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Noch-Wirt Christian Härtl ist enttäuscht, dass der Vertrag nicht verlängert wurde.  

Im Mai ist Schluss

Hofbräu trennt sich vom Wirt dieses bekannten Gasthauses - „Wie wenn einem jemand ein Kind wegnimmt“

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Der Vertrag zwischen der Brauerei Hofbräu und dem Pächter des Alten Wirts in Moosach wird über Mai 2018 hinaus nicht verlängert. Das Verhältnis zwischen beiden Parteien soll bereits seit längerem beschädigt gewesen sein. 

München - Vor zehn Jahren hat Hofbräu den Alten Wirt Moosach nach fast acht Monaten Umbau wiedereröffnet. Wirt Christian Härtl (50) übernahm als Pächter der brauereieigenen Immobilie, viele Vereine und auch der Bezirks­ausschuss fanden in dem Lokal eine Heimat. Doch nun erzählt man sich in Moosach, dass die Brauerei einen neuen Wirt sucht. Das bestätigt Hofbräu auf tz-Anfrage.

Der bisherige Vertrag sei ohne Verlängerungsoption bis Ende Mai 2018 geschlossen worden. „Hofbräu München hat sich dazu entschlossen, das Vertragsverhältnis nicht fortzuführen“, so ein Sprecher. Die Zusammenarbeit zwischen Brauerei und Wirt habe auf beiden Seiten „nicht den Erwartungen“ entsprochen. Hofbräu stehe derzeit in finalen Verhandlungen mit einem neuen Pächter. Und sei überzeugt, für die Zeit ab Juni eine gute Lösung für die Weiterführung der Gaststätte mit ihren vielen Stammgästen zu finden.

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Aus Gastrokreisen ist zu hören, das Verhältnis zwischen Wirt und Brauerei sei schon länger beschädigt gewesen. Noch-Wirt Härtl, unter anderem engagiert beim Moosacher Faschingsclub, zeigt sich enttäuscht. „Das ist, wie wenn einem jemand ein Kind wegnimmt.“ Nun sei es für ihn und die 65 Mitarbeiter wichtig zu wissen, wer der neue Pächter werde. „Ich habe viel Geld in die Küchen und die Almhütte im Biergarten investiert – es wäre wichtig zu wissen, was übernommen wird.“ Auch die Mieter von fünf Wohnungen über dem Lokal wüssten nicht, was aus ihnen werde. Die Wohnungen seien Personalwohnungen und hingen deswegen am Pachtvertrag, so Hofbräu.

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