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Screenshot aus dem Gaffer-Video, das sich deutschlandweit verbreitet.

Zahlreiche Medien greifen unser Video auf

Olympiasee-Gaffer sorgen für bundesweite Empörung

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München - Das Gaffer-Video vom Olympiasee sorgt bundesweit für Empörung. Viele Medien greifen den Vorfall auf und verurteilen das Verhalten der Filmer.

Jeder Unfall bringt Schaulustige mit sich. Sie sind unter anderem häufig der Grund für Verkehrsstaus auf Autobahnen, wenn auf der Gegenfahrbahn etwas passiert ist. Ein besonderes Gschmäckle bekommt die Sensationsgier allerdings, wenn die Gaffer lieber ihr Handy zücken und den Unfall filmen, anstatt den beteiligten Personen zu helfen - und sei es nur durch telefonischen Notruf. Ein solcher Vorfall hat sich erst kürzlich am Olympiasee ereignet. Das Video mit der offenkundigen Schadenfreude des Filmers darüber, dass zwei Menschen auf dem zugefrorenen See eingebrochen sind, zog im Internet viel Aufmerksamkeit auf sich.

Medien verbreiten das Video

Insbesondere in den sozialen Medien kam es zuletzt zu wahren Shitstorms - gegenüber dem Filmer und auch dem eingebrochenen Paar. Nun berichten landesweit Medien über den Vorfall und das Video, das der tz vorliegt und auf YouTube mittlerweile knapp 230.000 Mal aufgerufen wurde. Die Facebook-Version wurde schon über 2000 Mal geteilt.

In erster Linie in den Online-Auftritten deutscher Tageszeitungen wird das Thema vielfach aufgegriffen. Hilfeleistung für eine Person in Not ist eine für die Gesellschaft essentielle gesetzliche Regelung. Mit ihren Berichten tragen etwa die Rheinische Post, der Express, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und die Berliner Morgenpost dazu bei, dies herauszustellen. Auch die Online-Nachrichtenportale Focus.de und die Huffington Post sowie Sat.1 Bayern machen darauf aufmerksam.

Gaffer kein Einzelfall - in diesem Maße schon

Es ist nicht das erste Mal, dass Gaffer in den Blickpunkt geraten. Erst vor wenigen Monaten behinderten ganze Heerscharen von „Katastrophentouristen“ Rettungsarbeiten auf der A6. Auch unterlassene Hilfeleistung ist leider keine Seltenheit. In Essen etwa ignorierten vier Kunden einer Bank einen zusammengebrochenen Rentner, der schließlich starb.

Die Kombination aus Sensationsgier und unterlassener Hilfeleistung ist bislang aber nicht häufig aufgefallen. Wenngleich die Filmer im Fall von München keinen direkten Zugriff auf die eingebrochenen Personen hatten, erscheint das Verhalten doch als besonders dreist.

Staatsanwaltschaft prüft Tatbestand

Ob das Gaffer-Pärchen Konsequenzen zu befürchten hat, klärt sich dieser Tage. Das Video vom Olympiasee liegt inzwischen der Staatsanwaltschaft vor. Diese prüfe derzeit, ob ein Tatbestand vorliege, welcher vermutlich Unterlassene Hilfeleistung und möglicherweise Beleidigung sei, berichtet ein Sprecher des Polizeipräsidiums München. Sollte ein Tatbestand festgestellt werden, werde die Kripo Ermittlungen aufnehmen.

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