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Eins, zwei, viele: Beim Zählen der bunten, wuseligen Südseefische nicht durcheinander zu kommen, ist gar nicht so einfach.

Im Groß-Aquarium wartet viel Arbeit

Fische zählen: Inventur im Sea Life

München - Das ist eine Inventur der besonderen Art: Einmal jährlich zählen die Mitarbeiter des Sea-Life-Aquariums im Olympiapark ihre Fischbestände durch.

Mit den grünen Meeresschildkröten werden Jens Bohn, Kurator beim Sea Life München, und sein Team in den kommenden Tagen nur wenig Arbeit haben. Denn von dieser Art besitzt das Aquarium genau ein Exemplar, das zudem auch noch ziemlich gut sichtbar und langsam ist. Bei anderen Tieren allerdings wird sich das Großprojekt Inventur, das sich das Sea Life für die kommenden Wochen vorgenommen hat, deutlich schwieriger gestalten.

Einmal im Jahr zählen die Mitarbeiter des Sea Life die in ihren Aquarien lebenden Tiere durch. „So überprüfen wir, ob die Zahlen, die wir übers Jahr gesammelt haben, auch wirklich stimmen“, erklärt Bohn. Denn zwar versuchen die Mitarbeiter auch auf ihren täglichen Rundgängen, den Überblick über die Fischbestände in den Aquarien zu behalten, aber Fehler können passieren, und in einigen schlecht einsehbaren Becken kommen unbemerkte Geburten und Todesfälle durchaus häufiger vor.

„Die Zahlen sind natürlich zum einen für uns als Firma interessant, wir geben sie aber auch an die Naturschutzbehörde“, erklärt der Kurator die etwas ungewöhnliche Zählaktion.

Bei insgesamt über 4000 Tieren, die derzeit in dem Aquarium im Olympiapark leben, ist so eine Inventur keine leichte Aufgabe. Eine Woche dauert das große Durchzählen in der Regel. Für Tiere, die nicht so leicht auf einen Blick zu erfassen sind wie die träge Meeresschildkröte, greifen die Mitarbeiter auch schon mal zu kreativen Methoden. „Wir machen zum Beispiel Fotos der Becken und zählen die Tiere darauf durch“, erklärt Bohn. Das hilft insbesondere bei kleinen und wendigen Tieren, wie zum Beispiel den Elritzen. 60, schätzt Bohn, hat das Aquarium derzeit im Bestand, genau wird es der Kurator aber erst in einer Woche wissen. Doch trotz Tricks, so Bohn, sei das Zählen der Tiere in den oft verwinkelten Becken vor allem eines: Erfahrungssache. „Unser Team geht täglich mit den Tieren um und kennt sich dementsprechend gut aus.“

Dass das Zählen der Wasserbewohner für ungeübte Augen gar nicht so einfach ist, davon können sich derzeit auch die Besucher des Aquariums im Olympiapark überzeugen. Noch bis zum 29. Januar bekommen sie vor ihrem Rundgang Zählzettel ausgehändigt, auf denen sie ihre eigene Schätzung des Fischbestandes eintragen und beim Aquarium abgeben können. Unter den Hobbyaquaristen mit den schärfsten Augen verlost das Sea Life dann Ende Januar eine Jahreskarte.

Annika Schall

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