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Ekyasa hatte große Angst um seine Tochter und seinen kleinen Bruder.

Attacke am Nachmittag

Vater im Bus mit Messer bedroht: "Hatte Todesangst um die Kinder"

München - Als Ekyasa Ö. und sein kleiner Bruder von einem Unbekannten im Bus angerempelt werden, weist ihn der 28-Jährige zurecht. Doch dann tickt der Mann aus. In der tz schildert Ekyasa den unheimlichen Vorfall.

Donnerstag, 25. August, ungefähr 17 Uhr nachmittags: Ekyasa Ö. (28) sitzt mit seiner Tochter Lejla (4) und seinem kleinen Bruder Furkan (12) im 140er-Bus in Richtung Scheidplatz. Der Angestellte ist mit den beiden Kindern auf dem Heimweg – nach einem herrlichen Tag im neuen Airhop-Trampolinpark in der Ingolstädter Straße. Die Kleinen sitzen auf einer Zweierbank – Lejla am Fenster, Furkan am Gang. Ekyasa hat gleich auf der anderen Gangseite Platz genommen. Die drei lachen und denken an den Gaudi-Nachmittag zurück – bis ein 23-jähriger Mann in den Bus einsteigt …

Der rempelt Ekyasa und seinen kleinen Bruder an – „mit voller Absicht“, ist sich Ekyasa sicher. „Ich habe ihm gesagt, er soll ein bisschen vorsichtiger sein. Mir ist es ja wurscht, ob ich angerempelt werde. Aber man kann doch keine Kinder anrempeln!“ Doch der Mann sei einfach weitergegangen, schmeißt seinen Rucksack auf die Rückbank.

Dann das Unglaubliche: Er zieht ein Klappmesser und geht auf Ekyasa zu. „Ich habe ihn angeschrien: ,Ich habe Kinder dabei!‘“, erinnert sich Ekyasa. Doch den Aggressor stört das nicht: „Egal! Ich stech dich ab!“, soll er gerufen haben. Ekyasa stellt sich schützend vor die Kinder. Und der Angreifer? Klappt sein Messer zu und geht zurück an seinen Platz. Ekyasa: „Er saß dann dort und hat vor sich hin gemurmelt.“

Unbekannter will sich über die Kinder beugen

Doch der den anderen Passagieren völlig Unbekannte steht kurz darauf wieder auf – das Messer hat er eingeklappt in seiner linken Hand, in seiner rechten eine Fahrkarte. Er nähert sich dem Trio erneut, will sich über die beiden Kinder beugen. Ekyasa reagiert sofort, packt den Mann am Kragen. „Ich hatte Todesangst. Vor allem um die Kinder. Wenn der zusticht, kann es Tote geben“, erinnert sich der 28-Jährige.

Ekyasa schlägt dem Mann ein paarmal ins Gesicht, bringt ihn zu Boden. Dort fixiert er seine Arme. „Dann habe ich nach Hilfe gerufen.“ Drei junge Männer kommen hinzu, packen den Messermann, zerren ihn an der Haltestelle Euro-Industriepark aus dem Bus. Acht Streifenwagen kommen, Beamte nehmen den Mann mit aufs Revier, wie Polizeisprecher Christoph Reichenbach bestätigt. Danach kam er direkt nach Haar in die psychiatrische Klinik wegen Fremd- und Selbstgefährdung. Und: Er hat eine Anzeige am Hals wegen Bedrohung mit einer Waffe.

Der kleine Held der Geschichte ist Furkan: Der hielt der kleinen Lejla die ganze Zeit die Augen zu – obwohl er selbst Todesangst hatte. Die Polizei findet Zivilcourage grundsätzlich wichtig und richtig – aber: „In Gefahr darf man sich selbst nicht bringen“, warnt Polizeisprecher Reichenbach. Am vorvergangenen Donnerstag ging es zum Glück gut aus … 

Florian Fussek

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