Volle Konzentration: Schritt für Schritt geht´s für Merle auf der Slackline nach vorne.
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Volle Konzentration: Schritt für Schritt geht´s für Merle auf der Slackline nach vorne.

Viele Besucher im Olympiagelände

Abheben beim Outdoorsportfestival: „Es hat total Spaß gemacht und wir probieren es auf jeden Fall wieder“

  • Phillip Plesch
    VonPhillip Plesch
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Slackline, Skispringen, Klettern – sportlich ging´s am Sonntag im Olympiastadion zu. Dort fand das fünfte Münchner Outdoorsportfestival statt und traf auf große Nachfrage.

Es reicht ein Schritt aufs Olympiagelände, und schon steigt die Stimmung. Überall wuselt es, Kinder strahlen über beide Ohren, Familien lachen zusammen, über große Lautsprecher läuft Gute-Laune-Musik. Im Olympiastadion hat gestern das fünfte Münchner* Outdoorsportfestival stattgefunden. Und das war im wahrsten Sinne des Wortes ein Fest – denn das breite Angebot kam gut an.

München: Abheben beim Outdoorsportfestival

„Wenn man sieht, wie lange hier teilweise die Schlangen sind, dann ist das schon ein Erfolg“, sagte Sportreferent Florian Kraus. Das zeige das hohe Interesse der Münchnerinnen und Münchner: 12 500 Besucher wollten hier Neues zu entdecken.

Skisprung-Spaß in der Sonne: Lara stürzte sich gleich mehrmals die Spur hinunter.

Neues ausprobieren? Dafür war das Outdoorsportfestival genau richtig. Rund 20 verschiedene Sportarten konnten die Besucher selber testen. Direkt am Eingang Nord gab es viele verschiedene Stationen wie ein Klettergerüst, eine Tischtennis-Arena und verschiedene Parcours.

Die neunjährige Merle probiert sich an der Slackline. Vorsichtig setzt sie einen Fuß vor den anderen – und zwar voller Konzentration. „Wir haben auch eine zu Hause, deshalb habe ich das auch schon mal gemacht“, erzählt sie. Es sei zwar gar nicht so leicht, mache aber großen Spaß. Und nach ein paar Mal üben, klappt es auch ganz gut. Also geht´s weiter zur nächsten Station. Ihr Motto: So viel ausprobieren wie möglich.

Münchner Outdoorsportfestival - „Ganz schön anstrengend“

Nur ein paar Meter weiter kann man Bogenschießen. Daneben steht der 3D-Flieger und es ist ein Bereich für Rollstuhlbasketball abgegrenzt. Swish! Mit dem schönsten aller Geräusche für Basketballer saust der Ball durch den Korb. „Ganz schön anstrengend“, findet Florian Welzel (43), der zusammen mit seinem Sohn Maximilian (12) auf Punktejagd geht. Zudem sei es gar nicht so leicht. „Es ist ein völlig anderes werfen, weil man ja kaum etwas aus dem Körper machen kann“, berichtet Florian.

Auf dem Weg zum Eingang Süd geht es vorbei am Mountainbiken und dem Endpunkt der Flying Fox Zipline. An der kann man einmal quer durchs Stadion fliegen – mit bis zu 30 km/h. Direkt gegenüber ist eine kleine Skisprungschanze aufgebaut.

Anstrengend: Maximilian (mit Ball) und Florian (li.) beim Rollstuhlbasketball.

So groß wie die Skisprung-Schanze in Garmisch-Partenkirchen ist sie freilich nicht. Aber für die Kinder trotzdem ein Riesen-Erlebnis. Die zwölfjährige Lara stürzt sich gleich mehrmals hintereinander in die Anlaufspur. Angst hat sie dabei nicht. „Die Schanze ist niedrig und es ist nicht so schwer“, sagt sie. Immerhin fährt sie auch schon seit neun Jahren selbst Ski. Und das Springer-Gen liegt in der Familie. Laras Opa war früher Skispringer.

„Wir hatten keine Angst, es hat total Spaß gemacht“

Auf der anderen Stadionseite angekommen, warten Teqball, weitere Parcours und ein hoher Kletterturm. Eigentlich ist Luisa schon ziemlich weit oben an der Wand. Ihr Blick geht nach unten. Dann nimmt sie ihren Mut zusammen und klettert noch ein Stück höher hinaus – und das mit gerade einmal drei Jahren. Nachdem Bruder Raphael (6) die Wand schon erklommen hatte, gab es für sie kein Zögern mehr. „Wir hatten keine Angst, es hat total Spaß gemacht und wir probieren es auf jeden Fall wieder“, sind sich danach beide einig. Die ganze Familie Reiter war extra aus Kaufbeuren angereist. Fazit: Es hat sich gelohnt, der Tag erfüllt seinen Zweck.

Mit dieser Meinung ist die Familie nicht allein. Auch wenn das Sportfest in diesem Jahr eine andere Form als gewohnt angenommen hatte. Coronabedingt fand es nicht im gesamten Olympiapark statt, sondern konzentrierte sich auf den Rundweg im Osten über der Zuschauertribüne zwischen den Eingängen Nord und Süd. Die Auflagen ließen sich hier besser umsetzen, erklärte Kraus. Mehr als 2500 Menschen durften nämlich nicht gleichzeitig aufs Gelände.

Wer aber drin war, hatte großen Spaß – denn passenderweise spielte auch das Wetter mit. Immer wieder blitzte die Sonne auf dem Zeltdach des Stadions. Vor allem aber blieb es trocken. Außer beim Stand-up-Paddeln auf dem Olympiasee – da konnte man auch mal nass werden. An der guten Stimmung aber änderte das nichts. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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