+
Sieht Versäumnisse bei der Stadt: Alexander El Naib (r.) ist Geschäftsführer der 2-Rent-Group.

180 Menschen mussten binnen Stunden ausziehen

Streit um Boardinghaus: Betreiber will mehr Geld und verklagt die Stadt

München - Die Fronten scheinen verhärtet. Die 2-Rent-Group will die Stadt wegen versäumter Pflichten vor Gericht zerren. Es geht vor allem ums Geld.

Der Streit zwischen dem Sozialreferat und der sogenannten 2-Rent-Group hat am Donnerstag neue Dimensionen angenommen. Vor Gericht ging es dabei wie so oft: ums Geld. Nach Angaben des ehemaligen Geschäftsführers der 2-Rent-Group, Alexander El Naib, sei die Stadt ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Jetzt klagt die Firma die Forderungen für die Belegungen am Moosacher Neubruch 39 aus dem Jahr 2013 ein.

Ohne Vorwarnung und innerhalb von Stunden mussten die 180 Bewohner am Gründonnerstag ihre Wohnungen verlassen und wurden in der Bayernkaserne untergebracht. 

Da dem Gericht die seitens der 2-Rent-Group vorgelegte schriftliche Begründung nicht ausgereicht hatte, waren die Verhandlungen schnell wieder beendet. Im Gegenzug hat nun das Sozialreferat bis Juni Zeit, seine Sicht der Dinge darzulegen. Danach werden die Verhandlungen womöglich fortgesetzt. Zum jetzigen Zeitpunkt steht es im Fall Naib noch Aussage gegen Aussage. Beide Parteien sehen sich in der Opferrolle und vergessen dabei die tatsächlichen Verlierer: die ehemaligen Bewohner. Die warten nach wie vor auf eine neue Bleibe. In den Neubruch 39 werden sie jedenfalls nicht zurückkehren können. Schließlich hat das Sozialreferat den Vertrag bereits aufgekündigt.

Lesen Sie auch:Bewohner des Boardighauses - Warum hilft uns denn niemand? 

Wie Donnerstagvormittag bekannt wurde, hatten die Verhandlungen nichts mit dem aktuellen Streit um die Räumung des sogenannten Boardinghauses am Neubruch 39 bis 41 zu tun. Auch in diesem Fall sind sich die beiden Parteien noch über die Bezahlung uneinig.

Lesen Sie auch zum Thema: Warum die Wohnungsnot die Stadt Millionen kostet

SB

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Einsparungen beim Kulturzentrum machen Lokalpolitiker fassungslos
Der nächste Streit um eine Einrichtung im Prinz-Eugen-Park: Weil die Stadt eine Million Euro weniger ausgeben will, wurde bei der Planung des Kultuzentrums „13er“ massiv …
Einsparungen beim Kulturzentrum machen Lokalpolitiker fassungslos
Bundestagswahl: Stadt erwartet mehr als 300.000 Briefwähler
Die Münchner werden in den nächsten Tagen Post von der Stadt bekommen. Die Unterlagen für die Bundestagswahl am 24. September sind versandt worden.
Bundestagswahl: Stadt erwartet mehr als 300.000 Briefwähler
Mädelsflohmarkt im MVG-Museum
Am kommenden Samstag geht es im MVG-Museum ausnahmsweise einmal nicht um historische Fahrzeuge. Stattdessen dreht sich beim Mädelsflohmarkt alles um Mode.
Mädelsflohmarkt im MVG-Museum
München hebt Verbot auf: Bootsfahrten und Baden in Isar wieder erlaubt
In der Isar zu schwimmen oder auf ihr Boot zu fahren, hätte wegen  der Regenmassen lebensgefährlich werden können. Darum bestand seit Samstag um Mitternacht ein Verbot. …
München hebt Verbot auf: Bootsfahrten und Baden in Isar wieder erlaubt

Kommentare