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Zu wenig Kunden hat das Moosacher Nahversorgungszentrum im ersten Jahr angelockt.

Ein Jahr nach der Eröffnung

"Mona" in Moosach: Flaute im Einkaufstempel

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Das Einkaufszentrum „Mona“ läuft nicht so gut wie erhofft. Einige Geschäfte mussten bereits wieder schließen. Eigentümer und Verantwortliche sind sich des Problems bewusst und arbeiten an einem neuen Mieter-Mix für den Einkaufstempel.

Erst vor kurzem feierte das kleine Schwesterchen des Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) sein Einjähriges. Damals bei der Eröffnung des „Mona“, des „Moosacher Nahversorgungszentrums“, waren sich die Verantwortlichen noch einig, dass dieses eine gute Ergänzung zu dem darstelle, was bisher in der Umgebung geboten sei. Nach einem Jahr ist die Ernüchterung bei vielen, die in das Zentrum investiert haben, groß. Das etwa 20 000 Quadratmeter große Büro- und Einkaufszentrum neben dem OEZ lockt zu wenig Kunden an. Unter anderem befinden sich neben Aldi, Tengelmann und „dm“ der Händler „Cyberport“, ein Geschäft für Technik und Lifestyle sowie etliche Restaurants im Mona. Oft herrscht in dem modernen, aber ein wenig ungemütlichen Zentrum gähnende Leere. „Mona“ stehe für „Mall of no audience“ (auf deutsch etwa „Einkaufszentrum ohne Publikum“) spotten seit längerem einige Mieter und Kunden.

Vielen ist im „Mona“ das Scherzen allerdings längst vergangen. Die Mieter erklärten bereits im Juli, dass „die nächsten drei Monate eine entscheidende Phase darstellen würden. Massive Schließungen von Geschäften würden drohen.“ In einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, erheben einige Mieter deshalb Vorwürfe – gegenüber dem Eigentümer der Immobilie und dem für das „Mona“ verantwortlichen Geschäftsführer. Die Situation habe sich in den letzten Monaten zunehmend verschlechtert, heißt es in einem Protokoll aus einer Sitzung im Juli, in der eine Werbegemeinschaft gegründet werden sollte. Und das nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Die Kritikpunkte: Zu hohe Parkgebühren, Türen, die zu schwer aufgehen, langsame Aufzüge, fehlende Sitzmöglichkeiten, keine echten Pflanzen, keine Rolltreppe nach oben und eine fehlende Kinderspielecke. Die Liste, die einige Mieter zusammengetragen haben, ist lang. Allerdings möchte keiner, der die Vorwürfe erhebt, persönlich dazu Stellung nehmen.

"Erwartungen an die Besucherfrequenz" im ersten Jahr nicht erfüllt

Eine Fondsgesellschaft der KGAL-Gruppe ist die neue Eigentümerin des „Mona“. Sie kaufte das Nahversorgungszentrum im Dezember 2014 dem Voreigentümer – mit allen Mietern – ab. „Leider hat das Mona innerhalb des ersten Jahres den Erwartungen an die Besucherfrequenz im Einzelhandelsbereich nicht entsprechen können“, resümieren auch die neuen Eigentümer auf Nachfrage. Im August und September hätten etwa 4500 Besucher pro Tag die Geschäfte und die Gastronomie im „Mona“ besucht. „Uns ist bewusst, dass die Lage sowohl für Mieter, Geschäftsführer als auch den Eigentümer derzeit noch nicht zufriedenstellen ist“, sagt KGAL-Chef Stefan Ziegler. „Man muss einem Objekt allerdings auch etwa zwei Jahre geben, bis es läuft“, ergänzt er. „Wir sehen das Mona als langfristiges Investitionsobjekt und sitzen alle in einem Boot. Wir verdienen auch nur Geld, wenn es läuft.“ Deshalb arbeite man derzeit an einer Lösung des Problems. „Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Aber wir sind sicher, dass das Mona eine Immobilie mit hohem Zukunftspotential ist.“

Mieter fühlen sich im Stich gelassen - Kunden fühlen sich wohl

Liegt direkt neben dem Olympia-Einkaufszentrum in Moosach: das „Mona“.

Die Verantwortlichen betonen, dass seit der Öffnung im Vorjahr vieles verbessert wurde. Beispielsweise gebe es neue Sitzgelegenheiten, Pflanzen, Musik, Infotafeln und Werbung für das Mona. Auch beim Thema „teures Parken“ sei man in Verhandlungen. Eine Werbegemeinschaft gebe es leider trotz mehrfachem Austausch mit den Mietern noch nicht. „Dieses Jahr machen wir eine aufwändige Weihnachtsdekoration und Aktionen“, kündigt Ziegler an. Die Vorwürfe, die Mieter fühlten sich im Stich gelassen, können die Verantwortlichen des Einkaufszentrums nicht nachvollziehen. „Bei uns stehen die Türen immer offen“, betont der Center Manager Herbert W. Brittinger, dessen Büro direkt im Mona ist. Man arbeite derzeit mit dem Eigentümer zusammen an einem neuen Mieterkonzept für das Mona. „Wir stehen in Verhandlungen mit neuen Mietern“, sagt KGAL-Geschäftsführer Stefan Ziegler. Damit soll auch der derzeit vorhandene Leerstand, der einigen Mietern Sorge macht, beseitigt werden. Mehr könne man zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht sagen.

Die Kunden, die im Mona einkaufen, sind im Großen und Ganzen zufrieden. „Mir gefällt es ganz gut hier, es ist kleiner und ruhiger als im OEZ“, sagt die 29-jährige Kamelia. Auch Marlies Blanckarts (66) gefallen die Angebote. Beide gehen häufiger ins „Mona“ zum Einkaufen.

Chef des Immobilien-Eigentümers: Stefan Ziegler

Alexander Dietrich, CSU-Stadtrat aus Moosach, findet es „schade, dass das schön gemachte Zentrum so schlecht besucht“ sei. Man sei offen für Hinweise der Mieter, Geschäftsführer oder Eigentümer, was die Kommunalpolitik zur Verbesserung beitragen könne. „Wir brauchen aber konkrete Vorschläge.“ Schade sei auch, dass die Gastronomie am Abend nicht laufe. „Vielleicht ist noch zu wenig bekannt, dass man auch nach Ladenschluss in den Restaurants verweilen kann.“ Dietrich betont wie alle anderen Beteiligten, dass man am Gesamtkonzept arbeiten müsse. „Wir haben alle kein Interesse daran, dass das Ding verödet.“

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