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Böse Überraschung am Samstagmorgen: Der Audi A3 des Ehepaares wurde mit Farbe besprüht. 

Audi A3 völlig beschmiert 

Hass-Attacke auf Münchner Schwulenpaar? Opfer äußert schlimmen Verdacht

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Ein homosexuelles Paar im Stadtteil Harthof blickte am Samstagmorgen schockiert auf ihr Auto: Jemand hatte ihren Audi großflächig mit Farbe beschmiert. Es ist nicht der erste Vorfall. 

München - Eigentlich versteht sich München als eine tolerante, weltoffene Stadt. Dass es aber leider auch im Jahr 2017 noch gefährlich sein kann, offen homosexuell zu leben, musste nun ein Ehepaar im Stadtteil Harthof erfahren. 

Zumindest ist das Paar (beide 35 Jahre alt), das anonym bleiben möchte, überzeugt davon, dass ihre sexuelle Ausrichtung hinter einem feigen Anschlag auf ihr Auto steckt. Sie schickten unserer Redaktion Fotos von ihrem völlig beschmierten Audi A3. Angesprayt von Unbekannten im Harthofer Kreuzschnabelweg. Es muss irgendwann in der Nacht auf Samstag passiert sein. 

Der Verdacht fällt auf einen homophoben Familienclan

Am Telefon äußert einer der beiden den schlimmen Verdacht: „Mein Ehemann und ich vermuten dahinter einen Anschlag. Wir haben Nachbarn, die ein Problem damit haben, dass wir schwul sind.“ Es sei ein „arabischer oder türkischer Familienclan“, der das Paar schon häufiger belästigt habe. „Uns wurde von Seiten des Clans schon gedroht, unsere Reifen zu zerstechen.“ 

Einmal sei das Auto bereits zerkratzt worden, berichtet er weiter. „Und an die Fenster in unserem Stockwerk wurde Hundekot geschmissen!“ Ob dahinter dieselben Täter steckten, möglicherweise wirklich ein homophober Familienclan, kann er nicht mit Sicherheit sagen. Verdächtig ist es aber schon. Sollen die beiden Schwulen eingeschüchtert und aus der Straße verdrängt werden? 

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Die Spray-Attacke auf den Audi könnte sehr kostspielig werden. Betroffen ist nicht nur der Lackierung, auch die Autoscheiben, Dichtungen, Lichter und der Kühlergrill wurden beschmiert. Am Montag will die Polizei den Audi noch mal näher untersuchen und Spuren sichern. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums bestätigte unserer Redaktion, dass die Anzeige am Samstag aufgenommen wurde und wegen einer Sachbeschädigung ermittelt wird. Noch stehe die Polizeiarbeit in diesem Fall aber ganz am Anfang. 

Die 35-Jährigen wandten sich an unsere Redaktion, weil sie auf Zeugen hoffen, die im Kreuzschnabelweg etwas beobachtet haben. Sie wollen sogar eine Belohnung in Höhe von 500 Euro zahlen, wenn durch einen Hinweis der oder die Täter gefasst werden können. Zeugen wenden sich bitte an die Münchner Polizei (Telefon: 089/29100) oder an die extra eingerichtete E-Mail-Adresse Autoharthof@gmx.de.

mag

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