+
Rund zwei Meter groß ist die Lego-Figur mit Spielzeugwaffe, die im OEZ steht. Galeria Kaufhof will sie nun entfernen lassen

Spielzeugwaffen-Werbung

Wirbel um Klonkrieger am Amok-Tatort im OEZ

  • schließen

Am Eingang des Galeria Kaufhof wirbt ein Lego-Krieger mit Spielzeugwaffe im Anschlag - nur wenige Meter entfernt erschoss Amok-Läufer David Sonboly OEZ-Besucher. Nach viel Wirbel kommt von Kaufhof eine Entschuldigung für die Werbe-Aktion..

München - Mit den Erinnerungen an den Amoklauf wird das Olympia-Einkaufszentrum auf ewig verbunden sein. Dennoch kommen täglich wieder mehr als 30.000 Kunden – zum Einkaufen und Bummeln. Etliche von ihnen haben sich aber in den vergangenen Tagen gewundert, dass dort eine seltsame Werbefigur aufgestellt wurde: Gleich am Eingang des Galeria Kaufhof steht ein überlebensgroßer Lego-Krieger mit schwarzer Spielzeugwaffe im Anschlag. Die hält er in Richtung der Einkaufspassage – dort, wo vergangenen Sommer Menschen beim Amoklauf erschossen wurden.

Mit dem Klonkrieger wollte die Kaufhof-Filiale offensichtlich Spielzeug bewerben. Aber der Zusammenhang ist gerade für die Angehörigen der Todesopfer eine Zumutung. Sie leiden bis heute unter den Folgen des Anschlags. Das weiß auch Christoph von Oelhafen, Chef des Centermanagements im OEZ, der sich über die Aktion ärgert. „Das ist sicherlich unglücklich“, sagt er zu der Werbung. Die Figur habe er persönlich noch nicht gesehen. „Aber wenn das so ist, dann ist das nicht in Ordnung.“

Das Olympia-Einkaufszentrum. Hier geschah am 22. Juli 2016 der Amok-Lauf. 

Auch viele Besucher sind empört, denn nur wenige Meter vom Standort der Werbefigur entfernt war David Sonboly (†18) am 22. Juli 2016 Amok gelaufen. Draußen in der Hanauer Straße erinnert ein Mahnmal an die neun Opfer. Ihrer gedenken noch immer viele Bürger mit Blumen, Kerzen und Karten.

Verbieten kann man die Figur nicht

Der Wirbel um die Krieger-Werbung: Verbieten kann man die Figur nicht, aber immer mehr Besucher laufen kopfschüttelnd daran vorbei. Die tz hat bei der Geschäftsführung von Galeria Kaufhof nachgefragt: Ist diese Werbung nicht geschmacklos? „Das Wohl unserer Kunden hat oberste Priorität, und wir nehmen die Bedenken unserer Besucher sehr ernst“, sagt eine Sprecherin. Und kündigt auch Konsequenzen an: „Daher haben wir uns dazu entschlossen, die Star-Wars-Figur kurzfristig zu entfernen.“

Die OEZ-Besucher wird das sicher freuen. Bei ihnen entschuldigt sich Kaufhof sogar: „Wir bedauern sehr, wenn ein Eindruck entstanden ist, der mit unseren Unternehmensgrundsätzen und Wertvorstellungen nicht übereinstimmt.“

Lesen Sie auch: Amoklauf im OEZ: Die Chronologie des Schreckens

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Wiesn-Aus: Setzt das Rote Kreuz seine Helfer unter Druck?
Nach dem Ende auf dem größten Volksfest der Welt befürchtet das BRK einen Personalschwund in Richtung Konkurrenz. Ein internes Schreiben an die Mitarbeiter sorgt für …
Nach Wiesn-Aus: Setzt das Rote Kreuz seine Helfer unter Druck?
Merkur-Redakteure gewinnen Wächterpreis und Veltins-Lokalsport-Preis
Zwei Kollegen unseres Hauses dürfen stolz auf sich sein: Christiane Mühlbauer für ihre Investigativ-Recherche „Eine schmutzige Geschichte“ und Thomas Fritzmeier für eine …
Merkur-Redakteure gewinnen Wächterpreis und Veltins-Lokalsport-Preis
Nach Verurteilung des S-Bahn-Schützen: Polizeichef gibt bewegendes Statement ab
Die Schießerei am S-Bahnhof in Unterföhring wird so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Die Polizei München hat die Verurteilung des Schützen verfolgt - und ein …
Nach Verurteilung des S-Bahn-Schützen: Polizeichef gibt bewegendes Statement ab
Wenn Sie diese eine S-Bahn mit Aufkleber entdecken, können Sie etwas Neues testen
Die Deutsche Bahn startet in der S-Bahn München ein Pilotprojekt: Ausgerüstet wird zunächst ein Zug mit der Technik. Damit der Fahrgast weiß, dass er grade da drin …
Wenn Sie diese eine S-Bahn mit Aufkleber entdecken, können Sie etwas Neues testen

Kommentare