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Weithin sichtbar: Der 70-Meter-Hotelturm wird das Ensemble an der Moosacher Straße dominieren.

In Moosach

Hoher Norden: Das ist Münchens 20. Hochhaus

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Mit 70 Metern ist der Hotelturm am Oberwiesenfeld das zwanzigste Hochhaus der Stadt – hier wohnen „Mieter auf Zeit“. 

München - Auf dem ehemaligen Gelände der Knorr Bremse entsteht ein neues Stadtquartier. Blickfang ist der 70 Meter hohe Hotelturm an der Moosacher Straße. Am Freitag feierte der Bauherr das Richtfest, im kommenden Jahr sollen die ersten Mieter einziehen.

„Münchens erste Adresse für Wohnen auf Zeit“ – was sich wie eine augenzwinkernde Anspielung auf das Gefängnis in Stadelheim anhört, ist die Eigenwerbung für das Projekt MO82 am Oberwiesenfeld. An der Moosacher Straße sollen künftig jede Menge Menschen auf Zeit wohnen – und dem bisher rein industriell geprägten Gebiet neues Leben einhauchen.

Architektonisch wird der Komplex von dem 70 Meter hohen Hotelturm im Südosten dominiert, der insgesamt Platz für 465 Zimmer bietet. „Münchens zwanzigstes Hochhaus“, wie Romeo Uhlmann, Chef des Bauherrn Grundkontor, stolz betont. Stadtbaurätin Elisabeth Merk hat damit kein Problem: „Es handelt sich hier um einen Standort, bei dem die Höhe gestalterisch passt“, befindet sie. Die Stadtsilhouette sei nicht gefährdet. „Höhe bedeutet aber natürlich auch Dichte“, fügt Merk hinzu. Das sei am Oberwiesenfeld zu bewältigen – schließlich ist der Eingang zur U-Bahn im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der Haustür. Eine Luxusherberge soll hier nicht entstehen, kleine Zimmer mit bis zu vier Betten sollen auch Familien in das Zwei-Sterne-Etablissement locken.

Grundkontor-Chef Romeo Uhlmann freut sich über den schnellen Baufortschritt.

Leben in die Bude sollen die Studenten bringen, die in den 310 Studenten-Apartments im Nordwesten des Geländes einziehen werden. Mit Quadratmeterpreisen von etwa 26 Euro müssen Studenten für ihr Zimmer allerdings ein gewisses Budget mitbringen. „Unsere Studenten sind die Manager von morgen – ihnen bieten wir nach dem Studium erneut ein Apartment, das perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist“, schwärmt Grundkontor-Boss Oliver Thies.

Die Bäder für das Hotel sind bereits in den Rohbau eingepasst worden, der Rest wird drum herum gruppiert.

Insgesamt 105 möblierte Apartments werden im hinter dem Hotel gelegenen Boardinghouse vermietet, dazu kommen 47 Mikro-Apartments. Zielgruppe sind Manager der umliegenden Industrieunternehmen, die kurz- oder mittelfristig eine Bleibe in der Stadt suchen. „Diese soll nicht nur Heim, sondern auch Heimat werden“, meint Uhlmann. Dafür sollen nicht zuletzt die Nähe zum Olympiapark, eine eigene große Grünfläche und eine 24-Stunden-Gastronomie im Komplex sorgen. Architekt Johannes Ernst vom Büro Steidle Architekten hofft, dass dann Leben ins Viertel einzieht: „Wir erleben die Stadtwerdung des bisher einzig auf industrielle Fertigung ausgerichteten Münchner Nordens.“ Und nebenbei sollen die Wohnungen auf Zeit den Wohnungsmarkt zumindest ein wenig entlasten.

Beste Lage: Der Hotelturm bietet einen unverstellten Blick über das Olympiastadion bis zu den Alpen.

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