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Am Dienstagabend rückte die Polizei am Olympiaeinkaufszentrum mit mehreren Streifenwagen an.

Anrufer hatte Bedrohung erfunden

Falschmeldung von 65-Jährigem löst Großeinsatz am OEZ aus

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    Johannes Heininger
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Am Dienstagabend hatte die Münchner Polizei einen Hinweis bekommen, am Olympiaeinkaufszentrum werde eine Person bedroht. Wie sich herausstellte hatte der Anrufer die Bedrohung nur erfunden, er wollte sehen, was passiert.  

München - So sollen soziale Medien funktionieren! Am Dienstagabend gegen 20.40 Uhr, kurz bevor viele Münchner vor dem Fernseher mit demFC Bayern (2:4 bei Real Madrid) mitfieberten, ging bei der Polizei ein Hinweis ein, der am Ende einen Großeinsatz am OEZ auslöste.

Kurz darauf teilte das Präsidium dann auch via Twitter mit, am Olympiaeinkaufszentrum haben sich Hinweise auf eine verdächtige Person ergeben. Die Beamten wissen nach demAmoklauf im vergangenen Jahr, dass eine Bedrohungslage am OEZ schnell Unruhe auslösen kann. Sie schreiben: „In Eurem Interesse nehmen wir das ernst.“ Laut Polizei hieß das erste Einsatzstichwort „Bedrohung mit Waffe“.

Kurze Zeit später gab die Polizei Entwarnung. Bei dem Einsatz am OEZ haben die Beamten nichts Verdächtiges festgestellt. Und mit einem letzten Tweet verabschiedete das Präsidium die Münchner in die Nacht.

„Am Ende war es viel Lärm um Nichts“, sagt Polizeisprecher Christoph Reichenbach auf Nachfrage unserer Redaktion. Der angebliche Bedrohte wurde im Laufe des Einsatzes nämlich schnell zum Beschuldigten. Der Anrufer, ein 65-Jähriger aus Baden-Württemberg, habe den Einsatz mit einer Falschmeldung bewusst provoziert. Von seinem Handy aus soll er den Notruf gewählt und gesagt haben: „Hier läuft einer herum und bedroht die Leute!“ Er wartete vor dem OEZ auf die Polizei, um den Einsatz zu beobachten - über 100 Polizisten waren dorthin ausgeschwärmt. „Er bekommt jetzt eine Anzeige wegen des Missbrauchs von Notrufen“, sagt Reichenbach.

Die Aktion könnte für den Mann außerdem richtig teuer werden, auf geschätzt 12.000 Euro könnte sich die Rechnung belaufen. 

Der Mann ist wegen ähnlicher Fälle bereits polizeibekannt. Er hatte behauptet, er werde von jemandem am U-Bahnhof Olympiaeinkaufszentrum mit einer Pistole bedroht. 

Polizeisprecher Christoph Reichenbach: „Man kann nur von Glück reden, dass das Ganze nach Ladenschluss passierte. Der Einsatz hätte vermutlich Panik ausgelöst.“

Weil der Mann schon öfter wegen Missbrauchs von Notrufen auffiel, steht bei ihm möglicherweise eine psychische Erkrankung im Raum.

Johannes Heininger

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