Attacke auf Passanten in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte

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Blättern in der Vergangenheit: Franziska Fieger (li.) und Elfriede Weibulat treffen sich regelmäßig zum Plausch.

Bürgerschaftliches Engagement 

Nachbarschaftsinitiative: Praktische Hilfe und jemand zum Reden

Seit 2010 gibt es die ehrenamtliche Initiative, die Helfer und Hilfesuchende in Moosach zusammenbringt. Ob Hilfe bei handwerklichen Arbeiten, im Garten, beim Lernen oder einfach nur jemand zum Reden.

Wenn Franziska Fieger durch ihre alten Fotoalben blättert, schwelgt sie in Erinnerungen. „Da bin ich aufgewachsen“, erzählt die 91-Jährige und deutet auf ein vergilbtes Foto. „Und das sind meine Eltern.“ Neben ihr sitzt Elfriede Weibulat (67) und lauscht. Die beiden Damen wirken, wenn sie so gemütlich auf dem Sofa sitzen, wie alte Freundinnen. Doch nicht das Schicksal hat die beiden zusammengebracht, sondern das Projekt „Nachbarn in Moosach“ (www.nachbarn-moosach.de).

Seit 2010 gibt es die ehrenamtliche Initiative, die Helfer und Hilfesuchende in Moosach zusammenbringt. Ob Hilfe bei handwerklichen Arbeiten, im Garten, beim Lernen oder einfach nur jemand zum Reden gesucht wird – Christina Bartel und Gisela Werner versuchen, eine passende Paarung zu finden.

Im Fall von Franziska Fieger ging es vor allem um Gesellschaft. Ihre Nichte wandte sich an die „Nachbarn in Moosach“, weil sie sich für ihre Tante jemanden wünschte, der sie besucht, mit ihr redet, kleinere Spaziergänge unternimmt. Elfriede Weibulat ist über die Freiwilligenmesse auf das Projekt aufmerksam geworden. Als sie das erste Mal Kontakt zur Rentnerin aufnehmen wollte, ging es dieser jedoch gar nicht gut. Ihr Knie schmerzte so sehr, dass sie keinen Besuch haben wollte. „Das war so schlimm, dass mich nichts interessiert hat.“ Doch Frau Weibulat blieb hartnäckig, empfahl ihr sogar einen Physiotherapeuten und besuchte sie nach der Knie-Operation im Krankenhaus.

Drei Jahre ist das her. Seitdem kommt Elfriede Weibulat regelmäßig. Oft gehen die beiden Frauen spazieren, im Sommer gönnen sie sich einen Kaffee beim Italiener an der Ecke. „Der hat einen sehr guten Cappuccino“, sagt Elfriede Weibulat und lacht. Den größten Teil der Zeit verbringen die beiden mit Erzählen. Franziska Fieger berichtet von früher, ihrem Leben, der Familie. Und manchmal werden auch die Fotoalben herausgeholt. „Ich lausche gerne ihren interessanten Geschichten“, sagt Weibulat.

Auch wenn die beiden sehr vertraut scheinen, bleiben sie doch beim höflichen „Sie“. Als Franziska Fieger ihren 90. Geburtstag hatte, lud sie Elfriede Weibulat zur großen Feier mit der Familie ein, aber diese lehnte dankend ab. „Ich habe mich sehr geehrt gefühlt“, erklärt Weibulat. „Aber in den Kreis der Familie gehöre ich doch nicht.“ Sie haben dann mit Freundinnen bei Franziska Fieger daheim nachgefeiert. Gemütlich auf dem Sofa sitzend, wo sie sich auch immer die schönen Geschichten erzählen. 

Hier haben wir noch weitere Geschichten über bürgerschaftliches Engagement in München: Ekkehard Pott kümmert sich als Schülerpate um den 18-jährigen Belal, Monika Faden engagiert sich ehrenamtlich im städtischen „Patenprojekt – Aktiv für Wohnungslose“.

Lisa-Marie Birnbeck

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