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Mit schwerem gerät wurde der Baum an seinen Bestimmungsort gebracht und eingesetzt. 

Denkmal für Amoklauf

Hier wird der Erinnerungs-Baum für die OEZ-Opfer gepflanzt

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Ein Ginkgobaum, der von einem 2,5 Meter breiten Ring aus poliertem Edelstahl umfasst wird – so soll der Erinnerungsort für die neun Opfer des Amoklaufs am OEZ aussehen. Heute Morgen wurde der Baum gepflanzt. Wir haben nachgefragt, was Münchner von dem Denkmal halten

Der erste Schritt für das Denkmal am OEZ ist getan: Am Mittwoch wurde ein Ginkgo an dem Ort angeliefert, an dem vor einem Dreiviertel Jahr Ali David S. neun Menschen erschoss. Der Baum wurde auf einem Grünstreifen zwischen OEZ und Saturn an der Hanauer Straße eingepflanzt. Nördlich des Grünstreifens liegt der McDonald’s, in dem der Amokläufer das Feuer eröffnete.

„Das Denkmal für die Opfer des Amoklaufs soll nicht nur ein Ort der Trauer sein, sondern auch ein Symbol für Leben, Freundschaft und Hoffnung“, sagt Jennifer Becker vom Kulturreferat. „Das Denkmal ist auch dem Leben gewidmet und in die Zukunft gerichtet.“ Das Kunstwerk, das in Absprache mit den Angehörigen der Opfer entworfen wird, gestaltet die Künstlerin Elke Härtel.

Am Mittwoch um kurz nach 6 Uhr wurde nun ein Teil des Gesamtkunstwerks, der 35 Jahre alte, fünf Tonnen schwere Baum aus Niedersachsen angeliefert. „Der Ginkgo ist am Dienstagmittag in Bad Zwischenahn auf einen Transporter geladen worden“, sagt Martin Wollenweber, Landschaftsbautechniker beim Baureferat. Der elf Meter hohe Baum wurde die etwa 1000 Kilometer liegend transportiert. Das Einpflanzen war für die Firma Millimeterarbeit. „In diesem Fall ist es enorm wichtig, dass der Baum genau an der richtigen Stelle steht“, sagt Sabine Schalm, Leiterin des Projekts im Kulturreferat. Als nächster Schritt wird ein Fundament aus Beton um den Baum gegossen. Wann ist noch unklar. Dann soll ein 2,5 Meter breiter Ring den Baum umfassen, auf der Außenseite wird „In Erinnerung an alle Opfer des Amoklaufs vom 22. Juli 2016“ stehen. Jeder Schmuckstein ist einem Opfer gewidmet. Auf dem Grünstreifen soll eine Hecke gepflanzt werden und den Gedenkort vom Trubel rundrum abgrenzen.

Amoklauf am OEZ: Bilder des Polizeieinsatzes

Das sagen die Münchner zum neuen Denkmal-Baum

Eine sehr schöne Geste: „Ich finde es eine sehr schöne Geste, an diesem schrecklichen Ort einen Baum der Freundschaft und Hoffnung zu pflanzen. Meine Hoffnung ist, dass Jugendliche, wenn sie diesen Ort der Erinnerung sehen, über ihre Gefühle sprechen und sich so eine grauenhafte Tat nicht mehr wiederholt.“ Manfred Fuchs, 46, aus München


Gegen das Vergessen: „Das Denkmal ist wichtig, damit die Tat des Amokläufers nicht in Vergessenheit gerät. Die Menschen eilen hier manchmal gedankenlos vorbei. So können sie bei dem Denkmal innehalten und in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer sein. Wir stehen hier an einem Stand für die SOS-Kinderdörfer und kämpfen gegen Dinge, die auf der Welt nicht gut laufen.“ Roman P., 19, und Georgia B.


Für Angehörige wichtig:

„Einen Baum des Lebens und der Hoffnung zu pflanzen ist eine sehr gute Idee. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Denkmal für die Angehörigen wichtig ist. Die Tat war so schockierend, dass ich sie gar nicht fassen konnte, als meine Schwester mich anrief und mir davon erzählte. Diesen schrecklichen Tag wird niemand in München so schnell vergessen.“

Nour, 37, aus München

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