €/qm16,8022,50 €/qm22 €/qm
Wohnung/Bestand (nach 1950)11 €/qm10,80 €/qm13,50 €/qm13,10 €/qm16 €/qm15,50 €/qm20 €/qm19,50 €/qm
Wohnung/Neubau (Erstbezug)----16,30 €/qm15,90 €/qm18 €/qm17,60 €/qm23,20 €/qm22,90 €/qm
Reihenmittelhaus/Bestand1520 €1490 €1790 €1750 €2050 €2000 €----
Reihenmittelhaus/Erstbezug----2000 €1950 €2300 €2230 €----
Doppelhaushälfte/Bestand1650 €1630 €2020 €1980 €2450 €2380 €----
Doppelhaushälfte/Neubau----2420 €2350 €2900 €2820 €----

Quelle: IVD Süd

Reiter: Freistaat muss handeln!

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat sich in einem offenen Brief an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gewandt. Reiter will erreichen, dass die Stadt auch in Zukunft die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen unter bestimmten Bedingungen verbieten kann. Der Freistaat hatte diesen sogenannten Umwandlungsvorbehalt im Jahr 2014 beschlossen. Im Februar 2019 tritt die entsprechende Verordnung allerdings wieder außer Kraft. Reiter sieht in ihr aber ein wichtiges Instrument gegen die Vertreibung angestammter Bewohner aus ihren Vierteln. „Zusammenfassend lässt sich nach mehrjährigem Vollzug des Genehmigungsvorbehaltes feststellen, dass die Gesetzesintention zum gewünschten Erfolg geführt hat“, schreibt Reiter in seinem offenen Brief. Die Stadt habe die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zwar „nicht gänzlich verhindern, aber wirksam beschränken“ können. Reiters Sorge: Würde die Stadt dieses Instrument nicht mehr zur Verfügung haben, wäre es für viele Eigentümer attraktiv, Wohnungen umzuwandeln – die alteingesessene Wohnbevölkerung hätte dann das Nachsehen.

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