Ein „Ghostbike“ erinnert an Loreeley. Die Kreuzung an der Schleißheimer/Moosacher Straße ist nicht die einzige gefährliche Stelle in Milbertshofen.
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Ein „Ghostbike“ erinnert an Loreeley. Die Kreuzung an der Schleißheimer/Moosacher Straße ist nicht die einzige gefährliche Stelle in Milbertshofen.

Kreuzungen sollen sicherer werden

Nicht nur wegen Loreeley (9): Bürger fordern Verkehrskonzept

Im Mai kam ein neun Jahre altes Mädchen an einer Kreuzung in Milbertshofen ums Leben. Und der Verkehr nimmt weiter zu. Deshalb fordern Bürger nun ein Verkehrskonzept, um die Sicherheit zu verbessern.

München - Nach einem tragischen Unfall im Mai dieses Jahres fordern die Bewohner des Stadtbezirks 11 geschlossen, dass die Verkehrsplanung der Stadt München verbessert und vorangetrieben wird. Wie berichtet, war die neunjährige Loreeley auf dem Weg zur Schule an der Kreuzung Schleißheimer/Moosacher Straße von einem Lkw überrollt und getötet worden. Die Bürger schlagen nun vor, Fahrradwege rot einzufärben, über Blitzampeln an bestimmten Kreuzungen nachzudenken und vermehrt Polizeikontrollen durchzuführen. Daneben gibt es weitere Punkte, die dringend angegangen werden müssten, hieß es bei der jüngsten Bürgerversammlung.

„Zum Teil fahren bis zu 40.000 Autos täglich über unsere Kreuzungen“, klagte Sabine Kanz, Elternbeirätin der Grundschule an der Hanselmannstraße – jener Schule, die auch die kleine Loreeley besuchte. „Wir brauchen dringend Hilfe – uns fehlen die Schulweghelfer, um Straßenübergänge für unsere Kinder sicherer zu machen.“ Die schlechte Anerkennung der Schulweghelfer mit einer Aufwandsentschädigung, die mit sechs Euro pro Stunde deutlich unter dem Mindestlohn liege, die Verteilung der Schulweghelferzeiten sowie die damit verbundenen nicht vergüteten Pausen, machten die ehrenamtliche Arbeit für viele unattraktiv, so Kanz. „Maximal 16 Euro erhalten die Schulweghelfer pro Tag.“

Helfer stehen im Idealfall viermal täglich an gefährlichen Kreuzungen

Viermal täglich stehen die Helfer dann im Idealfall an gefährlichen Kreuzungen, sichern die Übergänge und unterstützen die Kinder beim Überqueren: „Egal bei welchem Wetter, auch wenn es kalt und nass ist oder schneit.“ Knapp zwei Stunden Pause liegen zwischen den einzelnen Einsatzzeiten, kein Job für voll berufstätige Arbeitnehmer. Und: Rund vier bis fünf Schulweghelfer mehr müssten sich finden: „Es wäre viel geholfen, wenn auch Asylbewerber und Arbeitslosengeld-II-Empfänger diese Tätigkeit übernehmen könnten.“ Das sei aber bisher in dieser Form nicht möglich.

Nicht nur die mangelhafte Schulweghelfersituation ist ein Problem, für das die Stadtverwaltung dringend eine Lösung finden muss. Die an den Stadtbezirk angrenzende BMW-Baustelle FIZ Nord, der Pendlerverkehr aus dem Umland und die noch immer steigenden Zuzugszahlen trügen in Milbertshofen dazu bei, dass kurzfristig keine Entschärfung der Situation erwartet werden könne, hieß es.

Kritisch sehen die Bürger in diesem Zusammenhang auch die weiter fortschreitende Verdichtung der Stadtbezirke und die Wohnungsmarktsituation: „Die Leute ziehen raus aus der Stadt, weil München zu teuer ist. Das ist das Problem“, so Anwohner Stefan Benisch. So mancher ziehe für eine erschwingliche Wohnung bis nach Regensburg oder Rosenheim – „und dann fahren sie mit dem Auto in die Arbeit.“ Was nicht nur Familienvater Benisch von der Stadt erwartet, wird in einer Vielzahl von Anträgen mit hoher Zustimmungsrate deutlich: Ein umfassendes neues Verkehrskonzept für den Münchener Norden.

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Nicole Zobel

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