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Stillgelegt: An dem ehemaligen Busbahnhof Olympiazentrum hält schon lange kein Bus mehr. 

In Milbertshofen

Museum oder Seniorenheim - Was wird aus dem ehemaligen Busbahnhof Olympiazentrum?

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Die Stadt möchte den Haupteingang am Olympiazentrum bis zum Jubiläum 2022 neu gestalten, doch Lokalpolitiker in Milbertshofen lehnen dies ab. Sie hätten lieber ein Seniorenheim an der Stelle.

Milbertshofen - „Eilt sehr“ steht oben auf dem Beschlussentwurf des Planungsreferats. Noch vor der Sommerpause will die Stadt entscheiden, ob und in welchem Umfang am ehemaligen Busbahnhof Olympiazentrum ein Museum entstehen soll. Der Bezirksausschuss (BA) Milbertshofen-Am Hart lehnt dies mit deutlicher Mehrheit ab. Zuerst solle die Stadt zumindest prüfen, ob an der Stelle nicht der Bau eines so dringend benötigten Senioren- und Pflegeheims für das Viertel möglich sei.

Es schwingt eine Menge Wut mit: „Über Jahre hinweg“, sagt CSU-Fraktionssprecher Erich Tomsche, „hat es keiner Eile bedurft, jetzt möchte man schnell ein Museum durchklopfen, das eigentlich niemand braucht“. Im Februar hatte der BA die Prüfung des Seniorenheims beantragt, zumindest die Antwort wolle man abwarten. Dass die Stadt, nachdem man 15 Jahre lang den Busbahnhof verrotten ließ und ihn als Bauhof missbraucht habe, nun innerhalb von wenigen Wochen eine positive Antwort des BA erwarte, sei „fast schon Comedy“, findet Claus Wunderlich (FDP). „Ich finde ein Seniorenheim wesentlich notwendiger als ein Museum, das niemanden interessiert“, fügt er hinzu.

Während sich die SPD-Fraktion ebenfalls mehrheitlich gegen den Bau eines Museums ausspricht, sind die Fraktionen der Grünen und Freie Wähler/ÖDP dafür. „Wir freuen uns, dass endlich etwas vorangeht“, sagt Leo Meyer-Giesow (FW/ÖDP). Er schlägt vor, die geplante Fläche auf rund 3600 Quadratmeter zu erweitern, damit das zusätzlich geplante Besucher- und Informationszentrum genügend Platz finde.

Auch die Anwohner des benachbarten Olympiadorfs, vertreten durch die Einwohner-Interessen-Gemeinschaft (EIG), können sich eher mit dem Museum anfreunden als mit dem Bau eines mehrstöckigen Seniorenheims. Monika Mühlbeck-Krausen von der EIG sagt: „Es handelt sich hier um einen Teil des unter Denkmalschutz stehenden Ensembles Olympiapark.“ Die Anwohner wünschen sich vor allem ein Besucherzentrum, in dem sich Touristen informieren können. „Es kommt uns allen zugute, wenn der Olympiapark lebt.“ In diesem Punkt sind sich EIG und BA uneins: Es sei ja nicht so, dass ein Seniorenheim den Olympiapark verhunze, sagt Wunderlich. Man wolle die alten Menschen lieber „in unserer Mitte haben, als sie an den Stadtrand zu schieben“, ergänzt Tomsche.

Dennoch: Es ist unwahrscheinlich, dass sich der Stadtrat von der Meinung des Bezirksgremiums beeindrucken lässt. Zur 50-Jahr-Feier 2022 wird das Olympiamuseum höchstwahrscheinlich wie geplant stehen. Das scheinen auch die BA-Mitglieder zu ahnen: Sich unter Druck setzen lassen, das wollen sie trotzdem nicht. „Mir ist egal, ob das Jubiläum mit oder ohne Museum stattfindet“, sagt CSU-Politiker Tomsche trotzig.

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