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Der Fahrer eines vollbesetzten Busses der Linie 177 konzentriert sich am Freitag auf sein Handy statt auf die Straße.

Verkehrswidriges Verhalten

Irrsinn in München-Nord: Busfahrer mit Handy am Steuer erwischt

Dieses Foto ist eine Anklage. Ein Busfahrer der MVG sitzt – mitten im Berufsverkehr – hinter dem Steuer des Busses der Linie 177 und macht sich gleich zweier Vergehen schuldig.

München - Die Aufmerksamkeit dieses Busfahrers der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gehört offenbar weniger dem Geschehen auf der Straße, sondern dem Display seines Mobiltelefons. Festgehalten hat diese Szene Leser Rainald O. (Name geändert). Handys am Steuer sind tabu – das gilt selbstredend auch für die Busfahrer der MVG. „Das wissen auch alle Fahrerinnen und Fahrer – das hier gezeigte Verhalten ist unverantwortlich und nicht tolerabel“, stellt ein Sprecher der MVG auf tz-Nachfrage klar und fügt hinzu: „Wir sagen vielen Dank für den aufmerksamen Hinweis des Fahrgasts und bitten im Namen der MVG um Entschuldigung für das offensichtliche Fehlverhalten.“

177er-Bus der MVG: Fahrer fällt auch durch ruppige Fahrweise auf

Als Rainald O. am Freitagmorgen in den 177er-Bus steigt, schwant ihm nichts Böses. „Ich hatte einen Sitzplatz mittig im Bus und habe gegen die Fahrtrichtung gesessen“, sagt O. Dann fiel ihm der „extrem ruppige“ Fahrstil des Fahrers auf.

Das Leserfoto entstand auf dem Frankfurter Ring auf Höhe der Lilienthalallee (Kreis).

„Ich bin nach vorne gegangen und hatte eher damit gerechnet, dass der Fahrer gesundheitliche Probleme hatte und Hilfe benötigte“, sagt O. Das war aber nicht der Fall. „Der Fahrer war komplett in sein Handy vertieft und hat vom Verkehr nichts mehr mitbekommen. Wohlgemerkt, er hat einen vollbesetzten Linienbus durch den Berufsverkehr am Frankfurter Ring gefahren“, sagt Rainald O.

Neufahrn: Handy am Steuer führt in den Knast

Für den Fahrer dürfte diese Handy-Fahrt jedenfalls ernste Folgen haben. „Der Fahrer wird anhand der angegebenen Daten ausfindig gemacht und der Vorfall wird arbeitsrechtliche Konsequenzen für ihn nach sich ziehen“, kündigt der MVG-Sprecher an.

Zunächst müsse nach Auskunft des MVG-Sprechers geklärt werden, ob es sich um einen Fahrer handelt, der direkt bei der MVG angestellt ist oder aber bei einem der Kooperationspartner.

Wie ist die Rechtslage?

Wer mit dem Handy am Steuer -erwischt wird, muss tief in den Geldbeutel greifen. 100 Euro Bußgeld sind fällig, gratis obendrauf gibt’s noch einen Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Wer mit Handy am Ohr Schlangenlinien fährt, zahlt 150 Euro, bei Sachbeschädigung liegt das Bußgeld gar bei 200 Euro - plus zwei Punkte und einen Monat ohne Führerschein. Laut einer Studie der Allianz spielt Ablenkung bei elf Prozent der Autounfälle mit hohem Sachschaden in Deutschland eine Rolle - mehr als Alkohol am Steuer, der bei neun Prozent der Unfälle im Spiel ist.

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Eine Schrecksekunde auf dem Weg zum Unterricht gab es am Freitag auch im Oberallgäu: Fünf Kinder sind bei der Notbremsung eines Schulbusses leicht verletzt worden.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Milbertshofen – mein Viertel“.

Mk.

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