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Bettelmusikanten machen sich in Münchner S- und U-Bahnen breit - MVG warnt Fahrgäste

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Von: Kathrin Braun

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Die MVG und die Bahn warnen Fahrgäste davor, Bettelmusikanten Geld zu geben. Immer mehr von ihnen sind in den S- und U-Bahnen zu sehen.

München - Noch steht der Mann mit der schwarzen Jacke und dem Akkordeon in den Händen unauffällig zwischen den vielen Fahrgästen, da seufzt eine ältere Dame schon genervt. Die Klänge, die durch den Gang der S-Bahn schrillen, sind taktlos – im buchstäblichen Sinn. „Ach, geh weiter!“, ruft die Dame dem Mann zu, als er sich ihrem Sitz nähert. Er geht ein paar Schritte, bleibt dann aber vor einem Vierersitz stehen. Fordernd schaut er den Fahrgästen in die Augen, zieht und drückt an seinem Akkordeon. Ein paar Münzen klimpern in dem Becher. Dann geht der Bettelmusikant weiter, bittet den Nächsten um Geld. „Ein Euro, bitte.“

Immer mehr Bettelmusikanten in Münchner S- und U-Bahnen

Szenen wie diese, die sich gestern in der Früh in der S3 abgespielt hat, häufen sich. Fahrgäste merken es in diesen Tagen verstärkt: Bettelmusikanten machen sich breit. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Bahn warnen in einer gemeinsamen Mitteilung davor, den Bettlern Geld zu geben – denn das lande nicht bei den Musikern selbst, sondern bei dubiosen Hintermännern zumeist aus Südosteuropa. Jüngst gibt es auch entsprechende Lautsprecher-Durchsagen in den Zügen.

Bettlern droht Hausverbot oder eine Anzeige

In den vergangenen Wochen habe es immer mehr Beschwerden über Bettelmusikanten gegeben, bestätigt MVG-Sprecher Matthias Korte. „Wir beobachten, dass sie wellenartig erscheinen.“ Zuletzt im Sommer, danach herrschte einige Monate Stille. Aber jetzt tingeln wieder immer mehr Akkordeon- und Mundharmonikaspieler durch die Züge, meist für wenige Stationen, bevor sie schnell die Bahn wechseln – denn das Betteln ist dort verboten. Werden sie erwischt, bekommen sie einen Platzverweis, bei Wiederholung droht Hausverbot oder eine Anzeige. Polizei und KVR haben keine genaueren Zahlen zu den Vorkommnissen in S- und U-Bahn. Denn hier sind Bahn und MVG zuständig.

Problematisch: Fahrgäste können den Bettlern im Zug nicht aus dem Weg gehen, sodass sich viele unter Druck gesetzt fühlen. So wie bei dem Mann mit der schwarzen Jacke und dem Akkordeon – der trotz taktloser Klänge mit klimpernden Münzen am Hauptbahnhof aus der S-Bahn aussteigt.

Kathrin Braun 

Eine 40-Jährige ist um 4 Uhr Morgens in München unterwegs zur Arbeit. Vor der U-Bahnhaltestelle bemerkt sie jemanden hinter ihr. Als sie sich umdreht, wird es schlimm.

Ist DAS sein Ernst? Bei manchen Durchsagen kann man seinen Ohren nicht trauen. Diese kuriosen Fundstücke müssen daher weitererzählt werden.

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