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Ein Biber scheint sich am Olympiasee ziemlich wohl zu fühlen. (Symbolbild)

Biber knabbert den Olympiapark an

Ein Biber wütet am Olympiasee - doch das hat einen traurigen Grund

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Seit Kurzem treibt sich ein Biber am Olympiasee umher - zur Freude vieler Passanten. Allerdings hat das einen ernsten Hintergrund.

München - Rinden sind abgenagt, Bäume gefällt, die Stämme keilförmig eingebissen – die Beweise sind eindeutig: Am Olympiasee hat ein Biber gewütet. Anscheined will es sich der pelzige Geselle dort heimelig machen. Ob er eine Baugenehmigung kriegt, entscheidet am Dienstag der Biber-Beauftragte Alexander Koch vom Planungsreferat.

Auch Biber haben es in München nicht leicht, Wohnraum zu finden 

Dass sich überhaupt ein Biber bis in den Olympiapark wagt, liegt höchstwahrscheinlich an seinen Eltern. Denn die haben das Jungtier, ganz nach Nager-Manier, nach vollendetem zweiten Lebensjahr aus der Burg gejagt. Theoretisch hatte das Jungtier nun zwei Möglichkeiten: Gegen ein Biber-Pärchen kämpfen, um so deren Revier zu ergattern oder auf Wanderschaft gehen, um eine Burg in Eigenregie zu bauen. 

Nur haben die Münchner Biber das gleiche Problem wie die hier ansässigen Menschen: Der Baugrund ist knapp, viele geeignete Flussbett-Flächen sind schon in Nager-Pfote. Obwohl die Viecherl nicht mehr werden: Deren Einwohnerzahl stagniert seit Jahren zwischen 60 und 80 Tieren, erklärt Martin Hänsel, der stellvertretende Geschäftsführer des Bund Naturschutz Kreisgruppe München. Für die jungen Biber heißt das eben: entweder ganz aus München raus oder ein Revier erkämpfen.

Niedergenagte Bäume und abgefressene Rinden: Am Olymipasee gibt es seit Kurzem einen Biber. 

Biber im Münchner Olympiapark: Seine Zukunft ist ungewiss

Noch ist nicht eindeutig geklärt, ob der Olympiapark-Biber nur ein paar Bäume auf der Durchreise geknabbert hat oder ob er dauerhaft bleiben möchte. Dennoch verhandelt schon am Dienstag der eigens ernannte Beauftragte mit den Stadtwerken über die Zukunft des Nagers. Wie’s weitergeht? Einer, der sich mit dem Nager-Prozess auskennt, ist Naturschützer Hänsel: „Sollte der Biber bleiben wollen, müssen einige Risiken ausgeschlossen werden: Die Dämme dürfen das Hochwasser-Risiko nicht steigern und es muss genügend Pflanzen geben.“ Sonst vergreift sich der Biber an den Nachbarsgärten oder knabbert alle Bäume im Park nieder. 

„Wir mögen den Biber. Aber wenn er Schäden anrichtet oder Bäume zu Fall bringt, ist das natürlich problematisch. Vielleicht könnte man einen kleinen ­Bereich für ihn absperren, wo er machen kann, was er will“, so Paula Stuppy (19), Schülerin aus ­Kaiserslautern & Marcel Wiesel (22), Azubi

Ist das Risiko zu groß, müssen die Behörden das Tier zum Auszug zwingen. „Meistens klappt das, indem man die Burg abträgt. Oder aber man fängt ihn“, erklärt Hänsel. Und wenn der Biber doch seine Baugenehmigung kriegt? Dann müssen wertvolle Bäume geschützt werden, mit Drahtgittern. Und es geht darum, die Anwohner aufzuklären. Hänsel schätzt allerdings, dass es nicht soweit kommt: „Ich vermute, dass er weiterzieht, weil es dort zu wenig Büsche und Rückzugsorte für ihn gibt.“

Stéphanie Mercier

Kürzlich sorgte der Olympiapark ebenfalls für Schlagzeilen: Geisterstadt platt gemacht - Räumung des Obdachlosencamps am Olympiapark

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