+
Lehrer und Schüler der medizinischen Berufsschule, die von Moosacher Peter Simmel unterstützt wird.

Peter Simmel aus Moosach

Edeka-Händler baut Schule in Guinea auf

  • schließen

349 000 Euro für eine medizinische Berufsschule in Télimélé in Guinea: So viel haben Peter Simmel aus Gutterstätt bei Moosach und die Kunden seiner Edeka-Märkte in ganz Deutschland inzwischen zusammengetragen. Das Unternehmen betreibt auch einen Markt in Glonn.

„Absolutes Herzensprojekt“: Peter Simmel.

Glonn/Moosach  - „Es ist ein absolutes Herzensprojekt“, erzählt Simmel stolz. Seit 2013 unterstützt der Unternehmer mit seinen Kolleginnen und Kollegen sowie den Kunden der SimmelMärkte den Bau und Betrieb einer medizinischen Berufsschule in Télimélé in Guinea. Vor fünf Jahren wurde die Aktion gemeinsam mit dem Verein Projekt Misside Guinea ins Leben gerufen und macht aufgrund der Aktion große Fortschritte. Sogar aus der 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Conakry kommen inzwischen Leute dorthin. „Bildung für Frauen, davon profitieren alle“, erläutert der Gutterstätter seinen Ansatz, den Menschen in Westafrika zu helfen.

„Was wir hier erleben, ist einfach genial. Das Institut – die Schule und die Krankenstation sind ein großes Geschenk für die Menschen. Wir treffen Jugendliche, aus dem Senegal, die ganz alleine nach Télimélé kommen, nur um die Schule zu besuchen. Das Wartezimmer im Krankenhaus ist jeden Tag voll, weil die Menschen wissen, wie gut die Ärzte und die Krankenstation sind“, wird von Beteiligten vor Ort berichtet.

Die Aktion verfolgt gleich mehrere humanitäre Zwecke. Zum einen werden Mädchen der Schule zu Hebammen und Krankenschwestern ausgebildet. Die können dann zur Verbesserung der medizinischen Versorgungslage in ihrem Land beitragen. Die Investition in Bildung hat einen Grund: „Wir versuchen zu verhindern, dass die Kinder vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet werden“, erzählt Amadou Yombo Diallo. Der gebürtige Westafrikaner zog vor vielen Jahren nach Deutschland und unterrichtet Französisch am Europäischen Gymnasium in Waldenburg. Er ist stark mit seiner Heimat Guinea verbunden und möchte den Kindern und Jugendlichen dort eine Zukunft ermöglichen, daher engagiert er sich seit vielen Jahren im Verein. „Ich wünsche mir, dass alle Kinder auf dieser Welt die gleichen Rechte haben: Ein Recht auf Wasser, auf Nahrung und auf Gesundheitsvorsorge. Daher freue ich mich riesig über diese uns zuteilgewordene Unterstützung. Wir konnten die Schulgebäude auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern errichten. Jetzt können 250 Schülerinnen und Schüler in ihre Ausbildung starten und haben eine echte Perspektive“, berichtet Amadou. Der Kontakt zum Gutterstätter Unternehmer kam durch eine Dresdner Landtagsabgeordnete zustande. Der Unterricht in der neuen Schule läuft inzwischen seit acht Monaten.

Télimélé ist übrigens nicht das einzige Hilfsprojekt Simmels. Es gibt auch eines in Mali, außerdem unterstützt er ein Waisenhaus in Minsk. Die Mitarbeiter des Unternehmens leisten auch persönlichen Einsatz. „Die Kosten für die Reise bezahlen wir“, berichtet der Unternehmer.

Nicht nur die Mitunternehmer, auch die Kunden der Simmelmärkte unterstützten und unterstützen auch weiterhin tatkräftig. Die Maßnahmen laufen bei Simmel unter dem Namen „Afrika Spende für Guinea“: Neben den Leergutautomaten in den über 20 Märkten in Bayern, Sachsen und Thüringen stehen Boxen, sodass der Betrag direkt gespendet werden kann. Außerdem rufen der Verein und Simmel in der gemeinsamen Projektzeitung sowie im Internet zur Übernahme von Patenschaften auf. Für jeden gespendeten Euro legt die Simmel AG 0,50 Cent drauf: „Uns geht es ja nicht nur um den Aufbau der Berufsschule, sondern wir möchten, dass diese langfristig betrieben werden kann“, erklärt Peter Simmel sein Engagement. „Dafür benötigen die Menschen vor Ort Schulmaterial, die Gebäude müssen instandgehalten werden, und noch viel mehr. Uns liegt sehr viel daran, dass die Berufsschule und die Menschen auch weiterhin von uns begleitet werden.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Keine Lust auf Parkplatz-Wahnsinn: Unbekannter hat skurrile Erleuchtung - sie dürfte viele begeistern
Die Suche nach einem Parkplatz im Stadtzentrum von München kann schon mal etwas länger dauern. Es sei denn, man weiß sich und seinem Fahrzeug auf kreative Weise zu …
Keine Lust auf Parkplatz-Wahnsinn: Unbekannter hat skurrile Erleuchtung - sie dürfte viele begeistern
Mann findet Zettel im Treppenhaus - kurioser Nachbarschaftsstreit endlich aufgeklärt
Konfliktzone Treppenhaus: In München wundert sich ein Mieter über seltsame Geschehnisse vor seiner Wohnungstür. Er hatte den Ärger seines Nachbarn auf sich gezogen.
Mann findet Zettel im Treppenhaus - kurioser Nachbarschaftsstreit endlich aufgeklärt
Münchner (14) läuft aus Versehen ganzen Marathon: „Als ich merkte, dass ich falsch bin ...“
Der 14-jährige Michi ist in München spontan einen Marathon gelaufen. Im Ziel gab sich der Teenager betont gelassen. Er nahm eine falsche Abzweigung.
Münchner (14) läuft aus Versehen ganzen Marathon: „Als ich merkte, dass ich falsch bin ...“
Legendäre Nobel-Disco P1 wird zu Kellerdisko - Experiment in „Münchner Vorort“
Um die Münchner Nobeldisko P1 ranken sich viele Legenden, nun eröffnet der Club eine Dependance in einem „Vorort von München“.
Legendäre Nobel-Disco P1 wird zu Kellerdisko - Experiment in „Münchner Vorort“

Kommentare