Trambahnen kollidieren: Bayerstraße momentan teilweise gesperrt

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Über 200 Meter hoch

So fühlt sich die Arbeit auf Münchens höchster Baustelle an

Auf dem Olympiaturm in München wird derzeit gewerkelt und geschuftet. So geht es bei der Renovierung auf Münchens höchster Baustelle zu.

München - Schrauben und Muttern statt Touris und Selfies – was ist da los auf der höchsten Besucherplattfrom des Olympiaturms? Was ist das für ein grünes Netz, das da oben den Beton verdeckt? Was wir hier sehen, ist die höchste Baustelle der Stadt. Die Arbeiter werkeln hier gerade mehr als 200 Meter über dem Erdboden. Der Turm ist mittlerweile fast 50 Jahre alt, da ist ein bissl Erneuerung nötig. Wobei „ein bissl“ ganz schön viel und ganz schön spannend sein kann… 40 Tonnen Material, viele Arbeiten in der Nacht (um keine Besucher zu gefährden) – und dann dieser Blick über die Stadt… Da wollten wir mal genauer hinschauen: die tz zu Besuch auf der Turm-Baustelle:

Die Hebebühne: 40 Tonnen in sieben Minuten

Hier darf keiner ohne Sicherheitsgurt rauf (siehe Artikelbild): Die Hebebühne für den Materialtransport hat keine Absperrung nach unten. Der Außenaufzug bringt insgesamt rund 40 Tonnen Baumaterial entlang der Turmfassade nach oben. Für die 200 Meter braucht er ca. sieben Minuten. Die oberste Besucherplattform ist für die Dauer der Arbeiten gesperrt. „Hier kommt außer uns keiner rein“ so Projektleiter Georg Steinbeck. 

Unten am Turm achten während der Nacht und in den frühen Morgenstunden Sicherheitsleute darauf, dass keine Besucher in der Nähe des gefährlichen Transports sind. Leichtere Teile tragen die Arbeiter von Hand über mehrere Stockwerke im Inneren des Turms.

Arbeiten über der Besucherplattform

Hier stehen wir auf einem Gerüst oberhalb der Besucherplattform. Leitern verbinden die einzelnen Ebenen, gerade eben kommt Arbeiter Miguel Munoz (Foto) von der Firma Schäfer Gerüstbau durch die Luke. „Die Arbeiter hängen sich mit einem sogenannten Mitläufer ein und können so maximal eine Sprosse tief fallen“ sagt Projektleiter Steinbeck. 

Auf den Plattformen sammeln die Handwerker die Materialien. Immer mit dabei: das Windmessgerät. „Ab Windstärke fünf müssen wir die Arbeiten unterbrechen, weil es sonst zu gefährlich wird“, so Steinbeck. Auch der Höhenunterschied spielt für die Sanierung eine große Rolle. „Da kommt es schon mal vor, dass es unten regnet und bei uns oben auf dem Gerüst schneit“, erzählt Gerüstbauer René Schierstedt.

Neuer Anstrich für den Olympiaturm

Bauarbeiter Ivalyo Ivanov, Fa. Hydtro-Tech verpasst dem Betonschaft einen neuen Anstrich. Hier geht es nicht um die Farbe, sondern um die Betondeckung. Die Hydro-Tech Leute verstärken die bisher 35 Millimeter starke Schicht und spachteln kleine Löcher zu – sonst könnte der Beton durch die Witterung aufplatzen. „Die Sanierung des Betons war zwingend notwendig“, so der Projektleiter. Seit der Eröffnung 1968 hat es keine grundlegende Sanierung des Turms gegeben. 2015 hat der Park den Schaft an den unteren Besucherplattformen erneuern lassen (der Park hat nichts erneuert. Die Stadtwerke führt Prüfungen durch, um zukünftige Sanierungen zu planen). 

Das Gleiche passiert jetzt zwischen 190 und 248,5 Metern. Außerdem erneuern die Handwerker von Reiter Antennenbau defekte Gitterroste, demontieren nicht mehr benötigten Stahlbau und erneuern Steigleitern. Die Fa. Hydro-Tech reinigt mit Hochdruckwasserstrahlen die Bereiche zwischen den Plattformen. Hier lagern sich Abgase aus der Stadt ab und fließen bei Regen den Schaft runter.

Gerüstbauen in 200 Meter Höhe

Sie tragen diese Baustelle: René Schierstedt und Pascal Wittwer von Schäfer Gerüstbau. Nur von einem Gurt gesichert, baumeln sie an der Kante und bauen Gerüstteile zusammen: die Voraussetzung dafür, dass die Anderen überhaupt am Beton arbeiten können. Höhenangst? Das nicht. Aber, so Wittwer (21): „Respekt hat man schon…“ 

Und Junior-Bauleiter René Schierstedt sagt: „Diese Aussicht vom Arbeitsplatz ist schon was Besonderes.“ In den nächsten Wochen wird das Gerüst noch weiter nach oben wachsen. Außerdem kommt ein Hängegerüst unter die erste Besucherplattform: Auch dort wollen die Arbeiter den Beton prüfen.

Mit Alpin-Profis in luftiger Höhe

So weit oben braucht’s spezielle Technik. Für die Arbeiten am Stahlschaft der Turmspitze hat der Bauleiter Spezialisten aus Österreich angefordert. „Die führen die Arbeiten in Alpintechnik aus“, sagt Steinbeck. Weil es in der Höhe keine Plattformen mehr gibt, sitzen sie in Hängesesseln wie auf dem Foto. Hoch ist übrigens nicht nur die Baustelle selber – sondern logischerweise auch die Kosten. 

„Eine hohe sechsstellige Summe“ wird insgesamt fällig, so Christian Fischer, Pressesprecher der Telekom. Auch die Stadtwerke sind anteilig dabei, denn sie teilen den Turm mit der Deutschen Funkturm GmbH (Tochtergesellschaft der Telekom). Voraussichtlich dauern die Arbeiten auf Münchens höchster Baustelle noch bis Mitte Juli.

Paulina Demmer

Unsere wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Milbertshofen – mein Viertel“.

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