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Soll bis Sommer fertig sein: das Olympia-Attentat-Denkmal am Lindenhügel.

Das bringt das neue Jahr im Stadtbezirk

Milbertshofen 2017: Verkehrskonzept für den Norden gesucht

München - Vieles deutet darauf hin, dass der Stadtbezirk Milbertshofen-Am Hart durch den BMW-Ausbau und auch durch das neue Sport-Gymnasium attraktiver wird. 2017 liegt aber erst einmal der Fokus auf einem langfristig funktionsfähigem Verkehrskonzept.

Es ist noch eine ganze Weile bis 2050, wenn das BMW-Monsterprojekt „FIZ Future“ fertiggestellt sein und 15 000 zusätzliche Arbeitsplätze im Münchner Norden entstehen sollen. Trotzdem beschäftigt das Thema den Stadtbezirk, Milbertshofen-Am Hart schon jetzt. Das Hauptaugenmerk: ein funktionierendes Verkehrskonzept für den Münchner Norden. Eigentlich sollte ein entsprechendes Gutachten bereits im Herbst 2016 fertig sein – nun soll es im Laufe dieses Jahres vorliegen. „Meine Befürchtung ist, dass es zu lange verzögert wird“, sagt Fredy Hummel-Haslauer (SPD), der Vorsitzende des Bezirksausschuss (BA) Milbertshofen-Am Hart. Der Verkehr im Stadtteil sei seit längerem schon ohnehin überlastet, Hummel-Haslauer rechnet auch in diesem Jahr nicht mit gravierender Besserung.

Als Beispiele, was konkret verändert werden müsse, nennt der BA-Vorsitzende die Kreuzung Hufelandstraße/ Ingolstädter Straße: Dort könne man als Autofahrer nur stadteinwärts abbiegen, 60 Prozent der BMW-Mitarbeiter, die in der Hufelandstraße parken, müssten aber in Richtung Norden. „Die BMW-Mitarbeiter mäandern durch die Wohngebiete und die Anwohner laufen Sturm“, sagt Hummel-Haslauer. „Das Problem besteht schon seit einer Ewigkeit.“

Kommt der Autobahnanschluss?

Weiterhin hofft der BA-Vorsitzende auf eine Entscheidung bei der Autobahnanbindung der Schleißheimer Straße an die A99. „Ich erwarte für Anfang dieses Jahres eine Ansage, ob die Anbindung kommt oder nicht.“ Die Stadtratsfraktion der Grünen wehrt sich entschieden gegen den Autobahnanschluss, weil durch den Bau eines Tunnels das Naturschutzgebiet Panzerwiese und Hartelholz zerstört würde. Stadträtin Jutta Koller (Grüne) weist außerdem daraufhin, dass bei den vielen Baumaßnahmen im Stadtteil der Schwerpunkt nicht auf den Parkplätzen liegen dürfe, sondern dass so viel Grün wie möglich bleibt und genügend Stellplätze für Fahrräder geschaffen werden.

Denkmal fürs Olympia-Attentat

Im Olympiapark schreitet der Bau des Olympia-Attentat-Denkmals voran. Nachdem sich Anwohner, darunter die Einwohner-Interessen-Gemeinschaft Olympisches Dorf (EIG), lange gegen den Bau des Denkmals gewehrt haben, wird am Lindenhügel ein Kompromiss umgesetzt. Geplant ist, das Denkmal in diesem Frühsommer eröffnen zu können, heißt es aus dem Kultusministerium. Ursprünglich war die Eröffnung für den Herbst 2016 geplant.

Im vergangenen Jahr haben die Anwohner und der Bezirksausschuss für den Erhalt des Bolzplatzes zwischen Frankfurter Ring und Schmalkaldener Straße protestiert – vergeblich. Im Rahmen des Wohnungsbauprogramms „Wohnen für Alle“ entstehen dort 55 Wohnungen der GWG. Immerhin soll ein verkleinerter Bolzplatz erhalten bleiben. Mit dem Bau wurde bereits im Herbst begonnen, 2017 sollen die Wohnungen bezogen werden können.

Die Sorgenkinder der Lokalpolitiker

Zwei Sorgenkinder des BAs bleiben weiterhin die Flüchtlingsunterkunft an der Thalhofer Straße und die geplante Unterkunft für wohnungslose Familien an der Norderneyer Straße. Die Flüchtlingsunterkunft sollte eigentlich schon eröffnet werden, allerdings können die gelieferten Container nicht bezogen werden, weil sie nicht in dem erforderlichen Zustand seien, sagt Fredy Hummel-Haslauer. In dem Haus an der Norderneyer Straße 10 wohnen noch immer zwei Mieter, obwohl das marode Haus längst abgerissen werden sollte.

Das Viertel wird weiter aufblühen

Das im vergangenen Sommer eröffnete Sport-Gymnasium an der Knorrstraße tut aus Sicht vieler dem Stadtteil gut. „Da ist eine Grundlage gelegt, dass mehr Leute hierher ziehen“, sagt Hummel-Haslauer. Milbertshofen-Am Hart wird in den kommenden Jahren jedenfalls immens wachsen, nicht zuletzt weil der BMW-Ausbau den häufig stiefmütterlich behandelten Stadtteil attraktiver machen wird. Anfang 2017 ist man davon aber noch ein ganzes Stück weit entfernt.

Caspar von Au

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