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Kurzes Innehalten: An der Unfallstelle wurden Blumen und Stofftiere niedergelegt.

Mädchen wurde von Lkw getötet

München trauert um kleine Loreeley (9): „Liebe, Dank und Erinnerung bleiben“

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Am Tag nach dem tödlichen Radunfall der kleinen Loreeley wird am Ort der Tragödie getrauert. Zugleich werden aber auch Forderungen nach Lehren aus dem Unglück laut.

München - Am Montagabend ist es ganz still an der Kreuzung der Schleißheimer zur Moosacher Straße. Keiner spricht. Denn es gibt keine Worte für das, was dort passiert ist: Ein neunjähriges Mädchen ist wie berichtet in der Früh auf dem Weg zur Schule von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und tödlich verletzt worden. Dutzende Menschen stehen auf dem Gehweg und legen Blumen, Kerzen und Kuscheltiere an einem Blumenkübel aus Beton ab. Viele haben Tränen in den Augen und halten sich in den Armen. Auch etliche Mitschüler des kleinen Mädchens stehen an der Unfallstelle. Sie alle gedenken der kleinen Loreeley (9), die nur wenige Stunden zuvor auf dem Weg zur Schule von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt wurde.

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„Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt. Ein Mensch, der uns lieb war, ging. Was uns bleibt, sind Liebe, Dank und Erinnerung“, haben Freunde auf ein Blatt Papier geschrieben. Und weiter: „Wenn die Sonne des Lebens untergeht, dann leuchten die Sterne der Erinnerung.“ Am Tag nach dem Unfall bleiben immer wieder Menschen vor dem Meer aus Blumen stehen und zünden Kerzen an.

Mahnmal: Das weiße Radl soll an den Unfall erinnern.

“Bin in Gedanken bei der Mutter“

Auch Carmen Sommer (49), die in der Nähe wohnt. Sie kam auch am Montag in der Früh kurz nach der Tragödie an der Unfallstelle vorbei. „Das tut mir so im Herzen weh. Ich bin in Gedanken bei der Mutter“, sagt sie. Die 49-Jährige hat vor einigen Jahren eine Nichte verloren, die in Großhadern im Alter von 17 Jahren von einem abbiegenden Lkw erfasst wurde. „Ich kann im Ansatz nachvollziehen, was das bedeutet.“

Wie viele andere ist sie der Meinung, dass diese Kreuzung in Milbertshofen wahnsinnig gefährlich ist. Dass etwas geschehen muss. Wolfram Hell, Verkehrssicherheits-Experte der Ludwig-Maximilians-Universität, betont, dass die Kreuzung als Unfallschwerpunkt gilt. Bereits vor drei Jahren gab es an dieser Stelle einen tödlichen Unfall. Die FDP stellte am Dienstag einen Antrag auf die verpflichtende Einführung eines Abbiegeassistenten für Lkw auf Deutschlands Straßen. Zudem sollen die Kreuzungen in München dahingehend überprüft werden, ob die Sicherheit durch die Installierung eines „Tote-Winkel-Spiegels“ erhöht werden kann. Auch die Ampelschaltungen sollten überprüft werden.

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In England sind zum Beispiel Totwinkel-Erkennungssysteme, Piepser und Kameras in Lastwagen vorgeschrieben.

Die Frage nach Unfällen oder Unglücken: Auf dem Zettel steht „Warum?“.

Brennpunkte in München

Es stimmt schon: Ärger kann’s immer und überall geben in einer Stadt, wo so viel Verkehr ist. Aber wer viel unterwegs ist, weiß: In München gibt’s ein paar besonders schlimme Stellen, an denen es häufig zu Stress - und in der Folge auch immer wieder zu Unfällen - kommt. Fehlende Radlwege, knapp geschaltete Ampeln, schwierige Verkehrsführung, enge Spuren oder einfach bloß wahnsinnig viele Leute unterwegs: Die Gründe für Gefahren sind vielfältig. Die Folgen sind aber immer die gleichen: haarige Situationen, Unfälle und Verletzungen! Hier zeigen wir Ihnen einige der heftigsten Stellen der Stadt.

  • Lindwurmunterführung: Die Fläche auf der nördlichen Seite ist zu eng für Fuß- und Radverkehr, deshalb wird ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn abgetrennt. Diese Lösung wird bis zur Umgestaltung der Bahnbrücke (nicht vor 2022), bei der auch ein separater Fuß- und Radweg angelegt wird, beibehalten.
  • Elisenstraße: Wer vom Westen her in Richtung Innenstadt fährt, um zum Stachus zu kommen, der hat nicht viele Möglichkeiten. Am schnellsten geht es auf der Elisenstraße parallel zum Alten Botanischen Garten – aber da ist es gefährlich! Einen Radlweg gibt es nicht, die Autos fahren schnell und dicht an den geparkten Pkw vorbei.
  • Werinherstraße: Der Radlweg hört unter der Bahnbrücke plötzlich auf – Radler müssen unvermittelt auf die Fahrbahn und das Nadelöhr durchqueren. Die Stadt will einen Radstreifen schaffen, zu Lasten jeweils einer Autospur.
  • Fraunhoferstraße: Radler drängeln sich zwischen parkenden Autos und Tramschienen durch. Besonders unübersichtlich: die Westseite der Reichenbachbrücke im Übergang zur Fraunhoferstaße. Die Forderung der Grünen: die Fraunhoferstraße ohne Parkplätze, dafür mit extra breiten Radwegen.
  • Kreuzung ­Ackermannstraße, ­Schleißheimer- und Karl-Theodor-Straße: Diese Stelle in Schwabing-West ist richtig gefährlich. Vor allem kommt es hier immer wieder zu Unfällen zwischen geradeaus fahrenden Radlern und rechts abbiegenden Autofahrern. Die Kreuzung soll allerdings umgebaut und die Führung für Radler verbessert werden. Die Radspuren sollen aus dem Seitenraum zur Fahrbahn hin verschwenkt werden und dann als markierte Radspur in die Kreuzung geführt werden.

Das sind die häufigsten Verstöße

Vergangenes Jahr hat die Polizei im Münchner Stadtgebiet 14.265 Verstöße von Radlern geahndet - das ist weniger als in den Jahren davor: 2016 waren es 15.358, 2015 noch 18.615 Fälle. Allerdings stieg die Zahl der schwerverletzten Unfallopfer. Ob die Radler braver fahren als früher, lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten. Die häufigsten Radl-Verstöße 2017: verbotswidriges Benutzen elektronischer Geräte (2663), falsche oder Nicht-Benutzung von Radwegen beziehungsweise verbotswidrige Benutzung von Gehwegen (3028), Missachtung von Beleuchtungsvorschriften (2375).

Stefanie Wegele

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