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Hier gibt es die ältesten Fotos von München zu sehen

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Von: Gregory Straub

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München - Wie sah München eigentlich Mitte des 19. Jahrhunderts aus? Ein beeindruckender Bildband gibt jetzt Aufschluss über das Stadtbild vor 150 Jahren. Wir haben einige Bilder für Sie zusammengestellt.

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1 / 19München im 19. JahrhundertFrühe Photographien 1850-1914 von Elisabeth AngermairVerlag: Schirmer/Mosel49,80 Euro © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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2 / 19Ost- und Südostseite des Marienplatzes nach der Umgestaltung des Alten Rathauses. Aufnahme aus dem Jahr 1865. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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3 / 19Fronleichnamsprozession auf dem Marienplatz, 1901. Im Hintergrund die Baustelle für den dritten Bauabschnitt des Neuen Rathauses. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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4 / 191858: Blick über die Heilig-Geist-Kirche durch das Tal zum Isartorplatz und nach Osten nach Haidhausen mit der alten Haidhauser Kirche und der im Bau befindlichen neuen Sankt-Johann-Baptist Pfarrkirche. Ausschnitt aus dem Böttger-Panorama von 1858. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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5 / 19Blick von der Baustelle des Ruffinihauses am Anfang der Sendlinger Straße durch die Rosenstraße zum Marienplatz, im Hintergrund das Baugerüst für den Turm des Neuen Rathauses, Aufnahme aus dem Jahr 1903. Das Ruffinihaus wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und bis Mitte der 50er Jahre wieder aufgebaut. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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6 / 19Blick über die Grünanlage am Promenadeplatz mit den Denkmälern für den Rechtsgelehrten Wiguläus Kreittmayr, den Komponoisten Orlando di Lasso und den Kurfürsten Max Emanuel (von rechts). Im Hintergrund rechts das Hotel Bayerischer Hof. Das di-Lasso-Denkmal wird seit 2009 auch als Denkmal für den verstorbenen Popstar Michael Jackson genutzt. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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7 / 19Trauerzug für König Ludwig II. am 19. Juni 1886. Ankunft des Leichenwagens vor der Sankt-Michaels-Kirche in der Neuhauser Straße. Dort ist der Sarkopharg bis heute in der königlichen Gruft aufgebahrt. Im Hintergrund sieht man die anteilnehmende Münchner Bevölkerung, die allerdings nicht sehr nahe kommen durfte. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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8 / 19Zwischen den Aufnahmen dieses und des nächsten Bildes liegen 18 Jahre: Dieses Bild wurde 1895 am Stachus aufgenommen. Zu sehen das alte Rondell mit dem Kiosk im Vordergrund. Schon damals herrschte auf dem Karlsplatz geschäftiges Treiben, was sich bis heute nicht geändert hat. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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9 / 19Dieses Bild wurde 1913 aufgenommen. Die Ostseite des Karlsplatzes mit dem nach Plänen Gabriel von Seidls 1899 bis 1902 neubarock gestalteten Rondell. Der doppelstöckige Motoromnibus im Vordergrund gehörte zu einem privaten Unternehmen, das eine Linie zwischen dem Stachus und Neuhausen betrieb. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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10 / 19Das Sendlinger Tor von der Sendlinger Straße aus gesehen im Jahr 1862. Bis heute ist nur noch eine abgespeckte Version geblieben. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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11 / 19Blick über den Sendlinger-Tor-Platz mit Pferdedroschken, elektrischen Straßenbahnen und zahlreichen Fußgängern rund um den 1873 angelegten Springbrunnen. Aufnahme aus dem Jahr 1902. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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12 / 19Zwei Bilder, ein Motiv, und dazwischen liegen 49 Jahre: Dieses Bild wurde 1857 aufgenommen. Das Städtische Zeughaus am St. Jakobs-Platz und Blick in die Dultstraße. Vor dem Zeughaus stehen Angehörige der Münchner Bürgerwehr, deren Waffen hier aufbewahrt wurden, bis das Zeughaus 1888 zum Historischen Stadtmuseum gemacht wurde. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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13 / 19Und hier dasselbe Gebäude im Jahr 1906: Ankunft des Prinzregenten Luitpold vor dem Stadtmuseum. Der Prinzregent besichtigte die Sonderausstellungen zum 200-jährigen Gedenken an die Sendlinger Bauernschlacht und zum 100-jährigen Jubiläum der Erhebung Bayerns zum Königreich. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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14 / 19Blick über den Viktualienmarkt und die Frauenstraße über das noch wenig bebaute Gärtnerplatzviertel zum Mariahilfplatz in der Au und nach Giesing mit der alten Dorfkirche. Ausschnitt aus dem Böttger-Panorama von 1858. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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15 / 19Die noch recht junge Feldherrnhalle (Baujahre 1841 bis 1844) am Odeonsplatz im Festschmuck anlässlich des Siegeseinzugs der Bayerischen Truppen nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 am 16. Juli 1871. Die Loggia erlebte im Verlaufe der Jahrhunderte denkwürdige Ereignisse mit: die Feier zur Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg 1914, den Hitler-Putsch 1923 oder auch die Rede des französischen Präsidenten Charles de Gaulle 1962. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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16 / 19Moment, hier fehlt doch was ... Wir sehen die Luitpoldterrasse am Ende der inneren Prinzregentenstraße. Sie wurde im Jahr 1895 gebaut, ein Jahr später wurde sie am 10. Mai 1896 mit einer Friedensjubiläumsfeier und der Grundsteinlegung für den Friedensengel eingeweiht. 25 Jahre zuvor, am 10. Mai 1871, war der Deutsch-Französische Krieg mit dem Frieden von Frankfurt offiziell beendet worden. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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17 / 19Winterliche Stimmung an der Isar, Blick auf die Wohnhäuser an der Erhardtstraße, im Hintergrund die Sankt-Maximilians-Kirche, um 1910. Damals hatte die Kirche noch Spitzdächer, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Notdächer installiert, die bis heute nicht ersetzt wurden. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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18 / 19Übung des Radfahr-Detachements des Königlich Bayerischen 1. Armeecorps auf der Theresienwiese: im Hintergrund die Ruhmeshalle mit der Bavaria. Aufnahme von 1897. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel
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19 / 19Die 1905 dem Verkehr übergebene Wittelsbacherbrücke mit dem Reiterstandbild für Otto Wittelsbach. Die Vorgängerbrücke an dieser Stelle, eine Eisenkonstruktion aus dem Jahr 1876, war mit ihrer Gesamtbreite von zwölf Metern dem zunehmenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel

