+
Schön anzusehen, aber nur von außen. Konzertveranstalter halten die Kleine Olympiahalle für schwer bespielbar.

30 Millionen Fehlinvestition?

Kleine Olympiahalle: Katzen statt Konzerte

  • schließen

München - Ausstellungen und Messen statt Konzerte: Die Kleine Olympiahalle hat nie so funktioniert, wie die Stadt es eigentlich gewollt hatte. Stadt und Olympiapark finden das gar nicht so schlimm.

Die Kleine Olympiahalle hat nie so funktioniert, wie die Stadt es eigentlich gewollt hatte. 2011 war sie als mittelgroße Konzerthalle eröffnet worden. Kosten: 30 Millionen Euro. Die Realität sind nun Messen und Ausstellungen. Stadt und Olympiapark finden das gar nicht so schlimm.

Christine Strobl war auch privat schon in der Kleinen Olympiahalle. „Ich bin ja Katzenfreundin“, erzählt die Dritte Bürgermeisterin und Olympiapark-Aufsichtsratschefin. Und so war für sie schon mal was dabei: eine Katzenausstellung. Konzerte hingegen gibt es in der Konzerthalle so gut wie gar nicht. „Es ist trotzdem in Ordnung wie es ist“, betont Strobl. Sie sei froh, dass „die Auslastung inzwischen gut ist“.

Das war nicht immer so. Anfangs schien sich die 2011 eröffnete Halle zum totalen Flop zu entwickeln. Für 30 Millionen Euro war sie von 2009 an gebaut worden. Mit einer Kapazität von 3600 Zuschauern (unbestuhlt) beziehungsweise 2000 Zuschauern (bestuhlt) sollte sie in die Lücke zwischen den kleineren Hallen und der großen Nachbarin, der Olympiahalle, stoßen. Eine Konzerthalle dieser Größe fehle in München, waren die Planer einst überzeugt.

Vielleicht war das gar nicht so falsch. Aber bei den Konzertveranstaltern, die laut Olympiapark eng in die Planungen eingebunden gewesen sein sollen, gab es von Anfang an keinerlei Interesse an der konkreten Halle. Mit einer ebenerdigen Bestuhlung sehe man ja von hinten nichts, hieß es. Die Bühne sei nicht ausfahrbar, es gebe zu viele Türen, die man mit teurem Sicherheitspersonal bestücken müsse. Große Lkw könnten gar nicht in die Halle einfahren. Kurz: An eine zeitgemäße und ökonomische Organisation von Konzerten sei hier nicht zu denken.

An dieser Einschätzung hat sich trotz Nachbesserungen nichts geändert. „Die Halle ist einfach nicht bespielbar“, sagt ein Münchner Veranstalter. „Sie ist einfach auch von der Logistik her viel zu teuer.“

Christine Strobl betont, dass sie selbst noch nicht im Aufsichtsrat saß, als die Entscheidungen für die Halle getroffen wurden. Sie sagt aber auch: „Für Konzerte hätte man die Halle völlig anders planen müssen.“ Eine Fehlinvestition seien die 30 Millionen Euro letztlich aber trotzdem nicht. „Auch wenn es jetzt anders genutzt wird als ursprünglich gedacht.“

So sieht das auch der neue Olympiapark-Chef Arno Hartung. Heuer waren monatelang die „Körperwelten“ zu Gast, 2015 kommt „Tutanchamun“ mit „Sternstunden der Archäologie“ von April bis September in die Halle. CSU-Parteitage, Messen und Präsentationen konnte man schon gewinnen.

Die Halle wird auch bei Großveranstaltungen in der Olympiahalle genutzt, mit der sie durch einen Tunnel verbunden ist. So gibt es häufiger VIP-Bereiche in der kleineren Halle, oder Pferde wärmen sich hier vor ihrem Auftritt auf. Hartung verweist stolz darauf, dass es inzwischen auch eine abfallende Tribüne gibt. „Sonst hätten wir ein Musical wie Dirty Dancing nicht bekommen“, sagt der Olympiapark-Chef. In diesen Wochen gastiert Dirty Dancing in der Halle, verkauft werden 1400 Karten, 700 davon auf der steilen Tribüne mit guter Übersicht auch auf hinteren Plätzen. Hartung sagt, es sei eben doch „nur bedingt so, dass man eine Konzerthalle in dieser Größe braucht“. Trotzdem sei man inzwischen gut ausgebucht. Für große Ausstellungen im Jahr 2016 laufen laut Hartung bereits Verhandlungen.

Konzerte hingegen werden durch die monatelangen Belegungen natürlich immer unwahrscheinlicher, auch wenn man im Olympiapark betont, dass sie weiter möglich wären. Ob die Stadt so viel Geld auch ausgegeben hätte für einen Ort für Katzenausstellungen? Christine Strobl findet die Frage nach einem Niveauverlust falsch. „Es ist eine Frage des Blickwinkels“, sagt sie. „Und ich finde es sehr gut, wenn sehr verschiedene Menschen in den Olympiapark kommen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mann verliebt sich in der Trambahn - dann unterläuft ihm ein Missgeschick, das er selbst nicht fassen kann
Ein Münchner hatte in der Trambahn eine Begegnung der ganz besonderen Art. Jetzt legt er sich gehörig ins Zeug, um seine Angebetete wiederzusehen.
Mann verliebt sich in der Trambahn - dann unterläuft ihm ein Missgeschick, das er selbst nicht fassen kann
Falscher Polizist zockt Münchnerin um Viertelmillion Euro ab - mit diesem Trick
Eine 88-jährige Münchnerin ist auf die Betrugsmasche eines falschen Polizisten hereingefallen und um fast eine Viertelmillion Euro gebracht worden.
Falscher Polizist zockt Münchnerin um Viertelmillion Euro ab - mit diesem Trick
Spektakulärer Einsatz: Münchner Bub hängt in Baum fest
Ein Münchner Bub kletterte bei dem schönen Wetter auf einen Baum, stürzte - und blieb mit einem Fuß hängen. Die Feuerwehr musste mit Spzialgerät retten.
Spektakulärer Einsatz: Münchner Bub hängt in Baum fest
Platzangst in München - Wie viele Menschen kann die Stadt noch vertragen?
Es wird immer enger in München: Ob in der Einkaufstraße, am Flaucher oder am Viktualienmarkt - an vielen Stellen der bayerischen Landeshauptstadt treten sich ihre …
Platzangst in München - Wie viele Menschen kann die Stadt noch vertragen?

Kommentare