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Links: Sein Besuch im Leierkasten endete blutig: Alexandros K. (28, li.) wurde übel verprügelt. Rechts: Adolf R. (25, re.) wird in Handschellen abgeführt: Er legte ein Geständnis ab.

Gewalttat vor Bordell

Mordversuch am Leierkasten: Mann vor Puff ins Koma geprügelt

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München - Alexandros (27) wurde vor dem Leierkasten ins Koma geprügelt. Nach der Gewalttat vor dem Puff steht Kampfsportler Adolf (25) nun vor Gericht.

Jeden Morgen nach dem Aufwachen spürt Alexandros K. (27) noch den Schmerz. „Mein Kopf dröhnt, und ich brauche eine halbe Stunde, bevor ich aufstehen kann“, sagt der Küchenhelfer. Nur langsam rappelt er sich hoch, bevor er zur Arbeit geht – und wird unfreiwillig wieder an den 13. Juni 2015 erinnert. Den Tag, als er beinahe sein Leben verlor. Weil ein völlig Fremder ihm das Gesicht zertrümmerte!

„Ich bin nachts gegen vier Uhr in den Leierkasten gefahren und wollte nur ein bisschen Spaß haben“, sagt Alexandros K. Zwei Whiskey trank er an der Bar, einen dritten hatte er bestellt. „Dann ging ich raus zum Rauchen. Danach kann ich mich an nichts mehr erinnern.“ Im Schwabinger Krankenhaus wachte der Grieche zwei Tage später wieder auf. Mit gebrochenem Kiefer – und etlichen Prellungen im Gesicht.

Vor dem Landgericht wurde die brutale Tat am Donnerstag rekonstruiert. Im Fokus: Adolf R. (25), seit Jahren Kampfsportler. Auch er besuchte an jenem Abend mit vier Freunden den Leierkasten, das bekannte Bordell. Er trank – und pöbelte die Liebesdamen an. Bis der Türsteher ihn rauswarf. So traf er auf Alexandros K., den er in blinder Wut attackierte.

Attacke vor dem Leierkasten: "Er verdient es nicht zu leben"

Morgens gegen 7.15 Uhr saß der Grieche betrunken am Boden, als Adolf R. ihm ohne jeden Grund viermal wuchtig mit der Faust ins Gesicht schlug. „Er verdient es nicht zu leben“, soll er zu einem Türsteher gesagt haben, der schlichten wollte. Danach drehte sich der Kampfsportler wieder um und trat Alexandros K. noch zweimal mitten ins Gesicht. Unfassbar: Obwohl sein Opfer längst bewusstlos auf dem Rücken lag, holte Adolf R. noch einmal aus: Laut Anklage hob er seinen rechten Fuß, bis sein Knie zur Brust reichte, und trat Alexandros K. voll in Richtung Kopf, traf ihn aber am Schlüsselbein.

Laut Anklage ein Mordversuch! „Sie haben den Tod des Geschädigten billigend in Kauf genommen und Ihre Aggressionen an einem willkürlich gewählten Opfer ausgelebt“, sagt Staatsanwältin Melanie Lichte. Adolf R. gab die Vorwürfe zu. Seine Verteidigerin Birgit Schwerdt erklärte: „Der Anlass für den Streit ist nicht mehr nachvollziehbar.“ Adolf R. habe im April 2015 die Kündigung von seinem Chef erhalten und danach viel Zeit mit Freunden verbracht. Mit ihnen hatte er am Tattag reichlich getrunken und auch Kokain konsumiert. Von Alexandros K. habe er sich angeblich provoziert gefühlt – und ihn deswegen halbtot geprügelt. Polizisten nahmen den Schläger später an einer Tankstelle fest.

Leierkasten-Attacke: Adolf R. muss wohl jahrelang in den Knast

Vor Gericht entschuldigte er sich am Donnerstag. „Ich schäme mich für die Tat“, sagte Adolf R. und weinte leise. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass er gewalttätig wurde. „Ich kann es mir leider nicht erkären.“ Alexandros K. hatte dafür nicht viel Verständnis übrig. „Bei wem hättest du dich entschuldigt, wenn ich gestorben wäre?“, antwortete er. Ärzte im Klinikum rechts der Isar hatten sein Gesicht nach der Attacke gerichtet. „Danach war ich dreieinhalb Monate lang krankgeschrieben.“ Zumindest äußerlich geht es ihm wieder gut. Adolf R. muss dagegen wohl jahrelang ins Gefängnis.

Andreas Thieme

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