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Er hat überlebt: Shaul Ladany, 81, war Teil der israelischen Olympia-Mannschaft. Er entkam den Geiselnehmern.

Gedenkfeier im September

Streit um Reisekosten für Olympia-Attentat-Überlebenden 

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Am 6. September findet eine Gedenkfeier für die Opfer des Attentats im Olympischen Dorf 1972 statt. Einer der Überlebenden hat nur durch Zufall davon erfahren und soll nun selbst für die Reisekosten aufkommen.

Shaul Ladany (81), 1972 Geher in der israelischen Olympia-Mannschaft, fühlt sich von der Bayerischen Staatsregierung schlecht behandelt. Das berichtet der BR. Für die Opfer des Attentats wird am 6. September eine Gedenkstätte im Olympiapark eingeweiht. Erst Mitte August habe er eine Einladung erhalten, und erst auf Nachfrage sei die karge Antwort gekommen, er müsse für Flug und Unterkunft selbst aufkommen und sei zum ersten Teil des Gedenkakts nicht eingeladen.

„Ich bin sauer“, sagte Ladany dem BR. „Erst wusste ich gar nicht, dass es überhaupt einen Gedenkakt gibt.“ Er habe nur Gerüchte gehört und sich dann ans Kultusministerium gewandt. „Ich denke fast täglich an das, was in München passiert ist, und an das, was ich durchgemacht habe.“ Ladany hat das KZ Bergen-Belsen überlebt.

Das Kultusministerium spricht nun von einem „Kommunikationsproblem“. Ein Sprecher sagte unserer Zeitung: „Herr Ladany wird in München vom Jüdischen Nationalfonds betreut, der seine Aufenthaltskosten übernimmt.“ Der erste Teil des Gedenkakts sei „in Abstimmung mit Israel“ den direkten Verwandten der Ermordeten vorbehalten. Zum anschließenden „formalen Festakt“ sei Ladany eingeladen. Man bedaure, „falls es zu Missverständnissen gekommen ist“.

1972 waren elf Sportler von palästinensischen Terroristen als Geiseln genommen worden. Ladany war zum Zeitpunkt der Geiselnahme zwar im Gebäude in der Conollystraße 31 im Olympiadorf, konnte aber durch ein Fenster fliehen. Seine elf Kameraden und ein Polizist starben beim missglückten Befreiungsversuch.

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