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Welcher Kuchen darf’s heute sein? Marlene Zwicknagel (23) und ihr Freund André Weber (25) sind die neuen Betreiber des Café Borstei. 

Gastro-Tipp

In der Borstei gibt‘s jetzt ein Kuchen-Idyll

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In der historischen Wohnsiedlung Borstei in Moosach betreibt jetzt ein junges Paar das Café. 

München - Wer hier erst einmal wohnt, zieht nicht mehr weg. Fröhliche gelbe und grüne Fassaden, stellenweise mit Wein bewachsen, empfangen die Besucher, dazu weiße Fensterläden und plätschernde Brunnen in den Innenhöfen. Man möchte die Borstei kaum in der Stadt verorten, so idyllisch und ruhig zeigt sich die Moosacher Wohnanlage aus den 20er-Jahren. Doch das Beste: „Hier kennt jeder jeden, es ist sehr familiär“, sagt Marlene Zwicknagel. Seit Anfang April betreibt die 23-Jährige das Café in der Borstei – und ist glücklich: „Es fühlt sich gar nicht wie arbeiten an.“

Eigentlich hat die Münchnerin Betriebswirtschaftslehre studiert, spezialisierte sich auf Steuern – „aber das hat irgendwie nicht so gefunkt“. Im vergangenen Herbst war Zwicknagel mit dem Studium fertig und schaute wie so oft bei ihrem Vater Franz vorbei, der in der Borstei einen Feinkostladen betreibt. In der Wohnanlage sprach sich herum, dass die alte Café-Chefin aufhören will. Marlene Zwicknagel sagt: „Das war wie Schicksal.“ Kuchen und Menschen statt Steuern und Büroalltag – eine verlockende Vorstellung.

Zusammen mit ihrem Vater und ihrem Freund André Weber (25) rechnete Zwicknagel die Kosten durch, überlegte, wie sie die Logistik organisieren könnte. „Es ist schwierig mit der Anlieferung, weil alles so verwinkelt ist.“ Das Wichtigste bei der Planung war jedoch etwas anderes: „Man muss die Borsteiler mit einbeziehen – hier kommt ja keine Laufkundschaft vorbei.“ Die Wünsche der Bewohner: endlich wieder frischer Kuchen und im Sommer leckeres Eis.

Die Kuchenvitrine ist denn auch das Herzstück im neu gestalteten Café: gedeckter Apfelkuchen, Prinzregententorte, Käsekuchen mit Mandarinen, Erdbeer-Rhabarber-Wölkchen mit Baiser und Mandeln – die Auswahl lässt kaum Wünsche offen. 3,70 Euro kostet das Stück, auch eine vegane Variante gibt es im Angebot. Zwicknagel backt jedoch nicht selbst – der Kuchen kommt von „Farfallina’s Patisserie“ in Pfaffenhofen und wird dreimal in der Woche frisch geliefert. Auch original italienisches Eis gibt es jetzt im Café Borstei, von der „Antica Gelateria del Corso“, die Kugel für 1,40 Euro.

Die Gäste sitzen innen an dunkelbraunen Holztischen und auf grauen Sesseln mit floralem Muster, umgeben von terrakottafarbenen Wänden. An den Leisten an der Wand hängen immer wieder neue Bilder – Künstler aus der Borstei können hier ihre Werke ausstellen. Im besten Fall, bei schönem Wetter, ergattert man aber einen Platz draußen im Hof. Und genießt die Idylle mitten in der Großstadt.

Das Café Borstei an der Franz-Marc-Straße 9 hat Mo. bis Fr. von 10 bis 20 Uhr geöffnet (Dienstag Ruhetag) sowie Sa. und So. von 9 bis 18 Uhr.

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