Die weltweit erste erfolgreich aufgenommene und heute noch erhaltene Photographie hat mit München nicht viel zu tun. Der "Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras", das nachweislich im Jahre 1826 aufgenommen wurde, entstand im französischen Burgund. Bis die frühe Photographie sich in München etablierte, dauerte es noch einige Jahre, erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts machten sich die ersten Photographen auf, ihre Stadt in Bildern aufzunehmen und zu porträtieren.

Einer dieser Pioniere war Georg Böttger, der seinen ersten photographischen Meilenstein im Jahr 1858 setzte: Er photographierte München vom Turm des Alten Peters aus und erstellte das erste 360-Grad-Panorama der Stadt. Mit einer Erinnerung an dieses Panorama beginnt der im Schirmer/Mosel-Verlag erschienene Bildband "München im 19. Jahrhundert - frühe Photographien zwischen 1850 und 1914." Elisabeth Angermair, Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stadtarchiv München, besorgte die Bildauswahl, Stadtarchiv-Leiter Michael Stephan schrieb die Einleitung zu diesem imposanten Bildband, der insgesamt 278 Aufnahmen aus München enthält.

Georg Böttgers München-Panorama ist heute im Münchner Stadtmuseum ausgestellt, im Bildband dient das Panorama als Ausgangspunkt für fast 300 weitere Aufnahmen aus München, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges photographiert wurden.

Beeindruckende Motive wie der Marienplatz, zwar bereits mit der Mariensäule (Einweihung weit vor den Zeiten der Photographie im Jahr 1638) aber noch ohne das Neue Rathaus, das alte Sendlinger Tor, der Stachus mit den alten Rondellbauten, noch bevor sie von Gabriel von Seidl umgebaut wurden und etliche weitere zeitgeschichtlich wertvolle Dokumente werden in diesem Bildband gezeigt.

Das Aufnahmedatum der Photographien ab 1850 geht einher mit Münchens Durchbruch zur Großstadt - im Jahr 1852 knackte die künftige Weltstadt mit Herz die 100.000-Einwohner-Grenze. 50 Jahre später hatte München sich in seiner Bewohnerzahl bereits verfünfacht. "Die Photographie erwies sich als das ideale Medium, Veränderungen im Stadtbild zu dokumentieren und gleichzeitig zum Chronisten des gesellschaftlichen Wandels zu werden", heißt es im Vorwort des Buches.

Trotz der teilweise eineinhalb Jahrhunderte alten Bilder haben sich die wesentlichen Grundzüge der Stadt wenig verändert - zumindest bis heute. Was die nahe und ferne Zukunft in München architektonisch bringen wird, steht freilich in den Sternen ...

Wir haben in unserer Fotostrecke oben einige Bilder aus dem Buch zusammengestellt. Wer gerne zurückblickt und längst vergangene Zeiten Revue passieren lässt, darf sich einen Blick auf die Bilder nicht entgehen lassen!

München im 19. Jahrhundert

Frühe Photographien 1850-1914 von Elisabeth Angermair

Verlag: Schirmer/Mosel

49,80 Euro

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