Nichts war vor ihm sicher: Auch teure Schuhe ließ der Verkäufer aus der Schuster-Filiale mitgehen.
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Nichts war vor ihm sicher: Auch teure Schuhe ließ der Verkäufer aus der Schuster-Filiale mitgehen.

Hausinterne Ermittlungen bringen Aufklärung

Schuhe geklaut und unter Wert verkauft - Sportkaufhaus von Mitarbeiter betrogen

  • Johannes Heininger
    VonJohannes Heininger
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Ein Mitarbeiter von Sport Schuster hat seinen Arbeitgeber über Jahre bestohlen und die Ware günstig verkauft. Nun wurde er bestraft.

München - Haben Sie im vergangenen Jahr auffällig günstige Wanderschuhe oder andere Outdoor-Artikel auf einer Versteigerungs-Plattform im Internet gekauft? Falls ja, dann könnte möglicherweise Diebesgut bei Ihnen im Schrank stehen.

Denn ein langjähriger Schuhverkäufer von Sport Schuster ist vor wenigen Tagen vom Amtsgericht wegen Betrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hat gestanden, seit 2013 seinem Arbeitgeber Schuhe und Klamotten gestohlen und im Internet verkauft zu haben. So wanderten über die Jahre knapp 25.000 Euro auf das Konto des gebürtigen Italieners.

Sportgeschäft bemerkt gravierende Fehlbestände im Warenlager

Satte 631 Fälle haben die Ermittler dem Mann mittlerweile zuordnen können. Etwa Mitte 2017 fielen dem Sportgeschäft gravierende Fehlbestände im Warenlager auf. Gleichzeitig entdeckte das Unternehmen Angebote im Internet. Dort wurden von einem Anbieter exakt dieselben Markenklamotten feilgeboten. Die Preise lagen dabei deutlich unter den gängigen Angeboten der Händler (z.B. 80 statt 160 Euro für Salomon-Schuhe).

Das Sportgeschäft leitete hausinterne Ermittlungen ein - mit Detektiven. Schnell war der Täter überführt, ein Geständnis folgte. Der Betrüger, der seit Jahrzehnten bei dem Traditionsunternehmen arbeitete, begründete seine Taten mit psychischen und finanziellen Problemen. Weil die Masche so leicht funktionierte, sei er immer weiter in den Strudel hineingeraten.

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Lohn des Betrügers wird teilweise gepfändet

Mit dem Sportgeschäft hat er sich inzwischen geeinigt: Der Lohn, den er von seinem neuen Arbeitgeber bekommt, wird ab 1100 Euro gepfändet. So stottert er den Schaden nach und nach ab.

Die Käufer der Schnäppchen können übrigens aufatmen. Sport Schuster wird die Ware nicht zurückverlangen. „Die Käufer können ja nichts dafür“, sagt Rainer Angstl von Sport Schuster. „Da würde man die Falschen bestrafen.“

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J. Heininger

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