80.000 Euro Sachschaden

Lebensretter per Skype: Schweizer alarmiert Münchner Feuerwehr

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München - Ein Schweizer skypt mit einer Bekannten in München. Plötzlich sieht er am Monitor, dass es in der Wohnung der Frau brennt. Der Schweizer zögert nicht - und alarmiert die Feuerwehr über das Internet.

Eine Videokonferenz über den Internet-Dienst Skype mit einem Schweizer Bekannten hat einer Frau aus der Schopenhauerstraße (Milbertshofen) wahrscheinlich das Leben gerettet. Kurz nach ein Uhr in der Nacht auf Samstag sah der Bekannte während des Gesprächs im Hintergrund der Wohnung der 41-Jährigen plötzlich Feuerschein! Noch bevor er sie darauf aufmerksam machen konnte, brach der Kontakt zusammen und der Bildschirm wurde dunkel.

Außer sich vor Sorge suchte der Eidgenosse im Internet die Telefonnummer der Münchner Feuerwehr und stieß auf die Feuerwache 3 in der Heimeranstraße (Westend), in der sich auch die Integrierte Leitstelle befindet. In Sekundenschnelle verband die Vermittlung den Schweizer mit der Leitstelle. Schon machte sich die Feuerwehr mit Blaulicht auf den Weg in die Schopenhauerstraße. Kurz darauf gingen weitere Notrufe ein. Heimkehrende Nachbarn hatte ebenfalls den Rauch im Flur des zweiten Stockwerks bemerkt.

Zu diesem Zeitpunkt irrte die alkoholisierte Frau bereits desorientiert durch ihre stark verrauchte Wohnung und verkroch sich schließlich im Schlafzimmer. Dort fanden sie die Feuerwehrleute, die erst die Tür aufbrechen mussten. Der Notarzt nahm sie vor der Tür in Empfang. Die Frau hatte alle Symptome einer schweren Rauchvergiftung und kam deshalb sofort in die Klinik. Das brennende Mobiliar war schnell gelöscht. Der Schaden in Höhe von 80.000 Euro beschränkt sich auf die Wohnung. Alle anderen Mieter konnten in ihren Wohnungen bleiben. Die Brandfahnder der Polizei suchen nun in den Trümmern die Brandursache. Der Schweizer wurde von der Feuerwehr informiert, dass seine Bekannte dank seiner schnellen Reaktion rechtzeitig gefunden wurde.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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