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Eveline Kosenbach mit Joana L. (r.), deren Sohn Filip und Hund Maxi.

Tier entlaufen

Das Drama um Hund Maxi: Finder fordert Lösegeld

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Die Rückkehr eines entlaufenen Hundes sollte doch eigentlich ein überaus glückliches Ereignis sein. Dieser Fall jedoch geriet unversehens zum Kriminalfall.

München - Daheim hat Pekinesen-Mischling Maxi eine wichtige Mission: Er ist der beste Freund eines schwer kranken Seniors. Draußen jedoch ist der Hund etwas ängstlich. Beim Gassigehen am Moosacher Bahnhof passierte am Mittag des 26. Juni das Unglück. Maxi erschreckt sich und rennt los. Die rote Laufleine gleitet Frauchen Joana L. (Name geändert) aus der Hand. Nach stundenlanger Suche gesteht sie ihrem Mann unter Tränen: „Maxi ist weg!“

Eveline Kosenbach, Leiterin der Vermisstenstelle beim Münchner Tierschutzverein, erkennt die Not der Familie. Sie stellt auf der Facebook-Seite eine Suchanzeige samt Foto und ihrer Handy-Nummer ein. Nachmittags meldet sich ein junger Mann, sagt in gebrochenem Deutsch: „Ich habe Hund!“ Eveline Kosenbachs Herz hüpft vor Freude. Doch das Telefonat nimmt einen seltsamen Verlauf: „Der Mann druckste komisch herum. Im Hintergrund redeten Leute mit. Ich kenne das schon.“ Und darum fragt sie ihn geradeheraus: „Sie wollen doch nicht etwa Geld dafür, oder?“ Antwort: „Doch. 3500 Euro!“ Eveline Kosenbach schnappt nach Luft. „100 Euro Belohnung wären in Ordnung. Aber das war ja wohl die Höhe.“ Weil sie nicht riskieren will, dass der Mann auflegt, lässt sie sich zum Schein auf diesen gemeinen Deal ein. Dann ruft sie die Polizei an.

„In einiger Entfernung standen drei Typen, die uns beobachteten“

Mit Tierschutzinspektorin Brigitte Mitterhuber macht sie sich auf den Weg zum Treffpunkt. Die Frauen verpassen die beiden Zivilbeamten, weil der ursprünglich ausgemachte Übergabeort ans OEZ verlegt wird. Unheimlich: „In einiger Entfernung standen drei Typen, die uns beobachteten.“ Immerhin: Der Mann hat Maxi dabei. Das auffällige rote Brustgeschirr hat er gegen ein Lederhalsband getauscht. Die Frauen handeln ihn auf 800 Euro herunter. Doch wo ist die Polizei? Um Zeit zu schinden, tut Brigitte Mitterhuber so, als ob sie den Geldautomaten nicht finden würde. Und Eveline Kosenbach bleibt allein zurück: „Ich fühlte mich wie ein Pfand.“ Immerhin: Der Hund sitzt schon in ihrem Auto. Dann kommt die Polizei. Und die drei Aufpasser verschwinden.

Maxis Finder bestreitet den Erpressungsversuch. Es steht Aussage gegen Aussage. Juristisch schwierig. Aber der Hund ist wieder zu Hause. Und der alte Herr ist so glücklich. „Dafür nehme ich jeden Aufwand auf mich“, sagt Eveline Kosenbach. Ihr Appell an alle Hundehalter: „Passt gut auf eure Tiere auf. Solche Fälle häufen sich nämlich in letzter Zeit.“

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